Katharina Seehuber: Man muss sich Dinge zutrauen, die man noch nie zuvor gemacht hat

Treffen Sie Katharina Seehuber Gründerin von Let’s Yalla auf der herCAREER in München

Katharina Seehuber Gründerin von Let´s Yalla wird auf der herCAREER ein Meetup zum Thema Selbst- und Fremdbild im persönlichen und professionellen Kontext: Erkennen, beeinflussen und nutzen halten

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen doch kurz vor!
Mein Name ist Katharina Seehuber, ich bin eine von zwei Gründer des Reise-Startups Let’s Yalla. Let’s Yalla ermöglicht spontanen Reisenden den Zugriff auf Restplatztickets in Flügen für den nächsten Tag – und zwar zu exklusiv vergünstigten Preisen. Dadurch wird spontanes und preisgünstiges Fliegen endlich möglich, so dass unsere User freie Tage nutzen können, um ihre Lieblingsmenschen zu besuchen oder Europa zu entdecken. Ich selbst liebe Reisen und habe ein derartiges Konzept bisher immer vermisst – das erklärt auch gleich unsere Gründungsmotivation.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Ich bin schon immer ein sehr neugieriger und wissbegieriger Mensch. Als ehemalige Lehramtsstudentin lag das Gründen absolut außerhalb meiner eigenen Profession. Neues zu entdecken, sich einer wirklich großen Herausforderung zu stellen und sich selbst dadurch auch neu kennenzulernen und weiterzuentwickeln, war ein großer Antrieb für mich. Vor allem aber bin ich – wie gesagt – absolut vom Konzept von Let’s Yalla überzeugt und habe mir ganz persönlich gewünscht, spontaner und flexibler fliegen zu können.

Was war bei der Gründung Ihres Unternehmens die größte Herausforderung?
Ich denke, jeder Gründer und jede Gründerin stimmt mit mir überein, dass es unendlich viele Herausforderungen gibt – und man jeden Tag neu gefordert ist. Wichtig dabei ist, nicht den Mut zu verlieren, sondern sich den auftretenden Schwierigkeiten zu stellen und bereit zu sein, aus jeder Erfahrung zu lernen. Mit der Zeit baut man dann einen Erfahrungsschatz auf, auf den man immer wieder zurückgreifen kann.

Kann man auch mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?
Man kann nicht nur, man sollte sogar – unbedingt. Ich denke nicht, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung von sich aus perfekt ist. Es ist vielmehr enorm wichtig, mit einem sogenannten MVP – Minimum Viable Product – zu starten, das nur die wichtigsten Grundanforderungen erfüllt. So spart man einerseits zu Beginn Ressourcen, die sonst gegebenenfalls an ungenügende Produktkomponenten verschwendet wurden, und kann andererseits das Produkt mit einem kleinen Benutzerkreis testen, um es anhand von echtem Feedback dann zu optimieren.

Wie sind Sie auf die herCAREER aufmerksam geworden?
Letztes Jahr war ich zum ersten Mal auf der herCAREER, damals noch als Besucherin. Seit ich vor zwei Jahren gegründet habe, bin ich erstaunt über den enormen Männerüberschuss in der scheinbar so fortschrittlichen Startup-Welt – eine Studie von jobspotting.com hat das erst kürzlich wieder belegt. Insofern bin ich auch immer auf der Suche nach Frauennetzwerken und speziell auf diese Thematik ausgerichteten Treffen. Die herCAREER ist eine der besten und thematisch vielfältigsten Meeting-Möglichkeiten.

Zu welchem Thema werden Sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen auf der herCAREER weitergeben?
Ich spreche zum Thema Selbst- und Fremdbild. Das liegt mir persönlich am Herzen, hat sich doch mein Selbstbild in den letzten beiden Jahren durch neue Herausforderungen und Aufgaben stark verändert. Ich möchte mich dazu mit den vielen spannenden Besucherinnen austauschen, Tipps und Ideen sammeln und so jede Einzelne in dem Bewusstsein stärken, durch reflektiertes Arbeiten am Selbst seine Ziele erreichen zu können.

Wie wichtig sind solche Events für Gründerinnen?
Aus meiner Sicht: Von großer Wichtigkeit, die aufgrund der Arbeitsweise von Netzwerken erst lange nach dem Event deutlich wird.

Wo sehen Sie sich in den nächsten 5 Jahren?
Let’s Yalla wächst jetzt bereits schnell und wird sicher noch einmal Geschwindigkeit aufnehmen, wenn die neuen Partner integriert sind und wir unsere Flugangebote auf den deutschen und DACH-Markt ausweiten. Insofern sehe ich mich an der Spitze eines wachsenden Unternehmens, in vielen neuen und spannenden Situationen und sicherlich in Zusammenarbeit mit einem mitwachsenden Team, auf das ich mich sehr freue!

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?
Eine wichtige Frage. Zuerst: Schüchternheit ist fehl am Platz. Man muss sich Dinge zutrauen, die man noch nie zuvor gemacht hat. Zweitens ist Reflexion sehr wichtig, um aus Erfahrungen zu lernen, aber auch um sich selbst im Blick zu behalten. Am meisten jedoch hilft mir die pure Tatsache, dass ich eine Frau bin – und dies nutze ich immer wieder aus. Aktuell ist der Hype um Gründerinnen stark, es gibt viele Förderprogramme und man ist definitiv eine Art Paradiesvogel. Darüber kann man klagen, man kann aber auch die Chancen nutzen, die sich dadurch bieten. Mir persönlich hat ein charmanter Verweis auf die Unterrepräsentiertheit von Gründerinnen schon einige Türen geöffnet. Vermeintliche Schwächen in Stärken umzumünzen – das macht eine erfolgreiche Gründerin aus

Wir bedanken uns bei Katharina Seehuber für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

KOSTENLOSER NEWSLETTER

Erhalten Sie regelmäßig die neuesten Updates der internationalen Startup-Szene!

X