Fang an und habe keine Angst davor!

kursfinder.de Suchmaschine für Studiengänge und Weiterbildung

Stellen Sie sich und kursfinder.de doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Fredrik Söderlindh, ich bin 37 Jahre alt, CEO und einer der Gründer der Educations Media Group (EMG), der kursfinder.de, eine von Deutschlands führenden Suchmaschinen für Weiterbildung, angehört. Gegründet habe ich die EMG 2001 als Student an der Stockholm School of Economics zusammen mit meinen Kommilitonen Marcus Boström und Magnus Obel in meinem Wohnzimmer. Ich habe den Vertrieb aufgebaut, zunächst für die schwedische Seite studentum.se, auf der Studiengänge vermarktet werden, und später dann für die EMG. Heute ist die EMG europäischer Marktführer im Bildungsmarketing. Unsere Vision ist es, jedem dabei zu helfen, die richtige Weiterbildung zu finden. Wir haben insgesamt 150 Mitarbeiter an unserem Stammsitz in Stockholm und in unseren Niederlassungen in Deutschland, Norwegen, Dänemark und Finnland. Seit 2001 sind wir weit gekommen, aber ich glaube, der Bildungsmarkt bietet immer noch eine Menge ungenutztes Potential.

Wie ist die Idee entstanden, eine Suchmaschine für Studiengänge und Weiterbildung aufzubauen, und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Als junge Studenten haben wir immer wieder gemerkt, dass nicht nur wir selbst, sondern auch viele der jüngeren Studienanfänger oft sehr ziellos ihr Studium starteten und auch gar nicht wirklich wussten, was es für Alternativen gegeben hätte. Es gab zu dem Zeitpunkt in Schweden bereits Suchmaschinen für Wohnungen oder Jobs, aber es existierte keine Plattform, um Studiengänge zu suchen und vor allem unabhängig zu vergleichen. Aus unserer eigenen Notwendigkeit heraus haben wir also mit dem Aufbau einer solchen Suchmaschine begonnen, in der wir gute Marktchancen sahen. Und so begannen wir bei Null. Zunächst habe ich mit Marcus Boström, der einen informationstechnischen Hintergrund hatte und erste Erfahrungen als Programmierer mitbrachte, gesprochen.

Anschließend holte ich Magnus ins Boot, der damals mitten in seinem Jurastudium steckte und unserer Idee die notwendigen geschäftlichen Strukturen verschaffte, Verträge schrieb und so weiter. Wir waren alle gute Freunde und kannten uns seit Kindheitstagen, weil wir in die gleiche Klasse gingen. Alle studierten in Vollzeit und in unserer Freizeit bauten wir mit studentum.se das erste Such- und Vergleichsportal für Studiengänge auf. Wir liehen uns Computer von Freunden und unseren Familien. 2001 begannen wir also lediglich mit der inspirierenden Vision, für jeden die richtige Weiterbildung zu finden.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Nach etwa einem halben Jahr haben wir unser erstes Büro bezogen und dann kämpften wir ein bisschen mit dem Geschäftsmodell. Wir hatten eine richtig gute Dienstleistung, aber wir wussten nicht, wie wir damit Geld verdienen konnten. Dann kamen wir 2002 auf die Idee von Jahresverträgen mit Fixpreismodell und begannen damit, Schulen an Bord zu ziehen. Anfangs hatten wir alle schwedischen Universitäten und Colleges kostenlos auf der Seite gelistet, um den Nutzern unseres Portals gegenüber Vollständigkeit zu gewährleisten.

Allmählich begannen wir damit, Traffic mit guten Inhalten auf der Seite zu generieren, aber auch indem wir Partnerschaften mit attraktiven schwedischen Zeitungen eingingen. Sobald wir diesen Traffic hatten, konnten wir die Privat-Universitäten und -Colleges in Schweden als zahlende Kunden gewinnen und unser Geschäft weiter ausbauen. Die ersten drei Jahre waren wir nur auf den Studentenbereich fokussiert, bis unsere Kunden, die auch Seminare und Kurse für Fach- und Führungskräfte im Programm hatten, auf uns zukamen und sagten: „Ihr macht euren Job auf dem Studentenmarkt gut. Warum macht ihr das nicht auch auf dem Fachkräftemarkt?“

Und so haben wir es gemacht: Wir sind mit unseren Kunden gewachsen: 2004 holten wir zwei weitere Kommilitonen von der Stockholm School of Economics in unser Unternehmen, Mattias Säker und Fredrik Högemark, die mit utbildning.se die erste schwedische Suchmaschine für berufliche Weiterbildung ins Leben riefen, woraus später länderspezifische Plattformen wie kursfinder.de hervorgingen. Die Expansion in andere Länder war natürlich eine Herausforderung, denn anfangs dachten wir recht blauäugig, dass die Märkte in Deutschland, Norwegen, Großbritannien oder Dänemark auf gleiche Weise funktionieren würden wie in Schweden. Aber sie sind sehr verschieden. Wir haben alle Fehler gemacht, die man machen kann, wenn man neue Märkte erschließen will. Daraus haben wir letztendlich aber gelernt.

