Gestresst und überfordert: So fühlen sich Mütter deutschlandweit während der Corona-Pandemie.

Das Mainzer Naturkosmetik Start-Up das boep hat eine Umfrage unter seinen Kund*Innen initiiert.

Und über 1150 Antworten überwiegend von Müttern zwischen 18 und 44 Jahren erhalten. 75% der Kinderbetreuung und des Homeschoolings lagen während der Corona- Pandemie auf ihren Schultern. Weniger als ein Viertel bekommen tatsächliche Entlastung durch die Notbetreuungs-Angebote; viele stoßen an ihre Belastungsgrenzen.

Seit 2015 vertreibt das Mainzer Unternehmen Pflegeprodukte für Babys und Kinder, Ärztin und Gründerin Dr. Michaela Hagemann hat sie einst für ihre eigene Tochter entwickelt. Schwanger mit ihrem dritten Kind, weiß die Jungunternehmerin (30) genau, vor welchen Herausforderungen junge, berufstätige Familien stehen. Deshalb war es ihr persönliches Anliegen, von ihren Kund*Innen zu erfahren, wie sie die aktuellen Herausforderungen während der Corona-Pandemie meistern. Die von ihr initiierte Umfrage liefert nun wichtige Ergebnisse: Über 1150 Personen haben ihre Umfrage in dem Zeitraum vom 8.-12.05.2020 beantwortet, davon sind 97% Frauen zwischen 18 und 44 Jahren, von denen wiederum 75% Kinder unter 10 Jahren betreuen. Die Teilnehmer*Innen kamen zu rund 90% aus allen Teilen Deutschlands, zu 5% aus Österreich und zu 3% aus der Schweiz. In diesen drei Ländern ist das boep bereits großflächig im Einzelhandel vertreten und steht mit seinen Kund*Innen über Instagram, Facebook und einen Newsletter im regen Austausch.

Rund 78% der befragten Mütter zwischen 18 und 44 Jahren mit Kindern unter 10 Jahren gaben an, sich in der letzten Zeit häufiger gestresst zu fühlen als üblich. Über 60% gaben auch an, sich häufiger überfordert und machtlos zu fühlen als vor der Pandemie und ihren Folgen. Die Umfrageergebnisse lassen die Gründe erahnen: Laut eigener Einschätzung übernehmen die befragten Frauen aktuell rund 75% der Kinderbetreuung und des Homeschoolings – häufig zusätzlich zu einer Erwerbstätigkeit. Im Schnitt sind die Partner*innen nur an 25% der Kinderbetreuung beteiligt.

Belastungsprobe: „Rund um die Uhr für beide Kinder da zu sein mit kaum Unterstützung und allem gerecht zu werden“

Die Notbetreuung der Kitas und Schulen bringt in der Zielgruppe des jungen Unternehmens trotz gelockerter Aufnahmekriterien kaum Entlastung. Weniger als ein Viertel der befragten Mütter gab an, dass ein Teil der Betreuung durch Einrichtungen übernommen werde. Wenig überraschend ist daher, dass der größte Wunsch in den letzten Wochen von rund 25% der Mütter die Öffnung der Kitas, Schulen oder anderen Betreuungseinrichtungen war. Der einzige Wunsch, der noch häufiger angegeben wurde (35% der Antworten), war die Beendigung oder Lockerung der Kontaktbegrenzung. Schließlich waren es gerade die Kontaktsperren, die familiäre Hilfe kaum zuließen. Hier zeigt sich klar: Die Notwendigkeit der Maßnahmen wird durchaus akzeptiert, es ist vor allem die fehlende Möglichkeit alternative Betreuungen zu organisieren, die belastet.

Interessant war auch, dass die Gruppe der Frauen zwischen 18 und 44 Jahren mit Kindern unter 10 Jahren sich häufiger gestresst und überfordert fühlt, als die Gruppe der Frauen im gleichen Alter ohne Kinder (77% vs. 54%, bzw. 65% vs. 46%). Bei der Frage nach der Einsamkeit und Machtlosigkeit hingegen antworten beide Gruppen annähernd gleich (70% vs. 60%, bzw. 62% vs. 62% – siehe Tabelle unten).

Auf die offene Frage „Was belastet Dich privat aktuell am meisten?“ wiesen über 40% aller Befragten auf den Mangel an sozialen Kontakten hin; den eigenen Mangel, aber auch den der Kinder – und die psychischen Folgen, die aus einem Mangel an Kontakten resultieren. Kinder seien verunsichert und spürten, dass sich die Koordinaten ihrer Welt verschoben haben. Rund ein Fünftel der Mütter gab an, dass die aktuelle Situation ihre Kinder stark bis sehr stark belaste; fast zwei Fünftel gaben an, die Situation belaste ihre Kinder zumindest „ein wenig“.

Neuer Alltag: „Jonglage zwischen Home Office & Home Schooling plus Alltagsaufgaben im Haushalt und null Pausenzeit für mich“

Besonders im Vergleich zu Frauen im gleichen Alter ohne Kinder fällt auf, dass die befragten Frauen mit Kindern häufig beklagen, „niemandem gerecht zu werden“. Weder den Kindern, dem/der Partner*in, noch sich selbst. Die Mehrfachbelastung an allen Ecken kumuliert in einem erschöpfenden Mangel an Zeit für sich alleine und für Zweisamkeit (10% nannten dies als größte Belastung) stellt eine Belastungsprobe da, die trotz der neuesten Lockerungen weiter anhält.

Dr. Michaela Hagemann fordert nun die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft auf, endlich die grundlegenden Interessen der Familien, der Mütter und ihrer Kinder zur Kenntnis zu nehmen. Und mit den Betroffenen gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, wie Familienleben und Erwerbsarbeit auch in Zeiten von Corona wieder funktionieren kann. Sie appelliert nachdrücklich an alle, sich gemeinsam für diese Ziele einzusetzen und von veralteten Rollenmodellen und der ungerechten Verteilung von Lasten Abstand zu nehmen.

Quelle das boep GmbH  

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