Kenne deine Zielgruppe und den Markt mit allen Chancen und Risiken für die eigenen Produkte

Katrin Meiller: find Me handgemachte und mit viel Liebe designte Plüschcharaktere für Kinder und Erwachsene

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen find Me doch kurz unseren Lesern vor!
Katrin Meiller: Ich bin Katrin Meiller, ich bin Kommunikationsdesignerin mit großer Leidenschaft für Character Design, Illustration und schöne Dinge. Die Herzstücke meiner Kollektionen sind fantasievolle Plüschcharaktere, die unterschiedliche Lifestylethemen verkörpern, jede Figur für sich in einer ganz eigenen Farb- und Stimmungsharmonie.

Meine Kundinnen, können wie bei einer Art Baukastensystem kaufen was ihnen gefällt und so ihre eigene Gefühlswelt – passend für ihren persönlichen Lebensstil – zusammenstellen. Die Kollektionen lassen sich natürlich wunderbar miteinander kombinieren. Diese feine Abstimmung und Emotionalität wird von meiner Zielgruppe sehr geschätzt.

Die Charaktere sind der Hauptakt der Kollektionen und bleiben als Never-out-of-Stock-Produkte bestehen. Die passenden Accessoires werden saisonal und trendbezogen ergänzt oder angepasst. Durch die bewusste Platzierung als Home-Accessoires und den Aufbau meiner Kollektionen nutze ich die aktuelle Marktentwicklung – nämlich, dass die Bedeutung des Wohnens stetig zunimmt – zu meinen Gunsten. Die Einbindung meiner Figuren in Home-Konzepte macht meine Marke zu einem Nischenprodukt und ich stehe nicht in direkter Konkurrenz mit anderen Plüschtierherstellern.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Katrin Meiller: Ich bin bereits seit 4 Jahren selbstständige Illustratorin und Grafik Designerin. Ich habe aber auch immer an eigenen Projekten gearbeitet, welche im Freundes- und Bekanntenkreis sehr gut ankamen. Meine Leidenschaft etwas eigenes zu kreieren und damit Freude zu verbreiten hat mich darin bestärkt meine eigene Marke zu erschaffen.

Wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Katrin Meiller: Im Großen und Ganzen bin ich ja Einzelkämpferin, aber ganz allein geht es nicht. Ich habe mir deshalb in diversen Bereichen Unterstützung aus meinem Netzwerk geholt. Dazu gehört Frau Barbara Novello als meine Mentorin im Bereich Kollektionsmanagement und Sortimentsgestaltung. Mit ihr hatte ich bereits vier Jahre zusammengearbeitet. Der Austausch mit ihr ist für mich pure Inspiration und ich bin sehr froh, dass sie mir mit Rat und Tat zur Seite steht. Seit Februar 2016 nehme ich am Gründerchoaching-Programm des RKW teil und habe Frau Sandra Volz als Spezialistin für Marketing- und Vertriebsstrategien als Ansprechpartnerin. Unterstützung beim Produktionsmanagenment bekomme ich von Frau Eva Stemmer – von der Agentur „Little Big Things“. Sie übernimmt einen Teil der Herstellersuche und -kommunikation.

Was waren bei der Gründung von find Me die größten Herausforderungen?
Katrin Meiller: Aktuell befinde ich mich ja noch in der Gründungsphase. Die nächsten Schritte sind die Fertigstellung meines Business- und Finanzplans, die Suche nach passenden Herstellern für meine Produkte und die Entwicklung einer passenden Marketing-Strategie. Die Größte Herausforderung in der Gründung eines Unternehmens sehe ich in der Finanzierung. Eine weitere Herausforderung ist auch, dass man in so viele Rollen schlüpfen muss. Mein Schwerpunkt liegt ganz klar im Design, aber als Einzelunternehmerin bin ich für alle Komponenten verantwortlich. Das ist nicht immer ganz leicht, aber trotzdem mag ich diese Herausforderung und habe ja ein tolles Netzwerk, das mich unterstützt.

