Gönn Dir Pausen

Kranichlampe DesignerLampe aus Birkenholz mit weissen Origami Kranichen

Stellen Sie sich und das Startup Kranichlampe doch kurz unseren Lesern vor!
Hallo, ich bin Barbara Streit, 21 Jahre alt aus Schwäbisch Gmünd. Zur Zeit studiere ich Interaktionsgestaltung an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd. Meine Kranichlampe entwickle ich seit 2015, 2016 habe ich gegründet. Ich bin keine ausgebildete Produktdesignerin, deswegen habe ich mir viel selbst beigebracht. Der Weg war und ist unheimlich spannend, aber auch nervenaufreibend.

Wie ist die Idee zur Kranichlampe entstanden?
Tatsächlich hat mich irgendwann einfach der Schlag getroffen. Als ich 15 war hab ich immer gern und viel gebastelt, modelliert, gemalt- einfach alles ausprobiert, was mir in den Kopf gekommen ist, ohne darüber nachzudenken. Irgendwann hab ich meine Deckenlampe abmontiert und 156 bunte Origami Kraniche mit Pattafix an Schnüren an die Decke gepappt. Aber ohne meinen Freund hätte ich nie den Schritt gemacht, das ernsthaft weiterzuverfolgen. Er hat mich dazu motiviert, schließlich zu gründen.

Welche Vision steckt hinter der Kranichlampe?
In meinem Herzen bin ich ein Licht-Mädchen. Ich liebe es, wie die richtige Lichtstimmung einen Raum oder Ort komplett verwandeln kann. Außerdem liebe ich es, wenn Leute mit den Kranichen interagieren. Die Lampe wirkt fast lebendig, weil alles beweglich ist. Sie reagiert auf den leichten Luftzug, wenn man an ihr vorbei geht oder sie anpustet. Wenn man lüftet, fangen die Kraniche an zu tanzen. Ich mag es, wie man anfängt, sie gern zu haben.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung war tatsächlich zu wissen, was zu tun ist. Das „Wie“ ist meistens irgendwie herauszufinden, aber „Was ist alles zu tun, wenn man ein Unternehmen gründet, das ein Produkt verkaufen will?“ – dafür gibt es keine Patenanleitung auf Wikipedia. Oft braucht man die richtigen Ansprechpartner und die richtigen Bücher, um keine gesetzliche Vorgabe, Versicherung, oder Richtlinie auszulassen. Finanziert habe ich mich größtenteils mit Erspartem und privaten Investitionen von meinen Eltern. Ich weiß, dass das eine sehr komfortable Situation ist. Ich konnte die Kosten aber auch dadurch verkleinern, dass ich meine Website selbst gemacht habe. Ebenso wie das Design meines Logos, der Visitenkarten usw. Ich arbeite viel mit Social Media, das bietet eine super Plattform und kostet wenig bis nichts.

Wer ist die Zielgruppe von Kranichlampe?
Alle Menschen, die ein Faible für schöne Dinge haben. Im Moment konzentriere ich mich auf Frauen über 30 Jahre in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Interesse für Design, Mode und Architektur.

Kranichlampe DesignerLampe aus Birkenholz mit weissen Origami KranichenWas ist das Besondere an den Lampen?
In jedem Raum sind sie ein Hingucker. Wie schon beschrieben liebe ich es, dass sie so lebendig wirken. Je nach Leuchtmittel, die ich separat anbiete, ändert sich auch der Schattenwurf der Lampe, so kann der Besitzer selbst entscheiden, was ihm besser gefällt.

Wie ist das Feedback?
Ich bekomme viel positives Feedback, hauptsächlich von Frauen zwischen 18 und 24 Jahren, die mich über Social Media kontaktieren. Gute Kommunikation ist mir sehr wichtig, viele Einfälle und Ideen sind direkt oder indirekt auch von meiner Community inspiriert.

Kranichlampe, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Der nächste große Schritt ist die Akquise von Handelspartnern. Ich verspreche mir sehr viel davon, die Lampe in Möbel- oder Lampenhäusern zu platzieren. Ich denke, dass ich so die Zielgruppe 30+ besser erreichen kann. Außerdem wirkt sie „in echt“ natürlich nochmal ganz anders als auf einem Bild. In 5 Jahren mache ich entweder etwas ganz anderes und verfolge die Idee, die mich zur Millionärin macht , oder ich kann meine Lampe dann in mehreren EU Ländern, am liebsten aber in Saudi Arabien anbieten. Dann würde ich mir eine Kranich-Falte-Maschine kaufen (das gibt’s tatsächlich) und so die Produktion skalierbar machen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Umgebe Dich mit den richtigen Leuten. Damit meine ich Beratungsstellen wie die IHK, andere Gründer oder Vorbilder, die dich inspirieren und mit denen Du sprechen kannst. Ihre Erfahrungen sind manchmal Gold wert- vor allem werden sie viel Verständnis für Deine Situation haben. Und vergiss nicht die Menschen in Deiner Umgebung mitzunehmen auf Deine Reise. Deine Freunde, Partner und Eltern sollten wissen was Du tust. Du wirst Dich definitiv verändern, hilf ihnen, das zu verstehen.

Gönn Dir Pausen. Wenn Du frustriert bist, oder das Gefühl hast, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen, nimm Dir eine Auszeit. Geh nach draußen, mach, was Dir Spaß macht, krieg den Kopf frei. Mach mal ein Wochenende Pause. Du bist der Antrieb dieser Unternehmung. Du brauchst vor Allem Kraft und Inspiration. Das sind Ressourcen, die ab und zu ausgehen. Das klingt vielleicht ein bisschen esoterisch, aber versuche herauszufinden, was Deine Batterien wieder auflädt.

Und zum Schluss: Nutze Deine Chancen. Gehe auf Messen und Wettbewerbe, zeig Deine Idee bei einem Pitch, suche die Öffentlichkeit. Es gibt wirklich viele Plattformen, grade findet z.B. wieder der Elevator Pitch BW statt, an dem ich dieses Jahr teilnehmen werde. Wir leben in einer wirklich sehr gründerfreundlichen Zeit, nutze das! Und glaub immer an Dich!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Barbara Streit für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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