KI-Standort Schweiz: Ein Erfolgskonzept mit Vorbildcharakter

Künstliche Intelligenz wird die Welt revolutionieren. Unternehmen, die jetzt nicht handeln, werden den Anschluss verlieren.

Maschinelles Lernen, Roboter, die sicherere Entscheidungen treffen als der Mensch, autonom fahrende Autos: Künstliche Intelligenz (KI) wird die Welt revolutionieren, darin sind sich alle Experten einig. Firmen und Branchen, die es versäumen, sich im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung neu aufzustellen, werden den Vorsprung der anderen schon sehr bald nicht mehr aufholen können. Ein Land, das vielen anderen Ländern in Europa schon heute vormacht, wie die digitale Zukunft aussehen könnte, ist die Schweiz. Die dortigen Unternehmen haben erkannt, dass es keinen Sinn macht, andere Firmen und deren Strategien zu kopieren und stattdessen eigene Akzente zu setzen. Auf diese Weise ist die Schweiz zum großen internationalen Innovationsstandort in Sachen KI geworden.

Die Schweiz hat in den vergangenen Jahren eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass Innovationen kein Privileg der Weltkonzerne sind und KI-Technologien keineswegs nur den großen Industrienationen vorbehalten bleiben. Ganz im Gegenteil: Es ist insbesondere die überschaubare Größe des Landes, die entscheidend zum Erfolg des Standorts beigetragen hat. Die Wege sind kurz und das Miteinander kooperativ. Die Unterstützung der Kantone und der Regierung sorgt zusätzlich für ein Klima, das Wege eröffnet und Hindernisse beseitigt. In den Gründerzentren und Industrieparks des Landes herrschen optimale Bedingungen für Start-ups, Investoren und Think Tanks gleichermaßen.

Gleiches gilt für die Technischen Hochschulen, die weltweit zu den besten zählen. Sie fördern auf einzigartige Weise die konsequente Weiterentwicklung von Technologien bis hin zur praktischen Anwendung. Dabei arbeiten Universitäten, Fachhochschulen, große Konzerne und KMUs Hand in Hand. Gemeinsam lernen, gemeinsam investieren und gleichzeitig neue Geschäftsmodelle einführen, lautet das Erfolgsrezept. Die Hochschulen, der intensive Know-how-Transfer zwischen akademischer und technischer Forschung mit den Unternehmen sowie die aktive Förderung neuer Technologien ermöglichen der Schweiz den Fortschritt, der notwendig ist, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können – auch als vergleichsweise kleines Land.

All das folgt dem Credo: Was heute wichtig und richtig ist, ist morgen schon Schnee von gestern.

Getrieben von neuen Technologien, dramatisch verbesserten Algorithmen, der zunehmenden Konnektivität und einer stetig steigenden Rechenleistung ist der Markt beständig im Wandel. Unternehmen, die den Anschluss nicht verlieren wollen, müssen dynamisch darauf reagieren, und zwar unabhängig von ihrem jeweiligen Geschäftsmodell. Digitalisierung und KI sind nicht nur Themen, die Technologie- oder IT-Unternehmen interessieren sollten. Auch das produzierende Gewerbe kann seine Waren schließlich nur dann gewinnbringend absetzen, wenn die nötige Nachfrage gegeben ist. Im Zuge der Digitalisierung aber werden viele Produkte, die heute noch benötigt werden, künftig nicht mehr gebraucht.

KI geht also alle Branchen etwas an – Produktion und industrielle Fertigung, Transport und Logistik, Handel und Dienstleistungen, um nur einige zu nennen. Es betrifft auch kleine Unternehmen. Die Schweizer Unternehmer haben dies verstanden – und auch, dass KI-Technologien Chancen eröffnen, die Betrieben jedweder Größe gleichermaßen zugutekommen. Bei vielen kleinen und mittleren Unternehmen in Europa ist diese Erkenntnis allerding noch nicht angekommen.

