Wenn man etwas nicht kann, dann lass‘ es andere Leute machen

KletterLetter individuell gestaltbare Premium Katzenmöbel: Was werden die Löwen zu dem Design Kratzbaum sagen

Stellen Sie sich und Ihr Start-Up Unternehmen KletterLetter doch kurz vor!
Mein Name ist Lutz Spendig, ich bin noch keine 40 Jahre, bin in Verden an der Aller (in der Nähe von Bremen) geboren und aufgewachsen und wohne seit 2002 in Düsseldorf. Ich bin gelernter Hotelfachmann und habe 12 Jahre in der gehobenen Gastronomie gearbeitet. Von 2009 bis 2015 war ich in verschiedenen Marketingagenturen in leitenden Positionen im Vertrieb tätig. Im Jahre 2014 kam mir die Idee zu KletterLetter.

KletterLetter sind individuell gestaltbare, weltweit einmalige Premium Katzenmöbel die in sämtlichen Buchstaben-, Zahlen und ausgewählten Sonderzeichenformen verfügbar sind. KletterLetter-Besitzer haben somit die Möglichkeit aus allen erdenklichen Farben, Stoffen und Materialien zum Beispiel den Anfangsbuchstaben ihrer Katze oder ihres eigenen Vornamens als Designelement im Wohnraum zu platzieren. Unsere Katzenmöbel sind für den Betrachter aber erstmal gar nicht als Kratzbaum wahrnehmbar. Die Sisalkratzflächen und Liegekissen sind der Form des Möbels angepasst und dadurch optisch nicht dominant oder hinter dem Möbel gekonnt versteckt.

Wie ist die Idee zu KletterLetter entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee zu KletterLetter entstand Anfang 2014 als ich mit meiner Partnerin Nadine zwei Ragdoll Katzen in unsere Familie aufgenommen habe. Wir wollten Finnley und Kimba einen neuen Kratzbaum kaufen und haben hierfür im Internet und im stationären Handel nach stylischen Katzenmöbeln geschaut. Dort haben wir aber nichts gefunden, was unserem Anspruch von einem ästhetischen Katzenmöbel entspricht. Eigentlich fanden wir überall nur diese extrem hässlichen Plüschmonster und Kratzmöbel mit wenig inspirierendem Design. Daraufhin haben wir uns entschlossen etwas Eigenes zu entwickeln.

Durch Zufall haben wir ein paar Tage später in einem Schaufenster große 3D Buchstaben gesehen und haben sofort überlegt, ob man die typischen Kratzbaumfunktionen nicht in einem solchen Möbel verarbeiten könnte. Nach etlichen Zeichnungen und Gesprächen mit Schreinereien stand fest: Unsere Idee ist technisch umsetzbar. Das Gründerteam kennt sich privat seit 2005 und lebt zusammen. Aufgrund der bisherigen Auftragslage ist KletterLetter derzeit zum Großteil noch eine One-Man-Show von Lutz.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Nachdem wir mit mehreren Bekannten gesprochen haben wie sie die Idee zu KletterLetter finden und dort durchweg positive Resonanz erfahren haben, war für uns der Schritt zur Unternehmensgründung klar. Die Gründung eines Unternehmens mit einem Produkt und einer Idee für die man zu 100% brennt, ist darüber hinaus die einzige Möglichkeit aus dem Hamsterrad einer abhängigen Beschäftigung zu entfliehen. Etwas Eigenes aufzubauen entspricht dem – leider irgendwann in der Kindheit abhanden gekommenen – Antrieb der kreativen Eigenständigkeit. Lutz war schon immer eher der Freidenker, daher war dieser Schritt eine logische Konsequenz.

