Selbstständigkeit ist ein harter und steiniger Weg

KAYA&KATO: Label für fair produzierte , stylische und hochwertige Arbeitskleidung

Stellen Sie sich und das Startup KAYA&KATO doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Stefan Rennicke. Ich bin einer vor drei Gründern von KAYA&KATO. Mit unserem Unternehmen produzieren wir stylische und hochwertige Arbeitskleidung. Gestartet sind wir mit Schürzen, mittlerweile haben wir unser Portfolio auf Kochjacken, Servicebekleidung sowie andere ergänzende Textilprodukte für die Gastronomie und Lebensmittelbranche ausgeweitet. Respekt, Fairness und Qualität sind für uns fundamentale Bestandteile unserer Wertschöpfungskette. Konkret bedeutet das, dass wir auf die Herstellung der von uns verarbeiteten Rohstoffe und vor allem auf anständige Arbeitsbedingungen achten.

So sind all unsere Konfektionen in Europa. Das verringert unsere Marge, bedeutet aber gleichzeitig, dass wir sicher sein können, dass keine 14-jährigen Mädchen 18 Stunden-Schichten schieben müssen. Man könnte auch sagen, wir interessieren uns dafür, wer an der Herstellung unserer Produkte mitarbeitet. Das geht dann auch soweit, dass wir nach Uganda zu den Bauern fahren, um uns anzuhören, was die Probleme beim Anbau der Baumwolle sind oder regelmäßige Gespräche mit Arbeitnehmervertretern in den Konfektionen führen.

Wie ist die Idee zu KAYA&KATO entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Außer mir gehören noch Stefanie Rennicke und Lillo Scrimali zum Gründerteam von KAYA&KATO. Stefanie hat jahrelang Erfahrung im Marketing großer Brands und Lillo ist gefragter Musikproduzent und Arrangeur, der mit den Fantastischen Vier, Max Herre und Cro arbeitet. Wir saßen abends in einem tollen Restaurant mit gutem Essen, guter Atmosphäre und toller Einrichtung. Nur das Servicepersonal war in billigste Schürze gekleidet – das passte überhaupt nicht in das Gesamtkonzept. Aus diesem Eindruck heraus haben wir KAYA&KATO entwickelt, haben uns den Textilmarkt angeschaut und schnell festgestellt, dass der Bereich der Arbeitsbekleidung extrem preisgetrieben ist und andere Aspekte kaum eine Rolle spielen. Wir drei Gründer sind vom Prinzip der Nachhaltigkeit fest überzeugt. Da haben wir angesetzt: Für uns spielen Aspekte wie Anbau der Rohstoffe, Verarbeitung, Arbeitsbedingungen eine zentrale Rolle.

Fast 100 Prozent unserer Produkte sind aus Biobaumwolle, die aus Entwicklungsländern kommt, wo diese Themen heikel sind. Da kommen uns meine Erfahrungen aus zehn Jahren internationaler politischer Zusammenarbeit zugute. Einer meiner Arbeitsbereiche war die Arbeit mit afrikanischen Ländern. Ich habe unzählige Entwicklungsprojekte gesehen und bin fest davon überzeugt, dass man als Unternehmer mit einer verantwortungsvollen Unternehmensführung sehr viel erreichen kann. Während meiner Tätigkeit kam ich auch immer wieder mit Baumwollprojekten in Kontakt. Es gibt wohl kaum ein deutsches Unternehmen in dieser Branche, das über so viel entwicklungspolitisches Know-how verfügt wie wir.

