So funktioniert die Kooperation zwischen lokalen Händlern und Onlinehandel

Innenstädte sterben aus

Wer kennt dieses Phänomen nicht? Plötzlich ist der kleine Krämerladen an der Ecke geschlossen und auch der frische Duft nach Brötchen strömt morgens nicht mehr von der Bäckerei in die Wohnung. In zahlreichen deutschen Städten verschwinden diese inhabergeführten Läden aus den Straßenbildern. Leerstand oder die Ansiedlung von großen Ketten sind die Folge und verändern das liebgewonnene Stadtbild. Der Schuldige für dieses Stadtsterben ist schnell gefunden: Der Onlinehandel. Keine Ladenmiete und geringe Personalkosten machen den stationären Geschäften offensichtlich das Überleben schwer. Aber auch die steigenden Mieten in beliebten Vierteln tragen zu dieser Entwicklung bei.

Onlinehandel nicht erlebbar

Der Onlinehandel hingegen ist überall erreichbar und auch Kunden aus ländlichen Regionen können von diesem Service profitieren und ersparen sich lange Fahrtwege in die nächste Stadt. Einfach per Klick einkaufen und der Postbote bringt die gewünschten Produkte direkt an die Wohnungstür. Die Onlinehändler sparen sich die Kosten für Ladenmiete, Einrichtung und Personal, aber kämpfen mit einem anderen Problem. Wie kann man den Kauf erlebbar machen und anhand von Bildern und Texten von der Qualität überzeugen? Zur Verbesserung des Kauferlebnisses wurden in den letzten Jahren viele nützliche Features dafür entwickelt. Produktvideos, Bewertungsportale und der Chat mit Servicekräften sind nur einige Beispiele. Je größer und teurer der Artikel wird, desto größer ist die tendenziell die Skepsis, sich diesen Artikel online zu bestellen.

Win-Win Situation für stationären- und Onlinehandel

Wieso wird aber eher nach dem „Schuldigen“ gesucht anstatt gemeinsam Lösungen zu entwickeln? Sowohl der stationäre als auch der Online Handel haben Hindernisse zu überwinden und könnten voneinander profitieren. Viele Einzelhändler betreiben Ihre Geschäfte seit Jahrzehnten und können sich nicht vorstellen, dass der Onlinehandel ohne den Service von Fachverkäufern funktionieren kann. Der Onlinehandel denkt bei dem stationären Handel eher an ein verstaubtes Image, was häufig nicht zum modernen Konzept passt und dazu noch sehr kostenintensiv ist.

Kooperationen heißt das Zauberwort

BRUNO ist ein Matratzen Start-Up aus Berlin, Sie haben ein innovatives Konzept entwickelt, wobei beide Seiten voneinander profitieren. „ Als wir nur unsere Matratzen verkauft haben, war der offline Handel noch kein großes Thema für uns. Mit unserem Boxspringbett kam von Kundenseite aber verstärkt der Wunsch auf, dass Boxspringbett vor dem Kauf anzusehen, da es ein zentrales Element im Schlafzimmer ist“ so Bruno Gründer Felix Baer. Nach einem erfolgreichen Pop-Up-Store in Berlin Mitte wollte Bruno diese Richtung weiter verfolgen, jedoch ohne langfristig eigene Geschäfte zu betreiben. Die Idee war schnell geboren, man hat die erste Showroom Kooperation in Berlin mit einem lokalen Möbelhersteller begonnen. Das Boxspringbett kann angeschaut und probegelegen werden, der Verkauf erfolgt aber weiterhin bequem online.

Abweichend von dem gängigen Modell in der Möbelbranche zahlt BRUNO seinen Partnern keine Provision, sondern ein festen Mietzuschuss pro Monat, damit sollen auch kleine Geschäfte eine Planungssicherheit erhalten, unabhängig davon, wie viele Betten tatsächlich verkauft werden. Zusätzlich werden für beide Hersteller auch neue Zielgruppen erschlossen, denn wer greift nicht gerne zu, wenn es passend zum Bett noch schicke Kissenbezüge gibt. Mittlerweile hat BRUNO 6 Showroom Kooperationen in verschiedenen Städten in Deutschland.

Dieses Beispiel zeigt, dass der Online- und der Offlinehandel nicht zwangsläufig in einem Konkurrenzverhältnis zueinander stehen müssen, sondern durchaus voneinander profitieren können.

Theresa Walz

Theresa Walz ist bei Bruno Bett im Online Marketing Manager

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