Was die Finanzierung angeht, haben wir uns am Anfang selbst finanziert und auf Sparflamme gelebt, was als Studenten recht gut funktionierte. Wir brauchten selbst nicht viel, hatten aber gleichzeitig auch kein Geld, um beispielsweise Werbung zu schalten. Unsere einzige Chance bestand darin, gute Inhalte zu schaffen, um via Google Traffic auf unsere Seite zu bringen. Die Medienpartnerschaften mit diversen schwedischen Zeitungen haben uns dabei sehr geholfen, da wir deren Studentenbereiche mit Inhalten füllen durften und auf deren Webseiten zum Beispiel Foren moderiert haben. Das Generieren von gutem Traffic über Google ist auch heute noch eines unserer Erfolgsrezepte. Anfänglich war es eine Zeit des sehr zähen Wachstums, aber irgendwann machten wir dann einen großen Sprung und wir wachsen seitdem kontinuierlich – und zwar organisch, bis heute.

Wer ist die Zielgruppe von kursfinder.de?
Die Zielgruppe von kursfinder.de sind Fach- und Führungskräfte in Unternehmen, die individuell auf der Suche nach einer passenden Weiterbildung sind, sowie HR- und L&D-Fachleute, die für ihre Mitarbeiter/innen nach Seminaren und Kursen suchen.

Wie funktioniert kursfinder.de?
Wir sammeln alle verfügbaren Kurse und Seminare unserer Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf unserer Plattform und unterstützen Weiterbildungssuchende dabei, den richtigen Kurs für sich zu finden. Die Weiterbildungen können dabei auch miteinander verglichen werden. Für jeden bei uns gelisteten Kurs sind alle wichtigen Informationen aufgeführt, die man braucht, um eine gute Entscheidung zu treffen, für welche Weiterbildung man sich anmeldet. Das ist eine sinnvolle Dienstleistung, die es Unternehmen, die im Weiterbildungssektor tätig sind, ermöglicht, sich und ihr Kursangebot über kursfinder.de als Marketingkanal effizient zu vermarkten.

Welche Vorteile bietet kursfinder.de?
kursfinder.de führt die Besucher unseres Portals durch den Weiterbildungsdschungel, bietet eine pfiffige Suche, Vergleichsmöglichkeiten und ein Beratungsteam, das weiterhilft, wenn ein Nutzer etwas vom Kurs abgekommen ist. Personalentwickler können Inhouse-Anfragen direkt an unser Team schicken und wir holen dazu passende Angebote von unterschiedlichen Anbietern ein. Dadurch, dass wir inzwischen in mehreren Ländern und Geschäftsbereichen etabliert sind, haben wir die Manpower, um in Sachen Produktentwicklung und Technologie ganz vorne dabei zu sein.

kursfinder.de , wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In fünf Jahren werden wir in Deutschland weiter gewachsen sein und eine bekannte Marke etabliert haben, die von Millionen Menschen im Monat genutzt wird. Ich schätze, dass man uns in den nächsten Jahren auch auf andere Art und Weisen finden kann, zum Beispiel über eine sprachgesteuerte Suche. Außerdem wollen wir für alle Kurse flächendeckend eine Buchungsfunktion direkt auf unserer Seite einrichten. Ob wir da in fünf Jahren schon sind, weiß ich nicht, in zehn Jahren aber definitiv. Und mit der ganzen EMG wollen wir Weltmarktführer in unserer Branche werden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Ein wichtiger Tipp ist, die Sache nicht zu überanalysieren und zu zögern. Du musst es einfach versuchen. Fang damit an und habe keine Angst davor. Wichtig ist es auch, Geduld zu haben. Viele Dinge brauchen ihre Zeit. Du musst langfristig denken. Erwarte nicht, dass alles über Nacht passiert. Bei uns hat es mindestens sieben Jahre gedauert, bis wir gewinnbringend gearbeitet haben und wirklich erfolgreich waren. Und zu guter Letzt sollte man sich auf ein Geschäfts- und Vertriebsmodell fokussieren. Eine Vision und Idee zu haben, ist natürlich wichtig. Aber die allein ist nie gut genug: Du brauchst ein stabiles gutes Geschäftsmodell, um erfolgreich zu sein.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Fredrik Söderlindh für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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