Macht Euch einen Businessplan

Kreativ gegen Müll: Weniger Müll. Mehr Kreativität

Stellen Sie sich und Kreativ gegen Müll doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Gina Krüger. Ich bin 27 Jahre alt und lebe zusammen mit meinem Lebensgefährten und zwei Katzen in Würzburg. Das Grundkonzept von „Kreativ gegen Müll“ ist es, Verpackungsmüll nicht wegzuschmeißen, sondern stattdessen hübsche neue Dinge daraus zu machen und zu verkaufen. Wenn man so will haben mich übrigens meine beiden Katzen darauf gebracht. Die Futter-Dosen haben unseren Mülleimer regelmäßig so schnell zum überlaufen gebracht, dass der Deckel dauernd offen stand. Ich habe immer schon gerne gebastelt.

Darum habe ich überlegt, was man sonst noch so aus den Konservendosen und auch aus Altglas und anderen Verpackungen machen könnte. Aufgrund von Depressionen kann ich nicht „normal“ arbeiten. Zwei Stunden am Tag als Servicekraft in einem Krankenhaus. Das schaffe ich. Nur zum Leben reicht das nicht. Das Basteln für „Kreativ gegen Müll“ ist also ein zweites Standbein, aber auch ähnlich wie eine Ergotherapie. Der Plan ist, dass diese Form der Arbeit sich langfristig mit meiner Psyche vereinen lässt.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Wenn man in Deutschland etwas dauerhaft auf Gewinnerzielung auslegt, muss man es anmelden. Da genau das meine Absicht ist, wurde aus meinem Projekt schnell ein Unternehmen. Die Anmeldung steht allerdings noch aus. Bis jetzt befindet sich „Kreativ gegen Müll“ noch in der Vorgründungsphase. Das liegt aber auch daran, dass ich noch mit dem Steuerformular kämpfe.

Was war bei der Gründung die größte Herausforderung?

In meinem Fall vermutlich die eigene Ungeduld. Die Grundlage zur Gründung von „Kreativ gegen Müll“ ist momentan die Crowdfunding-Kampagne für das nötige Startkapital. Davon sollen Dinge wie Arbeits- und Verpackungsmaterial bezahlt werden, diverse Werkzeuge, ein Lagerraum, etc.. Durch meine Ungeduld habe ich beim Erstellen der Kampagne aber nicht gut voraus geplant. Das rächt sich jetzt. Dazu kommen viele Hintergrundinfos, an die man als Gründer-Neuling überhaupt nicht denkt. Ich z.B. habe bis vor Kurzem noch nie in meinem Leben etwas von der Impressumspflicht gehört.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Das hoffe ich! Denn bei mir ist definitiv noch nicht alles perfekt. Aber ich denke auch, wenn man tatsächlich erst alles perfekt haben möchte, bevor man startet, startet man nie. So lange ein Unternehmen oder Projekt besteht ist es in einem Entwicklungsprozess. Genau wie wir Menschen uns bis zum Tod fortwährend weiter entwickeln. Meiner Meinung nach kommt es auf das passende Mittelmaß zwischen „im Voraus alles perfekt“ und „irgendwie einfach mal anfangen“ an.

Welche Vision steckt hinter Yuka Yume und Kreativ gegen Müll?

Einen für mich depressionstauglichen Arbeitsalltag schaffen und dabei etwas für Umwelt, Tier und Mensch tun. Bei dem Projekt geht es nicht nur um Upcycling. Aus den Erlösen heraus sollen auch regelmäßige Spenden in verschiedene Organisationen für Umwelt- und Tierschutz und soziales Engagement fließen (z.B. Ärzte ohne Grenzen). Verpackung und Versand der Produkte erfolgt ohne Plastik und Druckaufträge für Werbung u.a. gehen an eine Druckerei, die ausschließlich Recycling-Papier und Öko-Farben verwendet und mit Öko-Strom produziert.

Ursprünglich waren „Yuka Yume“ und „Kreativ gegen Müll“ übrigens zwei völlig verschiedene Dinge. „Yuka Yume“ sollte eigentlich mein Pseudonym als Schriftstellerin werden.

Wer ist die Zielgruppe von Yuka Yume?

Absolut jeder. Es gibt so viele Möglichkeiten, was man aus altem Verpackungszeug alles machen kann. Das geht vom Nachtlicht für Kinder bis zum Gedenk-Windlicht für einen verstorbenen Freund über bunt bemalte Bonbon-Schalen, verwunschene Kerzenhalter, schlichte Organizer für den Schreibtisch oder Schmuckdosen im Leopardenmuster. Die Möglichkeiten sind schier endlos. Mittelfristig möchte ich auch Geschäftskunden mit meinem Angebot erreichen. Für Restaurants oder Cafés kämen zum Beispiel Tischdekorationen in Frage, die an den bestehenden Stil angepasst sind und die Tischnummer zeigen.

Yuka Yume, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Puh, das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Seit 2018 hat sich so viel bei mir verändert, womit ich 2017 noch überhaupt nicht gerechnet hätte. Daher bin ich mit Vorhersagen sehr vorsichtig geworden. Was ich mir aber wünsche ist eine eigene Werkstatt, die nach meinen Bedürfnissen eingerichtet ist inkl. Lager und Büro. Sofern Corona es je wieder zulassen wird, würde ich über kurz oder lang auch gerne Kindergärten und Pflegeheime und dergleichen besuchen und dort gemeinsam basteln. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Zu aller erst: Macht Euch einen Businessplan. Er ist das Herz all Eurer Planung.

Als zweites: Holt Euch Hilfe bei Eurer zuständigen IHK. Dort finden Gründer eine Fülle an Informationen, Hilfestellungen, Seminaren und so weiter.

Und drittens: Lasst Euch von niemandem einreden, dass Ihr es aus diesem oder jenem Grund lieber bleiben lassen solltet. Wenn ihr etwas machen wollt, dann macht es. Hauptsache Ihr seit in Eurem Businessplan ehrlich zu Euch selbst.

Link zum Crowdfunding

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei  Gina Krüger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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