Von der Idee bis zum Start. Was waren die bis jetzt größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Nach dem Zuspruch durch unser direktes Umfeld haben wir eine Marktanalyse durchgeführt und festgestellt das der Bedarf an hochwertigen und stilvollen Möbeln für Menschen und Katzen noch viel Potenzial bietet. Die größte Herausforderung war mit Sicherheit die Tatsache das wir beide noch überhaupt kein Unternehmen gegründet haben und wir uns erst einmal in das Thema einlesen und einarbeiten mussten. Dank des Internets und zahlreicher Bettlektüren waren uns die wichtigsten Schritte dann aber irgendwann klar. Eine unserer größten Sorgen war es allerdings, dass jemand, der über ausreichend Netzwerk und Kapital verfügt, von der Idee Wind bekommt und diese dann ganz einfach kopiert. Deswegen haben wir als allererstes professionelle Zeichnungen unserer Designs erstellen lassen und diese dann deutschlandweit, und sogar teilweise in Europa und den USA patentrechtlich schützen lassen.

Finanziert haben wir das Ganze mit einem kleinen privaten Startkapital von ca. 5.000€, der Rest der Investitionskosten (ca. 30.000€) wurde durch den fortlaufenden Cash Flow aus der UG und aus der weiterhin bestehenden nichtselbstständigen Arbeitsleistung erbracht.

Wer ist die Zielgruppe von KletterLetter?
Unsere Zielgruppe sind Menschen mit einem ausgeprägten Sinn für Ästhetik und gehobenen Designanspruch in Ihrem Zuhause und gleichzeitig dem Bewusstsein für einen artgerechten Lebensraum für Ihre Katzen. Also kurz gesagt: Menschen die einen schönen Kratzbaum suchen. Je nach Wunschmodell sollte unsere Zielgruppe zudem über etwas Platz im Wohnraum verfügen.

Was ist das Besondere an dem Kratzbaum?
Das Besondere an KletterLetter Kratzbäumen ist mit Sicherheit das außergewöhnliche Design und die Blickfänge auf sich ziehende Form sowie die stilvoll integrierte Kratzbaumfunktionalität. Die Art und Weise wie es uns gelungen ist diese Faktoren zusammenzubringen gab es bisher nicht. Zudem hat der Kunde die Möglichkeit aufgrund der unendlichen Auswahl an Farben, Stoffen und Materialien das Möbel so zu gestalten, dass es perfekt zu ihm und seiner Katze sowie natürlich auch in seinen Wohnraum passt. Wir haben Kunden die zwischen einem Gemälde und einem KletterLetter hin und herüberlegt haben. Bilder haben viele Zuhause an der Wand, aber einen mit Licht schön in Szene gesetzten KletterLetter nur wenige. Daher punkten wir auch beim Thema Einzigartigkeit. KletterLetter sind auch eher Kunstwerke und Designelemente als typische Katzenmöbel.

Kann man seinen Kratzbaum auch individualisieren?
Selbstverständlich kann man den Kratzbaum individualisieren. Das ist definitiv eine der großen Vorteile unsere Idee. Jedes Möbel ist zu 90% Handarbeit vom Meisterschreiner und ein Unikat, weil die Kunden aus über 250 RAL Farben, 20 Furnieren, 5 Sisalfarben und 30 Kissenfarben wählen können. Wem das noch nicht ausreicht, dem bauen wir den KletterLetter auch gerne in Klavierlack, mit Blattgold überzogen oder mit Carbonbeschichtung.

Wie ist das Feedback auf den Kratzbaum?
Das Feedback unserer Kunden ist durchweg positiv. Wir bekommen regelmäßig von unseren Kunden, selbst die, die ihren KletterLetter schon mehr als zwei Jahre haben, Bilder geschickt. Immer mit dem Vermerk, dass der KletterLetter Kratzbaum eine sehr gute Entscheidung war, das Invest definitiv wert war und dass er immer noch jeden Tag von den Katzen zum Spielen, Schlafen und Krallen wetzen genutzt wird. Solche Komplimente und die Rückmeldung der Kunden, dass man uns weiterhin viel Erfolg mit dieser tollen Idee wünscht sind es letztendlich die einem das Unternehmerherz aufgehen lassen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Höhle der Löwen zu bewerben?
Aus unserem Umfeld kam mehrfach der Vorschlag, dass wir uns mit diesen mega coolen Katzenmöbeln doch unbedingt bei der VOX-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ bewerben sollen. Aber das hat uns noch nicht den nötigen Antrieb gegeben. Letztendlich war es ein Post von einem Bekannten auf Facebook, der einen Link geteilt hat, dass man sich für die neue Staffel „Die Höhle der Löwen“ bewerben kann und das haben wir dann auch gemacht.