Welche Vision steckt hinter KAYA&KATO?
Wir möchten Unternehmen dafür sensibilisieren, auf Nachhaltigkeit und Qualität zu setzen und Mensch und Umwelt beim Kauf von Produkten nicht aus den Augen zu verlieren. Gleichzeitig geht es uns aber auch um das Design und Funktionalität von Arbeitskleidung. Um stylische Designs und bestmögliche Funktionalität bieten zu können, arbeiten unsere Designer mit Profis aus der jeweiligen Berufssparte zusammen. Unsere Grillschürze haben wir beispielsweise gemeinsam mit dem Chefkoch aus dem Kult-Burgerladen „Die Fette Kuh“ in Köln entwickelt. Unsere Kochjacke wurde in Design und Funktionalität mit den Sterneköchen Erik Scheffler und Sonja Baumann konzipiert. Nur so können wir sicherstellen, dass unsere Produkte im Einsatz überzeugen. Je nach Auftrag entwickeln wir aber auch stylische, hochwertige und fair produzierte Arbeitskleidung passend zum Design und Außenauftritt unserer Kunden. Aktuell produzieren wir beispielsweise für ein deutsches 3-Sterne-Restaurant die Uniformen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Wir mussten eine komplette Produktionskette aufbauen. Das war eine echte Herausforderung, an der wir immer noch feilen und wahrscheinlich immer weiter feilen werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Produzenten wollten wir wissen, wer was unter welchen Umständen produziert. Es ging also nicht darum, schnell eine Produktlinie auf den Markt zu bringen, die in asiatischen Billiglohnländern unter zweifelhaften Bedingungen hergestellt wird. Inzwischen haben wir ein gutes Partnernetzwerk, so dass bei der Produktion unserer Textilien höchste Qualität und faire Produktionsbedingungen im Fokus stehen. Durch unser Partnernetzwerk haben wir Zugriff auf den knappen Rohstoff Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau. Nur ca. 1 % der Weltbaumwollproduktion ist Bio-Baumwolle. Finanziert haben wir uns durch Eigenkapital und ein Darlehen von der Bank.

Wer ist die Zielgruppe von KAYA&KATO?
Wir produzieren mit unserem Label KAYA&KATO zurzeit Berufsbekleidung mit dem Schwerpunkt auf die Gastronomie, Hotellerie, Lebensmittelhersteller und Einzelhandel. Mittlerweile werden unsere Schürzen aber auch in Gärtnereien, bei Friseuren und Barbern getragen – alle haben gemein, dass sie Wert auf eine hochwertige Arbeitskleidung legen und daran interessiert sind, wo und wer ihre Bekleidung gemacht hat.

Was ist das Besondere an der Arbeitskleidung?
Die Arbeitskleidung von KAYA&KATO sieht nicht nur sehr gut aus, sondern ist zu 100% aus biologisch angebauter Baumwolle hergestellt und damit ein Naturprodukt. Unsere Stoffe sind auf unsere besondere KAYA&KATO Weise veredelt, was sie stärker, pflegeleichter und damit langlebig macht. Unsere Baumwolle ist ohne Pestizide, Gentechnik oder Kunstdünger hergestellt. Weder beim Anbau der Bio-Baumwolle, noch sonst irgendwo während der Produktion werden bedenklich oder gar giftige Substanzen eingesetzt. Damit ist Arbeitskleidung von KAYA&KATO gesundheitlich unbedenklich und kann auch von Allergikern getragen werden.

Das Besondere ist aber auch, dass ich Ihnen bei den meisten Produkten sagen kann, wie viel Baumwolle verarbeitet wurde, wie viel Geld der Bauer dafür bekommen hat und was man damit im jeweiligen Land machen kann. Man sieht also sehr konkret, welche Wirkung das Produkt für die an der Herstellung Beteiligten hat. Unsere Produkte erzählen also – neben der hohen Funktionalität und Qualität – positive Geschichten, die von den Mitarbeitern und Kunden unserer Kunden geschätzt werden.

Wie ist das Feedback?
Sehr positiv. Besonders unsere Qualität wird gelobt und wir konnten bereits früh zahlreiche Kunden, aus dem professionellen Gastro-Bereich für uns gewinnen. Mit unserem ausgefallenen und modernen Style, besonders bei den Schürzen, die eher an Kleider als an Kochzubehör erinnern, haben wir den Puls der Zeit getroffen. Nachhaltigkeit und cooles Design muss sich nicht ausschließen.

KAYA&KATO, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir wollen unser Produktportfolio und unsere Marktpräsenz als hochwertiger, innovativer aber auch sehr stylischer Anbieter von Arbeitskleidung in Deutschland ausbauen und mittelfristig auch international werden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Angehende Gründer sollten trotz allem Enthusiasmus und aller Begeisterung für die eigene Idee gut planen und sich darüber im Klaren sein, dass Selbstständigkeit ein harter und steiniger Weg ist. Man darf sich nicht entmutigen lassen und sollte Ausdauer haben.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Dr. Stefan Rennicke für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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