Donnerstag, Dezember 2, 2021

Unternehmen können und sollten von Start-ups lernen

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Kristina Schütt EnBW, Corporate Partnership im Gründermotor Meisterklasse, im Interview

Stellen Sie sich kurz unseren Lesern vor!

Schütt: Ich bin Kristina Schütt und ich arbeite bei EnBW Innovation. Wir entwickeln neue Geschäftsmodelle in den strategischen Bereichen Connected Home, Digitaler Erzeuger, Urbane Infrastruktur und Vernetzte Mobilität. Dabei zeichnet uns vor allem aus, dass wir alle Werkzeuge eines sinnvollen Innovationsprozesses ineinandergreifend gebündelt haben. Dadurch können wir unsere Projekte systematisch von der ersten Geschäftsidee bis in die Skalierung begleiten.

Ich bin im Team u.a. für unsere Kooperation mit Gründermotor zuständig. Durch dieses Programm kommen wir in einer sehr frühen Phase mit Gründern und ihren innovativen Ideen in Kontakt. So können wir ihnen auf der einen Seite mit unseren Erfahrungen zur Seite stehen, gleichzeitig aber auch für uns entdecken, wo sich hier spannende Kooperationen ergeben könnten.

Sie sind mit der Meisterklasse #3 das zweite Mal als Corporate Partner bei Gründermotor mit dabei. Wie kam es dieses Mal dazu, dass Sie als EnBW ein eigenes Projekt mit ins Rennen geschickt haben?

Die sehr plötzlich auftretende Pandemie-Situation machte zu Beginn des Jahres vielen Plänen einen Strich durch die Rechnung, so auch den Konzerntrainees der EnBW. Diese hätten eigentlich in ihre nächste Praxisphase starten sollen, was dann aber nicht mehr möglich war.

Parallel hatten wir bei uns im Innovationsbereich eine vielversprechende Projektidee entwickelt, die wir in die Ideation schicken wollten. So ergab es sich kurzerhand, dass wir eine Gruppe aus Trainees mit dem Thema betrauten und ihnen einen Mentor aus unserem Team zu Seite stellten.

Da das alles zur gleichen Zeit geschah, als auch Gründermotor in die nächste Meisterklasse starten wollte, entstand die Idee, unser Team in dieses Programm zu schicken. Als Innovationsbereich probieren wir immer wieder neue Ansätze und Arbeitsmethoden aus, so dass die Zusammenarbeit für uns einfach Sinn machte. Bei Gründermotor sah man das genauso und so kam eins zum anderen. 

Wie hat euch das Programm geholfen, diese Idee zu einem Geschäftsmodell weiterzuentwickeln?

Die Meisterklasse hat einen strukturierten Ablauf mit verschiedenen Themenschwerpunkten. Die Teams bekommen sehr viel Input zu Methodiken und Herangehensweisen in der Geschäftsmodellentwicklung. Durch das große Netzwerk von Gründermotor konnte unser Team von der Erfahrung unterschiedlicher Experten aus zahlreichen Branchen profitieren.

Ein wichtiger Aspekt ist in meinen Augen, dass die Teams von Anfang an dazu ermutigt wurden, auf die Straße zu gehen – „get out of the building“ – und im Rahmen von Interviews ein tiefgreifendes Verständnis für ihre Kundengruppe aufzubauen. Seine eigene Komfortzone zu verlassen und sich z.B. solchen Cold Calls zu stellen, ist erst einmal ungewohnt und vielleicht auch unangenehm; hat das Team aber merklich vorangebracht.

Ich denke das ist etwas, was man gerade in größeren Konzernen so erst einmal nicht lernt. Man muss sich da ehrlicherweise die Frage stellen:  Gehen wir schon genug aus der eigenen Komfortzone heraus, um wirklich überragende Produkte zu entwickeln? Ich befürchte, dass wir zu oft auch einfach fälschlicherweise annehmen, bereits sehr gut zu wissen, was der Kunde möchte

Können etablierte Unternehmen also noch viel von jungen Start-ups lernen?

Gerade in der Energiebranche haben wir da bereits eine sehr große Reise hinter uns. Wenn ich an die Zeit vor der Energiewende zurückdenke, waren die großen Versorger da keineswegs vorbildlich unterwegs, was Schnelligkeit oder Kundenzentrierung betrifft.

Bei der EnBW ist uns aber genau das gelungen, was uns niemand zugetraut hat, nämlich dass wir den sprichwörtlich trägen Dampfer herumreißen. Also weg vom klassischen Energieerzeuger hin zu einem modernen Infrastrukturanbieter, der seine Kunden in den Vordergrund stellt. Eine EnBW, die als Vorreiter der Energiewende steht und durch innovative Lösungen wahrgenommen wird.

An dieser Transformation wirken wir bei EnBW Innovation seit mittlerweile 6 Jahren sehr aktiv mit. Wir schauen uns ganz genau an, was erfolgreiche digitale Disruptoren anders machen als wir und tragen diese neuen Ansätze in den Konzern. Diese Anpassungsfähigkeit ist ganz entscheidend für die Zukunftsfähigkeit jedes Unternehmens. Also ja, Unternehmen können und sollten von Start-ups lernen, wenn sie in einer immer schnelleren, komplexeren Welt bestehen möchten.

Wir bedanken uns bei Kristina Schütt für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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