LehrWerk: Technik verstehen

LehrWerk vermittelt Technik und legt dabei besonderen Wert auf Haptik, Transparenz, Anwendungsnähe und Kreativität

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen LehrWerk doch kurz vor!
Wir sind zwei junge Ingenieure, die sich zur Aufgabe gemacht haben, das komplexe Feld der Technik anschaulich für Schülerinnen, Schüler und Studierende zu vermitteln. Unter dem Namen LehrWerk (www.lehrwerk.com) konzipieren und fertigen wir Bausätze, welche über direkte Interaktion durch Berühren, Zusammenbau und Handbetrieb Verständnis schafft. Die Themenfelder werden durch umfangreiches didaktisches Beimaterial ergänzt. Dies ermöglicht es im Schul- und Hochschulumfeld schon früh technisches Sachwissen zu vermitteln. Wir legen dabei großen Wert auf Haptik, Transparenz, Anwendungsnähe und Kreativität.

Wie ist die Idee zu LehrWerk entstanden und wie haben Sie sich als Team zusammengefunden?
Unsere Erfahrungen aus dem Studium, aus Praktika und in technischen ehrenamtlichen Projekten haben uns deutlich gezeigt, dass oft Defizite sowohl beim Bauchgefühl als auch beim tieferen Verständnis im Umgang mit Mechanik bestehen. Damals schon haben wir unter Kommilitonen und Kollegen das technische Grundwissen mit den uns in den ehrenamtlichen Projekten zur Verfügung stehenden Maschinenteilen weitergegeben. Da dies so in Schulen nicht möglich ist, kam die Idee,altersgerechte Modelle und zusätzliches Arbeitsmaterial zu entwickeln.
Während des Studiums haben wir als Teil eines größeren Teams schon über längere Zeit intensiv in studentischen Projekten zusammengearbeitet und dort erste zukünftige Projektideen diskutiert. Uns verbindet die Neugierde im Bereich Technik und der Lehre. Durch die praktischen Erfahrungen in außercurricularem Engagement und Praktika haben wir uns gemeinsam gewappnet gefühlt, schon während des Studiums die ersten Gründungserfahrungen zu sammeln.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Speziell bei Produktgründungen mit Fertigungsaufwand ist der Bootstrappingansatz – mit knappem Budget und knappen Ressourcen – natürlich eine der größeren Hürden, da neben Kopf und Laptop auch noch weitere Infrastruktur- und Prototypenkosten entstehen. In den frühen Phasen haben wir vor allem durch Wettbewerbsteilnahmen und Gespräche mit Experten sehr viel wertvolle Unterstützung erhalten. Besonders bei Gründern mit drei bis sechs Monaten „Vorsprung“ lassen sich wertvolle Erfahrungen austauschen und Impulse gewinnen. Im Rahmen von Förderprogrammen hatten wir zudem die Möglichkeit, auf tolle Mentoren zurückzugreifen, welche nochmals ganz andere Blickwinkel eingebracht haben und uns Infrastruktur bereitstellen. Die zusätzlich nötige Finanzierung wurde über Wettbewerbsprämien bestritten.

Wer ist die Zielgruppe von LehrWerk?
Wir bieten ein Produkt, welches in Schulen und Hochschulen die Techniker und Technikerinnen von morgen auf ihre technischen Herausforderungen vorbereitet. Nutzer unseres Produktes sind daher Schülerinnen, Schüler und Studierende. Da die finanzielle Situation der Bildungseinrichtungen hier umfangreiche Anschaffungen meist verhindert, sind wir im Bereich von Bildungskooperationen tätig. Industriepartner stellen dabei regionalen Schulen im Bereich der Nachwuchsförderung und Schulmarketing das Material kostenlos zur Verfügung, welches bei uns bezogen wird.

Wie funktioniert Lehrwerk? Wie wird das Wissen vermittelt?
Wir gehen den klassischen und bewährten Weg der Interaktion. Unsere Modelle sind so konzipiert, dass in Kleingruppen jedes Bauteil durch Berührung, Bewegung und Beobachtung erfasst werden kann. Durch diese vielsinnige Wechselwirkung wird wesentlich schneller Verständnis geschaffen. Ausführliches Beimaterial ermöglicht dabei den schrittweisen Aufbau des Wissens und die passende Vertiefung. Auch für die Lehrkräfte bietet dies einen sicheren Prozess für die Wissensvermittlung. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie werden die Aspekte in wissenschaftlichen Arbeiten untersucht und belegt.

LehrWerk,wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Die Herausforderung ist es, sich auf dem Markt der Bildung als junges Unternehmen zu etablieren und den Namen LehrWerk zu einem Qualitätssiegel zu machen.
Dabei geht es sowohl um die Verbreitung und Eignung der Produkte, als auch um die Vermittlung des Ansatzes. Mit rein mechanischen Bausätzen, müssen wir deutlich machen, dass in Zeiten von Tablet und Robotik in der Bildung der klassische Weg seine Vorzüge hat.
In fünf Jahren sollte die Produktpalette daher das komplette Altersspektrum von Grundschule (6 Jahre) bis Ingenieursfortbildung (60 Jahre) abdecken und im Bereich der Technikdidaktik als feste Größe etabliert sein.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Machen. Früh das Gespräch mit anderen frischen Gründern suchen und Ideen, Probleme und Visionen besprechen. Besonders schnell vorangebracht haben uns die vielen Wettbewerbsteilnahmen und Förderprogramme, da man sein Geschäftsmodell vielen Personen vorstellt, Feedback bekommt und neue Iterationen sofort wieder prüfen lassen kann. Zudem sollte man als Gründer oder Gründerin Commitment, Geduld, Motivation und die Bereitschaft mitbringen, Dinge zu tun und zu lernen, die man bisher noch nicht gemacht hat,– und die nicht das direkte Wunschtätigkeitsfeld sind. Das alles kombiniert mit einer Geschäftsidee, für die man brennt, bringt einen in großen Schritten voran.

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Wir bedanken uns bei Jonas Fuchs für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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