Gab es jemals einen Punkt, wo Sie dachten das schaffen ich nicht?
Katrin Meiller: Den gab es schon ein paar mal, aber immer nur für ganz kurze Momente. Ich liebe das was ich tue und wenn ich merke, dass ich auf Widerstand stoße, arbeite ich umso härter an einer passenden Lösung. Meine Schwester bezeichnet mich immer ganz passend als kleines Stehaufmännchen

Muss man mit seinen Aufgaben wachsen?
Katrin Meiller: Definitiv. Ich habe in den letzten zwei Jahren so viel dazulernen dürfen, aber ich habe auch gemerkt, dass je mehr man sich auf etwas einlässt, sich auf einmal ganz viele Türen öffnen. Das fasziniert mich immer sehr, denn meist erkennt man das erst im Rückblick.

Kann man auch mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?
Katrin Meiller: Genau so habe ich es gemacht. Ich war von Anfang an von meiner Grundidee überzeugt und habe sie immer mehr verfeinert und konkretisiert. Es ist sehr wichtig eine Idee aus mehreren Blickwinkeln zu durchleuchten und dabei sollte man auch sehr kritisch sein. Man sollte sich auf keinen Fall mit seiner Idee verkriechen und sie erst rauslassen, wenn man denkt es passt alles. Gerade in der frühen Phase ist ein Austausch mit anderen Kreativen, Freunden und potentiellen Kunden so wichtig, damit die Idee reifen kann.

Wer ist die Zielgruppe von find Me ?
Katrin Meiller: Meine Zielgruppe sind Frauen zwischen 30 und 65 Jahren, die fest im Leben stehen und genau wissen was sie wollen. Sie sind beruflich sehr erfolgreich und genießen es sich besondere Dinge leisten zu können. Qualität steht für sie somit an oberster Stelle dicht gefolgt von Exklusivität. Denn sie lieben es sich und ihre Wohnung in Szene zu setzen und ihren individuellen Stil hervorzuheben. Shoppen ist für sie ein Erlebnis und auch eine Form sich selbst zu verwöhnen. Produkte, die sie mit höchster Emotionalität ansprechen sind daher besonders gefragt.
Gerade weil sie beruflich oder gesellschaftlich oft unter sehr hohem Druck stehen, suchen diese Frauen einen Ausgleich im Sinne von Achtsamkeit und Leichtigkeit. Diesen Ausgleich finden sie durch den Charme, subtilen Witz und die Verspieltheit in meinen Produkten.

Aus welchem Material sind die Kuscheltiere?
Katrin Meiller: Qualität steht auch bei mir an erster Stelle und so werden die Figuren aus sehr hochwertigem Plüsch gefertigt. Auch wenn sie als Homeaccessoires präsentiert werden, müssen sie dennoch der Spielzeugrichtlinie entsprechen.

find Me, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in den nächsten 5 Jahren?
In den nächsten 5 Jahren sehe ich meine Kollektionen weiter wachsen und möchte nicht nur auf dem deutschen Markt vertreiben. Außerdem strebe ich Kooperationen mit anderen Manufakturen an, das würde mir sehr großen Spaß machen. Auch würde es mich freuen, wenn ich mit meinen Produkten das ein oder andere soziale Projekt unterstützen könnte. Ich bin auf jeden Fall schon fleißig am Pläne schmieden und habe schon ganz, ganz viele Ideen.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?
Tipp 1 : Kenne deine Zielgruppe und den Markt mit allen Chancen und Risiken für die eigenen Produkte. Das ist die Basis! Ich habe mich mit diesen Themen sehr lange auseinander gesetzt und es hat mir sehr geholfen mein Konzept zu verfeinern.
Tipp 2: Netzwerk! Es ist super wichtig sich zu vernetzen und natürlich ist es auch toll wenn man sich austauschen kann. Es ist auch gut mit anderen über die eigene Idee zu sprechen und diese zu hinterfragen.
Und das ist mein Tipp 3: Kritisch sein. Das empfinde ich als etwas sehr positives, denn nur so kann man sich weiterentwickeln. Klar sollte man von dem was man tut überzeugt sein, aber es ist auch wichtig Kritik von außen anzunehmen und darüber zu reflektieren.
Ansonsten ist mein persönliches Motto tu was die liebst und liebe was du tust!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Katrin Meiller für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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