Bei unserer Gründung hat insbesondere der Fokus auf drei Themen geholfen

LeanIX hilft Unternehmen bei der Modernisierung ihrer IT-Architektur

Wie ist die Idee zu LeanIX entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Kennengelernt haben Jörg und ich uns bei unserer gemeinsamen Zeit bei der DHL Inhouse Consulting. Nach mehreren Führungspositionen in der IT hat Jörg das interne IT-Management-Consulting im Konzern aufgebaut. Dabei haben wir die CIOs und IT-Manager in strategischen Fragen beraten. Wir haben erkannt, dass sich Projekte in der IT schneller und effektiver umsetzen lassen, wenn man nicht erst zu Beginn mühsam die notwendigen Informationen zusammentragen muss. Es gab zwar Tools, die uns bei der Erfassung der IT-Landschaft helfen sollten, diese hatten jedoch einen entscheidenden Nachteil: Sie waren ohne ausgiebige Lektüre des Handbuchs und einem Training, kaum zu nutzen. Damit scheiden solche Werkzeuge in der Nutzung außerhalb der Konzernzentralen schnell aus. In einer Zeit, in der intuitive Software-as-a-Services immer beliebter wurden, undenkbar. Also entschlossen wir uns, selbst eine Lösung zu entwickeln – und gründeten 2012 gemeinsam LeanIX.

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Eine zentrale Fragestellung in der Gründungsphase war, ob die Zeit für eine Software-as-a-Service aus der Cloud bereits reif ist. Heute wissen wir, dass wir zum richtigen Zeitpunkt gestartet sind: Mehr als 95 Prozent unserer Kunden nutzen unsere Lösung aus der Cloud. In den ersten drei Jahren haben wir die gesamte Produktentwicklung selbst gestemmt und uns für das sogenanntes “Bootstrapping” entschieden. Erst als wir bereits namhafte Kunden hatten, holten wir uns Unterstützung für die weitere Vermarktung. Im März 2015 überzeugten wir Capnamic Ventures und Iris Capital, die 2,2 Millionen Euro investierten.

Mittlerweile sind wir auch in die USA expandiert und haben ein Büro in Boston eröffnet. Da wir auch aus
Deutschland Kunden im US-amerikanischen Markt gewinnen konnten, war das ein logischer nächster Schritt für uns. Vor Kurzem haben wir uns in einer Series-B-Finanzierungsrunde 7,5 Millionen Euro gesichert und mit DTCP (Deutsche Telekom Capital Partners) einen starken Partner für die weitere Expansion gewinnen können.

Wer ist die Zielgruppe von LeanIX?
Prinzipiell jedes Unternehmen, das einen transparenten Überblick über seine IT-Landschaft haben will und welches seine IT aktiv einsetzen möchte, um das Business voranzubringen. Das können Firmen sein, die bisher ihre IT mit Hilfe von Excel und Visio verwaltet haben und jetzt den nächsten Schritt gehen wollen oder auch Firmen, die schon ein Tool im Einsatz haben, aber nach einer pragmatischen, nutzerfreundlichen Alternative suchen. Viele unserer Kunden sind offen für neue Technologien und wollen sich und ihre IT durch die Zusammenarbeit mit uns weiterentwickeln.

Wie funktioniert LeanIX?
Mit unserer Software können Firmen einfach und schnell eine Bestandsaufnahme ihrer IT vornehmen. Dank API oder Excel-Import können bestehende Informationen zum Start leicht übernommen werden. Auf der Basis umfassender Analyse und Visualisierung liefern wir unseren Kunden eine Art Stadtplan ihrer IT. Wir klären somit viele Fragen des IT-Managements: Welche Software ist im Einsatz? Wer nutzt sie? Und ist die Software auf dem aktuellen Stand? Dabei wird nicht nur der Stand der Technik erfasst, sondern auch Informationen zu dem Unternehmen, den Geschäftsprozessen und den Bereichen, die die Anwendungen unterstützen. Je komplexer die Technik, desto wichtiger ist das Thema Enterprise Architecture Management (EAM), dass unser Marktsegment beschreibt.

Welche Vorteile bietet LeanIX?
Vorteile sind vor allem der schnelle Rollout und die nahtlose Integration in bereits vorhandene IT-Tools durch unsere offenen APIs. Das Besondere an unserer Software ist, dass wir uns mit LeanIX nicht nur an IT-Experten richten, sondern alle Mitarbeiter von den Informationen profitieren. Dies wird ermöglicht durch eine moderne User Experience, flexible Analysemöglichkeiten und den Fokus auf die wichtige Funktionalität. Unser Ansatz passt sehr gut in eine Zeit, in der IT-Entscheidungen nicht mehr ausschließlich in der IT-Organisation getroffen werden. Die Mitarbeiter haben dabei einen sicheren Zugriff auf LeanIX über die Cloud.

LeanIX, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Unser Ziel ist es, weltweit die führende Lösung zu werden, die Unternehmen bei der Modernisierung ihrer IT-Architektur hilft. Eine flexible IT-Architektur trägt maßgeblich zur Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft bei. Hier gibt es bei vielen Organisationen noch Nachholbedarf, was häufig auch unter dem Begriff “digitale Transformation” zusammengefasst wird. Wir haben unsere eigene Plattform gerade selbst auf Microservices umgestellt und damit den gesamten Code seit Gründung einmal ausgetauscht. Wir sehen ein riesiges Potenzial für Unternehmen, die ihre monolithischen Strukturen aufbrechen, um damit an Geschwindigkeit und Agilität zu gewinnen. In den nächsten 12 bis 18 Monaten steht bei uns der weitere Aufbau des Teams im Vordergrund. Mehr als 20 Positionen in allen Bereichen wollen wir besetzen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Bei unserer Gründung hat insbesondere der Fokus auf drei Themen geholfen: Auf ein zu lösendes Problem, auf ein klares Marktsegment und auf den Umsatz. Mit LeanIX lösen wir genau ein Problem: Daten über die IT-Landschaft sind meist unvollständig und damit für Entscheidungen nicht zu gebrauchen. Wir adressieren eine Nische, das Segment Enterprise Architecture Management, so dass wir Käufer und Entscheider gut identifizieren können, anstatt gleich einen unüberschaubaren Markt zu bearbeiten. Da wir im Bootstrapping begonnen haben, war es von Anfang an wichtig zu verstehen, wie wir Umsatz generieren können, um ein tragfähiges Geschäftsmodell aufzubauen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei André Christ für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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