Wie haben Sie sich auf die Höhle der Löwen vorbereitet?
Wir haben uns mit einem wirklich intensiven Pitch-Training auf die Sendung vorbereitet. Hierbei haben wir sämtliche bisherige Staffeln aus Deutschland und auch aus den USA (Shark Tank) angeschaut und, was uns am meisten geholfen hat, aus unserem engsten Bekanntenkreis die kritischsten Personen herausgesucht und mit ihnen den Pitch auf der Bühne mehrfach durchgespielt. Sie haben dabei die Rolle der Investoren eingenommen und haben uns mit den unmöglichsten Fragen durchlöchert. Dies war ein sehr guter Indikator, welche Fragen aufkommen könnten.
Das Ganze haben wir auf Kamera aufgezeichnet um so festzustellen, ob wir neben unseren Antworten auch von Gestik und Mimik authentisch wirken. Am Drehtag selber haben wir noch einmal den Pitch mit Coaches durchgespielt. Da wir schon etliche Jahre berufstätig sind, war es sehr spannend zu sehen wie schwer es am Anfang doch ist, etwas auswendig zu lernen.

Sie sind eines der wenigen Start-Up Unternehmen das es in die Höhle der Löwen geschafft hat. Wie motivierend ist das für Sie und was versprechen Sie sich von der Show?
Wir sind natürlich super stolz das die Auswahl auf uns gefallen ist. Wir wissen aber auch, dass in Deutschland sehr sehr viele sehr gute Ideen und Start-Ups vorhanden sind, die es mit Sicherheit auch verdient hätten in dieser Sendung auf der Bühne zu stehen. Letztendlich ist es wie beim Fußball, es gehört auch immer etwas Glück dazu. Unsere Bewerbung wurde glücklicherweise von katzenaffinen Menschen gesichtet, die das Problem der unästhetischen Kratzbäume kennen und das Potenzial unserer Idee – das Zusammenleben zwischen Menschen und Katzen zu verbessern – erkannt haben. Wir würden lügen, wenn wir sagen, dass wir uns nicht wünschen würden, dass KletterLetter nach Ausstrahlung jetzt durch die Decke geht.

Es wäre ein Traum, wenn wir aus KletterLetter DIE Premiummarke für Katzenmöbel schlechthin machen, wenn wir eine große Firma aufbauen, hierfür Personal einstellen und natürlich jede Menge Katzen und ihre Besitzer glücklich machen könnten. Uns ist aber auch klar, dass eine gute Idee und ein Auftritt in der Höhle der Löwen kein Garant für dauerhaften Erfolg sind. Deswegen versprechen wir uns erstmal eine gute Resonanz bei den Zuschauern und den Medien. Das heißt, wir hoffen, dass unsere Idee von einem stilvollen Katzenmöbel auf die gleiche Begeisterung trifft, wie wir sie selber für unser Design und die Funktionalität jeden Tag empfinden.

Wie wichtig ist dieser Schritt für Sie als Start-Up Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch die Show viele Interessenten und auch Medien auf KletterLetter aufmerksam werden?
Der Auftritt bei der Höhle der Löwen wird mit Sicherheit ein Meilenstein in der Geschichte von KletterLetter. Je häufiger der Name KletterLetter on- und offline genannt wird, umso höher ist die Chance Interessenten auf uns aufmerksam zu machen und hieraus dann Kunden zu gewinnen. Jetzt bleibt abzuwarten, ob wir auch einen Investor für KletterLetter und die zielgruppenaffinen Medien (u.a. High-End Design Magazine) begeistern können. Eines ist aber sicher: Ohne diese reichweitenstarke Sendung würden wir wahrscheinlich noch Jahre brauchen, um den gleichen Bekanntheitsgrad zu erlangen.

