Tue etwas ganz oder gar nicht!

Kumpan Electric Roller im zeitlosen, coolen Design made in Remagen

Stellen Sie sich und Kumpan Electric kurz unseren Lesern vor!

Kumpan Electric stellt hochwertige E-Roller her – in eigenem Design und eigener Produktion bei uns in Remagen. Ich habe das Unternehmen 2010 gemeinsam mit meinen zwei Brüdern Philipp und Daniel Tykesson gegründet. Inzwischen sind wir ein Team von 60 Leuten und haben ca. 10.000 Roller auf die Straßen gebracht. Neben dem klassischen Endkunden-Vertrieb arbeiten wir auch viel im B2B-Bereich: Wir stellen Sharing-Anbietern wie beispielsweise den Stadtwerken Oberhausen („evo Sharing“) unsere Roller als White-Label Lösung zur Verfügung. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen im Bereich e-Mobility zu gründen?

Schon 2010 war mir klar, dass der E-Mobilität die Zukunft gehören würde. Ich hatte das Ziel, einen Roller zu entwerfen, der sowohl Fahrspaß bietet, als auch schick aussieht und zudem nicht die Umwelt belastet. Ich glaube, das ist uns ganz gut gelungen 

Welche Vision steckt hinter Kumpan?

Die Zukunft der E-Mobilität aktiv mitzugestalten und dafür zu sorgen, dass unsere Straßen von „grünen“ Fortbewegungsmitteln dominiert wird. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Letztlich hielt jede Entwicklungsstufe seine eigenen Herausforderungen parat: Zu Beginn war es der Aufbau der gesamten Produktion. Wir sind erst nach China gegangen mit dem Gedanken, E-Roller von dort zu importieren, jedoch stellte sich relativ schnell heraus, dass sie unserem Qualitätsanspruch nicht gerecht wurden. So haben wir dann angefangen in Deutschland zu entwickeln. Spätere Herausforderungen waren, einen ordentlichen Vertrieb aufzubauen und das schnelle Wachstum auch strukturell zu bewältigen. 

Finanziert haben wir uns durch einen bunten Finanzierungsmix: Nachdem wir die ersten Jahre „gebootstrapped“ haben, kamen zunächst Business Angel dazu – durchaus renommierte Namen in der Szene und strategische Partner wie der ehemalige Tesla-Manager und heutige Northvolt-CEO Peter Carlsson. Weiter ging es mit einer Crowdfunding Kampagne und Ende letzten Jahres konnten wir dann eine größere VC-Runde schließen. Damit haben wir unsere erste Übernahme gestemmt und den „Scrooser“ aus Berlin übernommen.  

Wer ist die Zielgruppe von Kumpan? 

Im B2B-Bereich ist unsere Zielgruppe Energieversorger oder Stadtwerke, die in ihrer Stadt Rollersharing anbieten möchten. Spannend sind aber auch Unternehmen, die ihre Fahrzeugflotte auf Elektro umstellen wollen- oder um Roller erweitern möchten.

Im Endkundenbereich ist unsere Käufergruppe tatsächlich derzeit Ü40; Menschen die Freude am Rollerfahren haben und Kumpan als Zweit- und Spaßfahrzeug nutzen. Wir möchten uns in Zukunft jedoch dazu eine deutlich jüngere Zielgruppe erschließen: Schüler, Studenten und junge Berufstätige, die ein hohes Nachhaltigkeitsbewusstsein haben und Kumpan als umweltschonende Alternative zu einem Auto wählen. 

Wo liegen die Vorteile gegenüber anderen Rollerherstellern? 

Die hohe Qualität verbunden mit einem zeitlosen, coolen Design. Im Rollerbereich merkt man schnell, welche Fahrzeuge günstig in China gefertigt und importiert wurden und welche echte deutsche Handarbeit sind. Es ist tatsächlich so, dass jeder Roller einzeln bei uns in der Produktion zusammengesetzt ist. Das bringt auch den Vorteil, dass wir sehr individuell beispielsweise auf Farbwünsche eingehen können – egal ob mintgrün oder ein schickes grau mit braunen Polstern. Das geht bei uns!

Dazu kommt natürlich der Umweltaspekt – unsere Roller haben eine Reichweite von 186 km, was zeigt, dass man auch mit E-Antrieb ordentliche Distanzen schaffen kann. Die Roller haben ein digitales Touchplay, außerdem können wir von „Remote“ Updates einspielen. Das Handy dient als Schlüssel, so dass mehrere Nutzer sich den Roller ganz bequem teilen können.  Zudem gibt es einen herausnehmbaren Akku, der einfach zu Hause geladen werden kann – nerviges Suchen und Anstehen an Ladesäulen ist daher in unserem Fall kein Problem.

Kumpan Electric, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Das Ziel ist pro Jahr circa 250.000 Roller auf die Straße zu bringen und sowohl im Bereich Sharing als auch im Endkundenbereich ein renommierter, globaler Player zu werden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Tue etwas ganz oder gar nicht! Wenn du dich für einen Weg entscheidest, dann widme dich auch mit vollem Herzblut der Sache – sonst wird es nichts. 

Lasse dich auf deinem Weg nicht beirren: Es werden immer auch negative Dinge passieren, Menschen werden dich begleiten, beeinflussen, enttäuschen. Bleibe daher deinem Ziel treu, egal wie groß der Berg zu sein scheint – es gibt immer einen Weg nach oben.

Bleib du selbst und vertraue deinen Fähigkeiten. Baue aber auch ein Team, das vieles besser kann als du (jeder eben in seinem Gebiet), so dass du dich voll auf deine Leute verlassen kannst. 

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Patrik Tykesson für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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