Künstliche Intelligenz wird Ärzte nicht ersetzen

Die Automatisierung und Digitalisierung schreitet in vielen Bereichen immer weiter voran, so auch in der Medizin. Die Angst, dass künstliche Intelligenz bald auch Ärzte ersetzen wird, ist daher verständlich. Wir sind dem Mythos deshalb auf den Grund gegangen und haben die Hintergründe näher beleuchtet.

Empathie kann nicht ersetzt werden

Roboter mit künstlichen Algorithmen empfindet keine Empathie dem Patienten gegenüber, dies ist aber wichtig, um deren Bedürfnisse zu verstehen und dementsprechend zu handeln. Zudem ist es nahezu unmöglich eine notwendige Vertrauensbasis aufzubauen, ohne das Gegenüber auf menschlicher Basis zu verstehen. Nur durch persönliche Kommunikation können die komplexen Denkstrukturen mancher Patienten verstanden und richtig gedeutet werden, etwa im Bereich der Psychologie. Doch auch bei persönlichen Anliegen, wenn ältere Personen etwa wegen Inkontinenz beim Hausarzt um Rat fragen, kann die Maschine den Menschen nicht ersetzen.

Die Technologie versagt in den Bereichen, in denen man die Anamnese des Patienten verstehen, mit der diagnostizierenden Person kommunizieren und die emotionalen und physischen Faktoren der Diagnose über eine Person verstehen muss.

Kreativität und Problemlösungsfähigkeiten

Menschen besitzen die Fähigkeit mit Kreativität und Intuition Probleme zu lösen. Maschinen hingegen, können nur zuvor programmierte Lösungsstrukturen und Muster aneinanderreihen, ihnen fehlt die eigenständige Denkweise, die unerlässlich ist, um Diagnosen zu stellen. Menschen sind verschieden und Krankheiten zeigen nicht bei jedem Menschen die gleichen Symptome. Um also Krankheiten richtig zu erkennen und einzuschätzen, benötigt es menschlicher Wahrnehmung und intuitiver Kombinationsfähigkeit.

Ärzte können nur zusammen mit ihren Patienten die richtige Behandlung wählen und nur Ärzte können beurteilen, ob der intelligente Algorithmus potenziell nützliche Vorschläge liefert. Kein Roboter oder Algorithmus kann komplexe, vielschichtige Herausforderungen – einschließlich der Psyche – klar interpretieren. Während die Maschine die Daten liefert, bleibt die Interpretation immer in menschlicher Hand.

Reaktion und Abwägen von Notwendigkeiten

Auch wenn ein Computer Millionen von Seiten in Sekunden lesen und durchsuchen kann, wird eine Maschine nie in der Lage sein, das Heimlich-Manöver durchzuführen. So wird es immer Aufgaben geben, bei denen der Mensch schneller, zuverlässiger und effizienter agiert als die Technik. Auch in der Pflege, wo ältere und eingeschränkte Personen nicht nur fachliche Hilfe benötigen, sondern auch menschliches Verständnis, Nähe und Interaktion, kann die künstliche Intelligenz den Menschen nicht ersetzen.

Wo der Einsatz künstlicher Intelligenz sinnvoll ist

Eine Studie in den Vereinigten Staaten zeigt, dass Ärzte und Krankenschwestern eine Vielzahl von monotonen Tätigkeiten ausführen müssen, die oft keinen direkten Bezug zum Patienten haben. So nimmt etwa die Administration bei einem durchschnittlichen Arzt bis zu 20 % seiner wöchentlichen Arbeitszeit in Anspruch. Auch in der Analyse bringt der Computer klare Vorteile, da er Daten um ein Vielfaches schneller verarbeiten kann, als es der Mensch je könnte.Es kann also durchaus sinnvoll sein, bestimmte Aufgaben im medizinischen Bereich zu automatisieren. Dadurch hat der Humanmediziner mehr Zeit sich seinen Patienten direkt zu widmen.

FAZIT

Die Antwort ist die Kombination von menschlicher Kreativität und Problemlösungsfähigkeiten mit der unendlichen Rechenleistung und den kognitiven Ressourcen der Technologie. Künstliche Intelligenz und Menschen sind am stärksten, wenn sie zusammenarbeiten. Der Einsatz von Digitalisierung und Automatisierung im Gesundheitssektor kann also hilfreich sein, jedoch wird künstliche Intelligenz niemals einen Arzt ersetzen.

Bild: pixabay

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Gerber

Sabine Gerber ist eine Journalistin und arbeitet mit Hifsmeittelprofile und Medipacket, einem Pflegehilfsmittel-Distributor. Aktuell beschäftigt sie mit dem Thema „Online Medizin“ und alles was in diesem Bereich passiert. Sie interessiert sich für die neusten Forschungen und schreibt ihre Beiträge in zugänglicher Form für breites Publikum

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