Ziel der Show „Die Höhle der Löwen“ ist es, dass die Löwen investieren und der Deal zustande kommt. Welchen der Löwen haben Sie als Investor im Fokus?
Wir haben zwei Löwen im Fokus. Da Lutz aus Norddeutschland kommt, ist der Hamburger Unternehmer Ralf Dümmel mit seiner Expertise im Non-Food-Bereich und seiner Erfahrung in Handel und Vertrieb mit Sicherheit ein sehr geeigneterer Partner. Er weiß wie man etwas kosteneffizienter herstellt und in den Geschäften platziert, daher glauben wir wäre er der richtige für unser Unternehmen. Aber auch Judith Williams finden wir sehr interessant, weil wir ihre Art sehr mögen und sie bewiesen hat, wie man alleine durch Teleshopping Produkte erfolgreich platziert. Wir wissen bei beiden leider nicht, ob Sie ein Faible für Katzen bzw. für Katzendesign im Wohnraum haben. Dies wird mit Sicherheit auch ein wesentlicher Punkt sein, um einen Investor zu begeistern.

KletterLetter Katzenmöbel, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir möchten KletterLetter in den nächsten 5 Jahren als die bekannteste Katzenmöbel Marke positionieren und darüber hinaus weitere Projekte und Produkte, die das Zusammenleben zwischen Mensch und Katze verbessern, vorantreiben. Des Weiteren möchten wir uns verstärkt im sozialen Bereich für Kinder und Katzen bzw. Tiere im Allgemeinen einbringen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Als Allererstes sollten sich Gründer wirklich im Klaren sein, ob Ihre Idee das Thema ist für das Sie 100% brennen. Inspiriert durch Vera F. Birkenbihl stellen wir uns immer folgende Frage: Würdest Du dieses Projekt angehen oder diesen Auftrag annehmen, wenn Du wüsstest, Du hast nur noch eine kurze Zeit zu leben? Wenn man so seine alltäglichen Aktivitäten bewertet, bekommt man einen ungeheuren klaren Blick auf das was man will und was man nicht will. Wenn man dann sicher ist, diese Idee ist mein Traum, mein Baby, dann darf einen nichts und niemand aufhalten.

Man darf sicherlich mal langsamer gehen und auch mal eine Rast einlegen, aber niemals abdrehen und aufgeben. Zu uns haben am Anfang – als klar war in welchem Preissegment wir unterwegs sind – einige uns nahestehenden Personen gesagt, das ist viel zu teuer, das braucht keiner, ihr verkauft nicht einen KletterLetter. In 2016 waren es 20 Möbel. Einfach machen und nicht zu viele Gedanken von außen zu lassen.

Der letzte Tipp ist uns erst vor kurzem klargeworden. Wenn man etwas nicht kann, dann lass‘ es andere Leute machen. Das soll heißen, wenn man keinen Plan von Vertrieb hat, dann hol dir jemanden der das kann. Wenn du von Administration und Büroorganisation keinen Plan hast, dann lass das jemand Externes machen oder stelle jemanden ein. Nutze Deine Zeit für Deine Stärken und verschwende sie nicht mit dem Verbessern von Schwächen.

Bild Julia Posniak und Lutz Spending aus Düsseldorf präsentieren die Katzenmöbel Serie KletterLetter. Sie erhoffen sich ein Investment von 50.000 Euro für 20 Prozent ihres Unternehmens. Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Sehen Sie KletterLetter den Desing Kratzbaum am 26.September in #DHDL

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Julia Posniak und Lutz Spending für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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