Es gibt immer mehr als einen Weg zum Ziel

kolula SUP: Verleih von Stand Up Paddling Boards!


Stellen Sie sich und kolula kurz unseren Lesern vor!

Kolula, das sind Lars Ermisch und Steven Bredow, uns verbindet eine langjährige Erfahrung im Bereich Profisport und Sport-Management, aber in erster Linie ist es unsere Leidenschaft für den Wassersport. Wir haben uns vor einigen Jahren durch den SUP-Sport kennengelernt und sind seitdem Freunde und seit zwei Jahren nun auch Geschäftspartner.

Basis unseres Geschäftsmodells ist der durch die digitale Transformation extrem schnell wachsende Trend der Sharing Economy, welche den Nutzer an die Stelle des Eigentümers setzt. Unternehmen wie Airbnb, Uber, DriveNow, Coup, nextbike belegen das große Potenzial der durch das Smartphone generierten On-Demand-Welt. Digitalisierung und Automatisierung sind die Zukunft in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Wir bieten die Freiheit, einfach und selbstbestimmt, jederzeit aufs Wasser zu kommen.

Wir wollen den Zugang zu SUP einfach machen, das bedeutet auch „kolula“ in der Sprache der Zulu.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Manche Menschen sind in einem Anstellungsverhältnis perfekt aufgehoben, für andere ist eine Selbstständigkeit der bessere und erfüllendere Weg.

Wir haben beide schon vorab Erfahrungen in eigenen Unternehmen gesammelt und konnten dabei verschiedene, innovative Geschäftskonzepte ausprobieren. 

Das Thema automatisierte SUP-Vermietung, kam vor einigen Jahren schon einmal bei uns zur Sprache. Es hat jedoch fast zwei weitere Jahre gedauert, bis wir uns zur Gründung eines gemeinsamen Unternehmens entschieden haben.

Welche Vision steckt hinter kolula?

Unsere Vision ist, den Zugang zu Freizeitprodukten so unkompliziert zu machen wie es die Mobility/Sharing-Industrie vorgemacht hat.

Menschen wollen mehr Abwechslung in ihrem Leben, was sich auch auf die Freizeitgestaltung auswirkt. Durch unser System haben Kunden die Möglichkeit, an verschiedenen Locations paddeln zu gehen, mit dem gleichen Anspruch an Qualität und Funktionalität. Man muss sich kein eigenes Material mehr anschaffen und sich über die Vor- und Nachteile von hochpreisigen oder günstigen Boards Gedanken machen. Unsere Stationen bieten gleichbleibend hohe Materialqualität und unseren Kunden den Vorzug, auch mal vor der Arbeit paddeln gehen zu können oder mit einer Gruppe vorab zu buchen und eine Tour langfristig zu planen. Logistik, Lagerung und das Problem des Aufpumpens und Wertverfalls sind nicht mehr Thema. Wir gehen beide gerne und viel Stand Up paddeln und kennen die Probleme, die sich häufig daraus ergeben…Unser Produkt vereint genau das, was wir uns als Kunde immer gewünscht haben – Einfache Handhabe, Spontanität & Spaß auf dem Wasser!

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Herausforderung gab es viele in den fast zwei Jahren seit unsere Gründung. Die Finanzierung ist, wie vermutlich bei den meisten Gründungen, der entscheidende Faktor gewesen.

Zudem haben wir ein saisonales Produkt. Wir hatten ursprünglich geplant 2018 zu starten. Aufgrund verschiedener Umstände kam es zu großen Verzögerungen und somit dann zum Start im Sommer 2019. So etwas kann passieren und war im Endeffekt für uns vielleicht auch „gesünder“, jedoch hätten wir den Jahrtausendsommer 2018 gerne mitgenommen auf dem Wasser.

Eine weitere große Herausforderung war, dass wir als gelichberechtigte Partner Entscheidungen treffen müssen. Daran mussten wir uns erst gewöhnen. Auch wenn die Idee bei beiden die gleiche ist, kann das jeweilige Bild im Kopf zum Endprodukt auch mal ein anderes sein.

Unsere Finanzierung ist ein buntes Potpourri. Wir haben neben öffentlichen Fördergeldern, Mikromezzanin und einer Kontokorrentlinie bei unserer Hausbank auch einiges an Eigenkapital einfließen lassen. Dieses wiederum kommt zum Teil auch aus privaten Darlehen im Familienumfeld. Die Finanzierung einer neuen Geschäftsidee ohne entsprechenden Vergleichswert ist in Deutschland leider nicht sehr einfach, da Banken oft Sicherheiten verlangen, die mit einem neuen Geschäftsmodell in der Gründungsphase nicht abbildbar sind. 

