Eine gehörige Portion Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen. 

LAWIO hilft Mietern bei Schäden die zustehende Mietminderung geltend zu machen

Stellen Sie sich und das Startup LAWIO kurz unseren Lesern vor! 

Hey, ich bin Lea, Gründerin und Geschäftsführerin von LAWIO. Mit LAWIO bieten wir eine Legal-Tech Dienstleitung für Mieter an. Wer einen Mangel in der Wohnung hat, z.B. eine defekte Heizung oder fehlende Warmwasserversorgung, muss für den Zeitraum des Mangels nicht die volle Miete bezahlen. Denn die Wohnqualität ist dann eingeschränkt. Das Problem ist, dass viele Mieter nicht wissen, wie man eine Mietminderung durchsetzt und wie hoch diese überhaupt sein darf und kann. All das nehmen wir den Mietern ab, von der Kommunikation mit der Vermietung bis hin zur rückwirkenden Auszahlung des Mietminderung-Betrags.  

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen? 

Die Idee zu LAWIO kam als ich mit meinem Mitbewohner und Mitgründer Sebastian im Winter in unserem kalten Wohnzimmer saß und vergeblich versucht habe die Hausverwaltung zu erreichen, um den Status zur kaputten Heizung und Warmwasser zu erfahren. Viele erfolglose Anrufe und einige kalte Duschen später, waren wir so frustriert, dass wir uns gefragt haben, warum es in der heutigen Zeit noch keinen Service gibt, der einem den ganzen Stress und auch Papierkram abnimmt. Sozusagen jemanden mit Ahnung und gleichzeitig einer stärkeren Position gegenüber Hausverwaltungen oder Vermietern als es der einzelne Mieter ist.  

Mit diesem Konzept und unseren drei Mitgründern haben wir uns also an die Unternehmensgründung gewagt und freuen uns, nun den – von uns damals so gewünschten – Service anbieten zu können. 

Welche Vision steckt hinter LAWIO? 

Unsere Vision ist es, das Recht zugänglicher zu machen. Vermeintlich kleine Ansprüche sollen nicht unter den Tisch fallen, weil man Angst vor hohen Anwalts- und Gerichtskosten hat. Mit LAWIO soll die Kluft zwischen „Recht haben“ und „Recht bekommen“ geschlossen werden.  

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert? 

Das Verhältnis zwischen Mietern und Vermietern kann unter Umständen durchaus schwierig sein. Manche haben Angst, dass wenn man im Mietverhältnis „meckert“ direkt eine Kündigung im Briefkasten findet. Hier sehen wir es auch als unsere Aufgabe, den Mietern die Angst zu nehmen. Denn angestrebt wird ja immer eine faire Lösung für beide Seiten.  

Bevor wir unsere erste Finanzierungsrunde im Sommer 2019 abgeschlossen haben, waren im Startup Incubator Berlin und haben dort neben der finanziellen Unterstützung in Form von Gründerstipendien viel für unseren weiteren Weg gelernt.  

Wer ist die Zielgruppe von LAWIO? 

Der Service richtet sich an Privatpersonen, die eine Wohnung oder ein Haus in Deutschland mieten. Da der Service von überall und jederzeit zu erreichen ist, werden insbesondere Personen angesprochen, die nach einer für sich zeitsparenden Lösung suchen, egal ob von unterwegs oder Sonntagabend auf dem Sofa. 

Wie funktioniert LAWIO? Wo liegen die Vorteile?  Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern? 

Wer einen Mangel in der Wohnung hat, kann in wenigen Minuten in unserem Klickpfad auf Mietminderung überprüfen. Je nach Mangel stellt das Tool unterschiedliche Fragen zur optimalen Sachverhaltsermittlung. Danach kommt man zu einer Ersteinschätzung, ob ein Anspruch besteht oder nicht. Fälle können dann an uns abgegeben werden, sodass wir uns um alles Weitere kümmern. 

Wir nehmen das „Tech“ in Legal-Tech seht ernst und haben den Anspruch auf technisch hohem Niveau zu arbeiten. Dies spiegelt sich sowohl in unserem Automatisierungsgrad als auch in der Funktionsweise unseres Algorithmus wider. Dieser analysiert den vorliegenden Fall und vergleicht mit Referenzurteilen, sodass für den Einzelfall eine gerechte und gerechtfertigte Mietminderungsquote herauskommt. 

Wie ist das Feedback? 

Von den Mietern sehr positiv. Für sie sind wir eine Anlaufstelle bei denen sie im Problemfall Hilfe ohne Wartezeit bekommen. Und auch von der Vermieterseite gibt es positive Stimmen. Zum Beispiel, dass es gut ist, Mängelanzeigen durch uns in geordneter Form und mit einer realistischen und fairen Mietminderungsquote zu kommen. 

LAWIO, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? 

LAWIO soll die Anlaufstelle für Mieter bei Mietmängeln sein. Wir wollen, dass man nicht wegen Kündigungsängsten auf sein Recht verzichtet. Wir verbringen viel Zeit in unseren Wohnungen und zahlen dafür Miete, deswegen sollte man hier auch auf seine Recht bestehen, wenn die Wohnqualität eben nicht die ist, für die man bezahlt.  

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben? 

Für uns war es extrem hilfreich, von Beginn an über de Idee und das Konzept zu sprechen, möglichst viel Feedback zu erhalten und so immer einen Schritt weiterzukommen. Außerdem keine Angst davor haben mal etwas komplett umzuschmeißen und mit einem Konzept von vorne zu beginnen. Das gehört meiner Meinung nach dazu und auch wenn man viel Zeit investiert hat, wenn man merkt das geht in eine falsche Richtung dann stoppt es. Im Prinzip hat das ganze Gründen viel mit Mut zu tun. Mut darüber zu sprechen, Mut auch mal Fehler zu machen und dazu noch eine gehörige Portion Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen. 

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Lea Bötticher für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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