So setzen etwa viele Firmen nach wie vor auf eine eigene IT-Abteilung.

Die Mitarbeiter müssen sich dort um alle Bits & Bytes kümmern: ums Netzwerk und die Telefonie, um den Support, um Enterprise-Applikationen, Technologien, die Unternehmensarchitektur und Best Practices in der Projektleitung. Diese Aufstellung ist schlichtweg ineffektiv. Infrastrukturelle Aufgaben müssen stattdessen konsequent ausgelagert werden. Das ist nicht nur kostengünstiger, es hilft auch dabei, den Fokus auf die eigentlichen Aufgaben nicht zu verlieren. Erst die Reduktion von Komplexitäten ermöglicht es, neue Räume für Innovationen, smarte Produkte und KI-Dienstleistungen zu schaffen.

Ein weiteres Kriterium, das die Schweiz auf positive Weise vom Wettbewerb abhebt, ist die Tatsache, dass der Staat den Unternehmern viel Entscheidungsfreiheit lässt. Das Land bietet damit optimale Bedingungen für Gründer, Vordenker und Talente. Ihnen werden kaum regulatorischen Hürden in den Weg gelegt. Ganz im Gegenteil: Sie finden in der Schweiz einen Standort vor, der Forschung und Entwicklung auf optimale Weise fördert. Das macht die Schweiz in Europa zum KI-Standort Nummer eins. Das Land hat auf diese Weise eine Sogwirkung erzeugt, die Entrepreneure und Experten, Freidenker, Netzwerker und Entwickler gleichermaßen anzieht – aus der ganzen Welt. Dazu trägt nicht zuletzt auch die hohe Lebensqualität bei, die das Land seinen Bewohnern bietet. Ein derartig wirtschaftsfreundliches Umfeld ist weltweit einmalig, auch wenn es mit London, Berlin und einigen israelischen Metropolen weitere erfolgreiche KI-Hubs in Europa gibt. Sie alle haben Potenzial, aber in vielen Punkten auch Nachholbedarf.

Viele Informationen und Impulse rund um das Thema Künstliche Intelligenz und zum KI-Standort Schweiz gibt es auch beim Swiss Business Lunch, zu dem die Schweizer Botschaft in Deutschland gemeinsam mit dem Swiss Business Hub Germany am 27. Juni 2019 in Berlin einlädt.

Besucher bekommen dort die Möglichkeit, sich in entspannter Atmosphäre mit fachkundigen Referenten und Vertretern verschiedener Schweizer Kantone auszutauschen, sich sinnvoll zu vernetzen und mehr über den Standort Schweiz zu erfahren. Der Swiss Business Hub Germany ist die offizielle Wirtschaftsförderung der Schweiz in Deutschland. Neben einer Keynote zum Thema „Die smarte Schweiz, ein kognitives Epizentrum“ steht eine breit angelegte Expertenrunde zum Thema KI auf dem Programm, in der viele Praktiker zu Wort kommen werden. Beginn der Veranstaltung ist um 11.30 Uhr, Ende gegen 13.30 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldungen nimmt der Swiss Business Hub unter stu.sbhgermany@eda.admin.ch entgegen.

Über den Autor:

Andy Fitze ist Schweizer Unternehmer, Co-Founder von SwissCognitive, ein Unternehmen, das die Interessen verschiedener Akteure rund um Künstliche Intelligenz (KI) vernetzt und Wissen rund um KI fördert und entwickelt. Swiss Cognitive versteht sich als globaler KI-Hub. Außerdem ist Andy Fitze Präsident des Swiss IT Leadership Forum und Vorstand bei SwissICT und ICTswitzerland. Er gilt als internationaler Top-Experte beim Thema Künstliche Intelligenz und als vernetzter Stratege, der Unternehmen rund um KI zusammenbringt – weltweit.

Weitere Informationen unter https://swisscognitive.ch.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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