Für unser geplantes Wachstum sind wir aktuell auf der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten, um unserer Pläne für die Zukunft realisieren zu können.

Wer ist die Zielgruppe von kolula SUP?

Eigentlich jeder, der gerne in der Natur und auf dem Wasser unterwegs ist. Einzige Voraussetzung ist, dass man schwimmen kann.

Im Grunde kann jedoch jeder mit einem Smartphone mit kolula paddeln gehen. Stand Up Paddling ist so abwechslungsreich, dass wirklich jeder seinen Rhythmus findet – ob sportlich aktiv, entspannt alleine in der Natur oder gesellig mit Freunden und Familie. Es gibt SUP-Yoga und aktive Rennsportler, aber auch Menschen, die einfach die Ruhe und Einsamkeit auf dem Wasser suchen.

Unserer Kunden schätzen den unkomplizierten Zugang zu tollen Tourenbrettern, die vom Einsteiger bis zum Profi allen Anforderungen gerecht werden. Zudem haben wir einige wunderschöne Locations, die es sich zu entdecken lohnt.

Unsere Zielgruppe umfasst gleichermaßen Frauen als auch Männer. Die bisherigen Zahlen zeigen jedoch, dass besonders Menschen zwischen 25 und 40 unser Angebot nutzen und der Anteil der Frauen bei über 50% liegt.

Wie funktioniert kolula SUP? Wo liegen die Vorteile?  Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unser System funktioniert über eine Web App, der ein Buchungssystem angeschlossen ist.

Der Kunde geht auf unsere Webseite, mobil oder am Desktop, und kann über die interaktive Karte oder in der Stationsliste die nächstgelegene bzw. gewünschte Station auswählen.

Im Buchungsprozess findet man Infos zu dem jeweiligen Standort, inklusive Tourenempfehlungen und praktischen Hinweisen. Nach Zahlung per Kreditkarte oder Paypal bekommt der Kunde ein Mail mit einem Bestätigungslink geschickt. Dieser Link fungiert als Schlüssel für das Schließfach. Wir geben unserem Kunden 15 Minuten Kulanzzeit vor und nach der Buchung, um das Material zu entnehmen und seine privaten Sachen im Schließfach zu verstauen.

Nur das Handy darf nicht im Schließfach vergessen werden, da damit das Fach geöffnet wird.

Eine Einweisung für unerfahrene Paddler sowie Hinweise zum Verhalten auf dem Wasser bekommt der Kunde sowohl per Mail und im Buchungsprozess als auch auf unserer  Infotafel an den Stationen.

Sicherheit für unsere Kunden und ein richtiges Verhalten auf dem Wasser sind uns sehr wichtig.

Vorteile für den Kunden gibt es einige. Neben den Vorteilen, die eine Miete gegenüber einer Anschaffung bietet mal abgesehen, hat der Kunde durch den automatischen, standardisierten Prozess in wenigen Minuten Zugang zu seinem Board. Die SUP-Tour kann sowohl für einen geplanten Termin als auch spontan vor Ort gebucht werden. Der Kunde hat immer eine direkte Transparenz über die Verfügbarkeit des Materials. 

Die Automatisierung und Personalfreiheit ermöglicht es unseren Kunden, auch zu wenig frequentierten Zeiten bequem und einfach an ein SUP zu kommen, z. B. morgens vor der Arbeit und zum „Sundowner“. Außerdem kann Stand Up Paddling als Sport oder als entspannter Ausgleich zum Alltag betrachtet werden – und das nicht nur an den sonnigen Tagen und zu Zeiten, wenn viele Paddler ihre Zeit auf dem Wasser nutzen.

Durch den Bestand von jeweils 12 Boards pro Station haben wir die Möglichkeit, auch Standorte für das Paddeln zu erschließen, die für einen größeren SUP Vermietung nicht nutzbar wären. 

Diese Standorte bieten häufig wunderschöne Paddelreviere, jedoch keine Möglichkeit eine „normale“ SUP Vermietung zu etablieren.

Ein weiterer großer Vorteil besteht für gastronomische oder touristische Einrichtungen. Ohne zusätzliche Kosten, Personal- und Materialaufwand können sie einen Mehrwert für ihre Kunden bzw. den Standort oder die Region schaffen. Wir haben vom Campingplatz über Hotels bis zur Gastronomie alles dabei. Egal ob Strandbad oder Biergarten am Wasser, das Zusatzangebot und die Bewerbung durch uns sorgt beim Standort für mehr Umsatz und Angebot.

