Montag, Oktober 25, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Kipli: nachhaltige und natürliche Bettwaren und Möbel

Stellen Sie sich und das Startup KIPLI doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind Antoine Loredo und Davide Ballotta. Gemeinsam haben wir Kipli im Jahr 2017 mit dem Ziel gegründet, den Einrichtungsmarkt mit nachhaltigen und natürlichen Bettwaren und Möbeln zu revolutionieren. Wir möchten ein Bewusstsein dafür schaffen, woraus ein Großteil aller verkauften Möbel und Bettwaren besteht und ein nachhaltigeres Konsumverhalten in diesem Bereich anstoßen.

Beispielsweise bestehen 90 % aller in Europa verkaufter Matratzen aus synthetischen Schäumen, die aus erdölbasierten Materialien gefertigt werden. Sie sind nicht biologisch abbaubar und werden am Ende Ihres Lebens entweder vergraben oder verbrannt. Deshalb haben wir eine natürliche und nachhaltige Alternative aus Naturlatex entwickelt: Unser Kernprodukt die Kipli Matratze. Inzwischen haben wir unsere Produktpalette um weitere Wohntextilien und erste Möbel erweitert, mit dem Ziel, Ihr gesamtes Zuhause von Schadstoffen zu befreien.

Studien zufolge sind unsere Wohnräume bis zu zehnmal mehr von Schadstoffen belastet als die Außenluft. Diese werden von Möbeln, Textilien, Baumaterialien oder Putzmitteln freigesetzt. Besorgniserregend, wenn wir bedenken, dass wir ca. 90 % unseres Tages in geschlossenen Räumen verbringen. 8 Stunden täglich davon im Schlafzimmer auf unserer Matratze. Diese enthält oft Weichmacher, Pestizide, Insektizide und Flammschutzmittel… Einen ersten Schritt in Richtung einer schadstoffbefreiten Luft im Schlafzimmer schafft hier unsere Matratze: 100 % Naturlatex und garantiert schadstoffgeprüft.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Davide: Schon 1998 arbeitete meine Familie am Stadtrand von Mailand in der Herstellung von Naturlatexmatratzen. Über 20 Jahre baute mein Onkel Mario mit seiner eigenen Fabrik für Naturlatexmatratzen Know-How rund um die Arbeit mit dem natürlichen Rohstoff auf. Als Ingenieur der erneuerbaren Energien liegt mir die Materie nahe – im Zusammenschluss mit Antoine – leidenschaftlicher Geschäftsmann und Wirtschaftswissenschaftler – sind wir heute das perfekte Gründer-Duo und verfolgen seit 2017 das Ziel, einen Wandel im Konsumverhalten mit dem Leitgedanken „Bring nature home“, anzustoßen. 

Welche Vision steckt hinter KIPLI?

Die meisten in Deutschland verkauften Möbel werden aus China importiert. Giftige Klebstoffe und Lacke sowie rekonstituiertes Holz bilden dabei fast ausschließlich das Konstrukt dieser Möbel. Die Folge? Eine viel zu hohe Schadstoffbelastung in unseren Innenräumen – in denen wir uns, wie oben schon erwähnt, in unseren Breitengraden am meisten aufhalten. Die Folge für die eigene Gesundheit lässt sich hier leicht erahnen. Unsere Vision: Keine Produkte synthetischen Ursprungs. Möbel aus echtem Holz. Möbel ohne Giftstoffe. Wir wollen die Natur nach drinnen bringen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Anfänglich haben wir uns rein über Eigenmittel finanziert und wir waren von Anfang an profitabel. Unser schnelles Wachstum war ein großer Erfolg, hat als Hersteller sowie Anbieter von Produkten aber zur Folge, dass ein Bestand erst finanziert werden muss, bevor dieser verkauft wird. Ende 2018 haben wir hierfür 250.000 Euro von Business Angels erhalten. Ende 2019 haben wir noch einmal ein Investment von 2 Millionen von Alter Equity erhalten. Ab dann konnten wir in verschiedene Projekte investieren – erste Boutiquen, neue Produkte, eine neue Website, unsere Internationalisierung…

Grundsätzlich zählen zu den allgemeinen, größten Herausforderungen Personalfragen, die Organisation und Umsetzung interner Abläufe, Produktthemen rund um die Qualität sowie Entwicklung aber auch die Logistik: Betten, Matratzen, Möbel – das sind sperrige und schwere Produkte. Da kann die Logistikfrage schnell eine schwierige sein.

Wer ist die Zielgruppe von KIPLI?

Unser Produktsortiment ist für jeden gemacht. Jeder benötigt ein Bett. Wir sprechen vor allem eine Zielgruppe an, die auf eine ressourcenschonende, gesunde und natürliche Einrichtung setzt.

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir wählen für die Herstellung unserer Produkte die besten natürlichen Materialien und bieten damit eine echte Alternative zu synthetischen und erdölbasierten Produkten, welche der der Umwelt schaden. Zudem sind Kipli Produkte gesund: Wir verwenden ausschließlich schadstoffgeprüfte Rohstoffe. Alle unsere Produkte erfüllen ein hohes Maß an Langlebigkeit durch kompromisslose Qualität und werden mit größter Sorgfalt innerhalb Europas (in Deutschland, Italien und Frankreich) gefertigt.

KIPLI, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir sind ein französisch-italienisches Unternehmen. Nach der Eröffnung dieser beiden Märkte sind unsere Produkte seit 2020 nun auch auf dem deutschen Markt erhältlich. Diese konsequente Expansionsstrategie werden wir maßgeblich ausbauen –  unser Ziel ist es, der europäische Marktführer für nachhaltiges Wohnen zu werden. Wir wollen jedes einzelne Zuhause natürlich und gesund gestalten. Wir wollen das IKEA des natürlichen Wohnens werden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

In gute, erfahrene Mitarbeiter:innen investieren (Dies bedeutet gerade am Anfang hohe Personalkosten, was in der Regel aus Haushaltsgründen durch die Einstellung von Berufseinsteiger:innen umgangen wird)

In Produkte investieren: Einwandfreie Produkte höchster Qualität bieten

Von Anfang an in die Marke investieren: Gerade zu Beginn wird dies oft vernachlässigt

Wir bedanken uns bei Antoine Loredo und Davide Ballotta für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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