Nie sein Ziel aus den Augen verlieren

kindoo Kinderkleidung mieten statt kaufen

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen kindoo doch kurz unseren Lesern vor!
Wir sind Daniel (32) und Bea (42) aus dem schönen Frankfurt am Main und sind im privaten ein Paar.
Wir lösen das große Problem ungenutzter Kleiderberge. kindoo ist die ideale Lösung für alle Eltern, die ihre Kinder in den ersten Lebensjahren modisch aktuell und hochwertig einkleiden möchten, ohne dabei alle paar Wochen hohe Ausgaben für neue Kinderkleidung zu haben. Zeit-und energieraubender Wiederverkauf der kaum gebrauchten Teile gehört auch der Vergangenheit an. Kinderkleidung wird mehrfach genutzt und wir finden es toll, ein Teil raus aus der Wegwerfgesellschaft zu sein. Verlieben sich Eltern in ein Teil, weil daran eine Erinnerung geknüpft ist, können sie die gemietete Kinderkleidung ganz einfach abkaufen. Die bezahlten Monatsmieten bis dahin werden auf den Kaufpreis angerechnet.

Wie ist die Idee zu kindoo entstanden?
Daniel und ich sind 5-fach-Tante- und Onkel. Meine Schwester hat letztes Jahr ihr Baby bekommen, Daniels Schwester Zwillinge und meine Cousine legte nochmal Zwilling drauf. Alles im sonnigen Mai 2015. Ab dann waren wir pleite aber hörten vor allem das Klagen, dass so ein Baby geradezu unglaublich viele Kleider braucht, weil die kleinen Racker in etwa so schnell wachsen wie eine Blumenwiese im Frühling. Und schon war die Idee geboren. Daniel hat seinen Job gekündigt, seine ganze Kraft in kindoo gesetzt und losgelegt. Das Sharing-Modell Kinderkleidung zu vermieten passte nicht nur zu uns und unserem umweltbewussten Leben, es gab auch nicht wirklich viele Mitbewerber und unsere Eltern-Umfrage bestätigte zudem das Vorhaben.
Und wir mieten ständig. Ganz klassisch unsere Wohnung, das kindoo Lager, das Auto im Urlaub oder auch mal eine Teppichreinigungsmaschine aus dem Baumarkt. Das kennt Jeder, das ist nix Neues. Doch uns haben es die neuen und innovativen Konzepte des bewussten „sharings“ (Carsharing, Food-Sharing etc.) angetan. Wir lieben es zu teilen, dabei die Umwelt zu schonen und natürlich Geld zu sparen.
Sharing is caring und immer mehr Menschen wird dies, zum Glück, bewusst. Warum muss ich alles besitzen, wenn ich es auch einfach und kostengünstiger nur (be)nutzen kann? Manche hielten „sharing“ für einen Trend oder einen kurzen Hype – doch er hält sich und hält sich und hält sich. Immer mehr neue Sharing-Plattformen finden sich im Internet und auf immer mehr Portalen wird geteilt und getauscht. Warum auch nicht? Mir gefällt was, ich miete es und gebe es nach einer Zeit zurück. Weil es nicht mehr passt, ich es nicht mehr brauche und nutze oder ich mich dran statt gesehen habe. Der Nächte darf sich nun freuen und ich mich wiederrum über die nächste Sache, die ich mir als neu miete

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung war die Namensfindung! Als dieser endlich stand und wir beide damit glücklich warten war die nächste Herausforderung die Finanzierung.
Wir haben uns im 1. Schritt aus privaten Mitteln finanziert, die ganze Familie musste ran und hat uns viel geholfen. Im 2. Schritt wurde uns der KFW Kredit genehmigt. Der 3. Und nächste Schritt ist die Suche nach Investoren, hier sind wir aktuell in den ersten Gesprächen.
Und aktuell ist die Herausforderung die ständige Optimierung aller Prozesse. Ständig müssen Workflows überdacht und optimiert werden. Aber das macht so unglaublich viel Spaß – wir lieben diese täglichen Herausforderungen sehr!

Wer ist die Zielgruppe von kindoo?
Mamis und Papis aus allen Einkommensschichten und in jedem Alter.

Wie funktioniert kindoo?
Eltern gehen in unseren Shop, wie sie es von jedem andrem Shop auch kennen und haben die Wahl zwischen neuen und neuwertigen (bereits verliehenen und anschließend professionell gereinigten) Teilen. Sind die Babys und Kids aus den Kleidungsstücken herausgewachsen, werden sie an kindoo zurückgeschickt, dort auf Mängel überprüft, gereinigt und erneut vermietet.
Seit ein paar Wochen kann man die Kinderkleidung auch direkt kaufen. Neu oder Neuwertig, hier war immer wieder die Nachfrage, der wir gerne gefolgt sind.

Wie lange können die Kleidungsstücke gemietet werden
Der bezahlte Mietpreis für die Kindermode gilt erst einmal für 4 Wochen. Man kann aber einen bestimmten oder alle Artikel auch länger behalten und zahlt nach den 4 Wochen tagesgenau. Schickt der Kunde seine Sachen zurück, rechnen wir die Zusatztage aus und berechnen diese.
Sich in einen Artikel verlieben ist kein Problem! Jeden Artikel kann man behalten und diesen zum Restwert kaufen. Der Restwert errechnet sich aus dem UVP des Herstellers minus der bis dahin gezahlten Miete, also nie mehr, als das, was der Artikel gekostet hätte.

Wie ist das Feedback ?
Wir können durchaus sagen, dass wir nach nur wenigen Monaten auf dem Markt zufrieden sein dürfen. Unsere Kunden sind so toll und posten sogar ihre Kids in den Sachen auf Social Media und verlinken und ganz oft. Die täglichen Bestellungen von Neukunden und Bestandskunden zeigen, dass das Konzept Kindermode zu mieten von Interesse ist. Das freut uns sehr und darum machen wir weiter und haben noch Einiges vor.

kindoo, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Fünf Jahre sind eine lange Zeit, schauen wir mal auf 2017 !
kindoo wird in Kürze das Lager verdreifachen. Durch die größere Auswahl, sollen mehr Kunden gleichzeitig bedient werden und durch die Erweiterung der Größen bis 116 werden auch Eltern größerer Kinder angesprochen. Die Nachfrage nach größeren Größen war von Anfang an da. Aus diesem Grund kauften wir auf den letzten Messen bis sechs Jahre ein und vergrößern damit deutlich unser Sortiment und die Auswahl für den Kunden.
Unser Shop-System wird und soll im nächsten Jahr weiterentwickelt werden. Es sind einige eigens programmierte Erweiterungen in Planung. Unser individueller Kundenservice soll weiter ausgebaut werden und damit eine stärke Kundenbindung erzielen. Und wer weiss, vielleicht gibt es auch bald eine eigene kindoo Kollektion, imemrhin wissen wir ganz genau, welche Kleidung der Renner ist !

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Durchhalten
2. Hart arbeiten
3. Nie sein Ziel aus den Augen verlieren

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Daniel und Bea für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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