Die Selbstbestimmtheit und Einfachheit im Mietprozess ist eine der wichtigsten Unterschiede zu anderen Anbietern. Zudem können diese „klassischen Vermietstationen“ aus wirtschaftlichen Gründen nur eine Verfügbarkeit zu für sie lukrativen Zeiten gewährleisten. Bei kolula hat der Kunde zu jeder Tageszeit und auch bei „nicht perfektem“ Wetter die Möglichkeit aufs Wasser zu gehen, komplett frei wählbar. Zudem bietet die Anzahl der kolula Stationen die Möglichkeit an verschiedenen tollen Orten paddeln zu gehen, ohne sich auf neue Abläufe im Vermietprozess oder Unterschiede beim Material Gedanken zu machen.

Wir sehen uns jedoch nicht als Konkurrenz zu den existierenden Anbietern, sondern bieten SUP-Schulen und Instruktoren die Möglichkeiten der Kooperation, indem diese unsere Stationen nutzen, um Kurse und Angebote anzubieten.

Wie ist das Feedback?

Bisher ist das Feedback durchweg positiv. Sowohl Kunden als auch unsere Standortpartner sind mit der Funktionalität und dem Ergebnis sehr zufrieden. 

Natürlich gibt es noch Verbesserungsbedarf an einigen Stellen und Potentiale können und sollen zukünftig noch besser genutzt werden. Für unsere erste Saison und die wenigen Wochen am Markt sind wir jedoch sehr zufrieden. Wir konnten in den ersten Wochen viel lernen, was wir nun in die Weiterentwicklung und Verbesserung einbringen können.

Auch das Feedback aus anderen Tourismusregionen in Deutschland, aber auch aus dem Ausland war sehr groß. Wir haben Emails von Interessenten aus der Schweiz, USA und Russland. Das Konzept von kolula trifft auf jeden Fall einen Nerv in der Tourismus- und Sportindustrie.

kolula SUP, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Das ist eine schwierige Frage für ein junges Unternehmen. Aktuell sind wir sehr begeistert über das Feedback und das Interesse an uns und unserem Unternehmen. Allerdings fahren wir gerade in einem Kreisverkehr mit vielen Ausfahrten, viele Dinge können noch passieren und es kann in sehr unterschiedliche Richtungen gehen.

Aktuell sind wir dabei, Modelle zu erarbeiten, die uns eine nationale Expansion ermöglichen. Die Finanzierung der doch recht hohen Produktionskosten ist hierbei einer der wichtigsten Punkte auf unserer To-Do-Liste. Wir werden definitiv weitere Stationen aufstellen. Aktuell arbeiten wir an verschiedenen Modellen, die u.a. auch Franchise, Lizenz oder Kauf beinhalten. Die nächsten Wochen und Monate werden dahingehend sehr spannend werden! 

Wir hoffen für unsere Zukunft einen Finanzpartner zu finden, der uns ein gesundes Wachstum ermöglicht und der uns dabei hilft, das Potential unseres Geschäftskonzeptes vollumfänglich zu nutzen. Wir sind bei vielen Dingen noch lange nicht am Ende der Möglichkeiten angelangt.

In fünf Jahren möchten wir in Deutschland und im Ausland kolula SUP Stationen sehen und wissen, dass unser Konzept auch andere so begeistert wie uns selbst. Auch die Ausweitung des Konzeptes auf andere Produkte in und außerhalb der Sportbranche ist möglich. Wir haben einige Ideen in der Schublade, die bei Gelegenheit auch rausgeholt werden sollen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Es gibt immer mehr als einen Weg zum Ziel, prüft alles genau und entschiedet euch für den, der am besten zu euch passt. Und bleibt euch dabei treu.

Verlasst euch nie auf EINE Aussage. Holt euch immer verschieden Meinungen ein, besonders bei Themen, in denen ihr selbst wenig bis keine Expertise habt. Manchmal lohnt es sich vorab eine kleine Summe zu investieren, um etwas zu validieren, anstatt am Ende eine hohe Rechnung für etwas zu zahlen, was für euch die falsche Wahl war.

Klärt eure Finanzierung vorzeitig ab. Seid realistisch mit den Zahlen und den Kosten. Geldsorgen sind Existenzsorgen und können ein kreatives Arbeiten sehr belasten. Versucht Reserven zu haben oder sorgt für Unterstützung.

Fotograf: Paul Ganse

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Lars Ermisch und Steven Bredow für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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