Macht euch darauf gefasst, dass ihr nie einen Zeitplan einhalten werdet

Kerbholz: Das Label für Uhren und Sonnenbrillen aus Holz

Wie ist die Idee zu Kerbholz entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Matthias und Ich (Moritz) brachten aus Zentralamerika die Faszination für Naturmaterialien und vor allem Holz mit. Gleichzeitig hatten wir das Gefühl, dass es zwar im Möbeldesign und in der Architektur schon immer ein Riesenthema war, aber in der Mode des Alltags gestaltungstechnisch noch viel Potential lag. Wir haben dann ein wenig überlegt und recherchiert und fingen dann 2011 mit der Planung und dem Design der Holz-Sonnenbrillen an. Die Uhren kamen dann 2013 dazu.
Adrian und Chris waren Freunde von uns die wir fragten, ob sie mitmachen wollten – sie sagten ja und so wurde die vierfreunde GmbH gegründet der bis heute die Marke Kerbholz gehört.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Seit 4 Jahren ist es für Kerbholz jedes Jahr eine massive Kraftanstrengung sich das Kapital zu beschaffen, dass es für den nächsten Schritt in seiner Entwicklung benötigt. Ich bin gespannt ob das irgendwann aufhören wird. Mittlerweile haben wir ein Crowdinvesting und ein Crowdlending mit lendico hinter uns gebracht.

Wie hat sich das Unternehmen seit dem Start entwickelt?
Kerbholz wächst relativ stabil 300% – 400% pro Jahr seit Gründung.

Wer ist die Zielgruppe von Kerbholz?
Der typische Kerbholz Kunde ist zwischen 20 – 50 Jahren, meist Stadtmensch und interessiert sich für Gestaltung im weiteren Sinne (sei es jetzt Mode, Musik oder ein Braun Radiowecker)

Aus welchem Holz bestehen die Brillen und Uhren?
Unterschiedlich. Wir arbeiten mit Ahorn, Palisanderarten und verschiedenen Furnierhölzern.

Wo werden die Produkte hergestellt?
Die Produktion erfolgt in Asien – technische Komponenten wie Uhrwerke oder Die Brillengläser werden von europäischen Firmen zugekauft.

Wie sollte man die Brillen und Uhren pflegen?
Die Haut pflegt die Produkte tatsächlich erstaunlich gut. Aber wenn man was machen will ist Bienenwachs ein heißer Tipp.

Kerbholz, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
5 Jahre sind in unserer Branche eine extrem lange Zeit. Wenn die Marke Kerbholz in 5 Jahren noch besteht, wird sie sich als Marke für nachhaltige Mode Accessoires international etabliert haben. Wenn nicht – dann haben wir eben eine andere Marke ;). Persönlich würde ich gerne noch 1-2 andere Projekte umsetzen – wenn man erstmal angefangen hat, unternehmerisch zu denken, ist es schwer, wieder aufzuhören.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Fangt klein an – denn ihr habt keine Ahnung.
Ich habe auf Start-Up Veranstaltungen viele Business Pläne gesehen von Leuten, die direkt das ganz große Rad drehen wollten und dafür viel Geld brauchten.Wenn wir vor 4 Jahren viel Geld gekriegt hätten – wir hätten viel verloren. Scheitern im kleinen schützt meines Erachtens nach ein Stück weit vor dem Scheitern im Großen.

Wer nebenbei gründet, hört auch nebenbei wieder auf
Wenn ihr gründet, dann macht es Vollzeit. 4 von 5 Startups scheitern und meiner Erfahrung nach, liegt es bei den Meisten daran, das Zeit und und Energie nicht ausreichend aufgebracht wurden um aus einer guten Idee ein gutes Unternehmen zu formen.
Kerbholz nahm erst richtig Fahrt auf, als wir wirklich ALLES andere liegen ließen und uns komplett davon abhängig machten.

Alles wird schief gehen.
Macht euch darauf gefasst, dass ihr nie einen Zeitplan einhalten werdet, nichts auf Anhieb funktionieren wird und selbst wenn ihr alles richtig gemacht habt es irgendwer, irgendwo, irgendwie verkacken wird. Plant daher für jedes Projekt die doppelte Zeit ein von dem was ihr für realistisch haltet. Und davon am besten nochmal das doppelte.

Wir bedanken uns bei Moritz Blees für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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