Mutig sein, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen

Kairoz Lampen aus Holz mit Fokus auf schönem Design

Stellen Sie sich und das Startup Kairoz doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Julia, das Gesicht hinter Kairoz. Mein Hintergrund liegt im Grafikdesign (Bachelor Kommunikationsdesign an der Hochschule München; Master an der FH Salzburg MultiMediaArt), aber ich hatte schon immer eine besondere Leidenschaft für das Handwerk und dafür physische Dinge zu erschaffen. Die Verbindung dieser zwei Interessen legte den Grundstein für Kairoz, als ich vor ca. zwei Jahren begann mit dem Laser Cutter in einer Gemeinschaftswerkstatt zu experimentieren und eher zufällig die erste Lampe baute – gefolgt von weiteren Ideen, neuen Prototypen und technischen Verbesserungen. Vor einem guten Jahr beschloss ich ein Gewerbe zu gründen, nahm an einigen Handwerksmärkten und Ausstellungen teil. Ich hatte die Gelegenheit meine Arbeit auf der Vienna Design Week zu präsentieren und fühle mich sehr geehrt Preisträgerin des Salzburger Handwerkspreises 2018 zu sein.

Unter dem Labelnamen Kairoz stelle ich April 2018 schöne Dinge aus Holz her, vor allem Lampen, die mit dem Fokus auf schönem Design und  maßgeschneiderter Qualität von mir handgefertigt werden. Inspiriert von organischen Formen aus der Natur lehnen sich die Leuchtobjekte an Tannenzapfen, Tropfen oder Blätter an. Durch die Beschaffenheit des Holzes spenden sie gemütliches indirektes Licht und setzen durch ihren individuellen Schattenwurf besondere Lichtakzente im Raum.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Begonnen habe ich zunächst nur für mich und aus eigenem Interesse heraus verschiedene Dinge aus Holz zu bauen. Dann haben immer mehr Leute aus meinem Umfeld nachgefragt, ob ich die Lampen denn verkaufe und ob ich ihnen auch eine bauen würde. Ich liebe es zu gestalten, war aber schon lange beruflich auf der Suche nach etwas, das mehr ist als nur Computerarbeit. Die Verbindung aus Grafikdesign und der Liebe zum Handwerk ist für mich perfekt. So nahm alles seinen Lauf und ich entschloss mich zur Selbstständigkeit. 

Was war bei der Gründung von Kairoz die größte Herausforderung?

Das waren vor allem bürokratische Angelegenheiten und Hürden. Die Entwicklung der Prototypen zu den fertigen Lampen ging mir recht leicht von der Hand. Aber um diese offiziell zu verkaufen und auf der sicheren Seite zu sein, stellten sich z.B. Fragen zu Elektrik, Normen und Vorschriften. Ein Gewerbe zu gründen geht dann erstaunlich schnell. Es braucht nur mehr ein paar Unterschriften und schon ist man selbstständig.

Warum haben Sie sich für eine Crowdfunding Finanzierung entschieden?

Grundsätzlich habe ich alles, um die Lampen zu bauen und produziere diese schon in geringer Stückzahl. Für ein Crowdfunding habe ich mich entschieden, um einen ersten größeren Produktionslauf zu finanzieren, für den ich eine größere Menge an Material, Zubehör und Werkzeugen benötige. Mehrere Lampen auf einmal herzustellen hilft mir effektiver und schneller zu produzieren, somit auch mehr Produkte zu verschicken und trotzdem möglichst erschwinglich zu sein. Außerdem bin ich überzeugt , dass Kickstarter durch seine große Gemeinschaft an UnterstützerInnen eine ideale Plattform ist, um meine Arbeit zu verbreiten und damit ein interessiertes Publikum zu erreichen. 

Was werden Sie nach erfolgreicher Finanzierung umsetzen?

Dann werde ich alles Nötige an Material wie z.B. Holz, Kabel, Fassungen, aber auch größere Mengen Verpackungkartons bestellen und mich fleißig an die Arbeit machen, um die versprochenen Lampen herzustellen. Dann hoffe ich natürlich den Schwung mitzunehmen, einen Onlineshop zu machen und auch andere Verkaufsmöglichkeiten auszuloten, um noch mehr Leute zu erreichen.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Ja, unbedingt. Und wann ist eine Idee schon perfekt? Ich bin grundsätzlich sehr selbstkritisch und perfektionistisch mit meiner Arbeit, sodass ich sonst wahrscheinlich nie starten würde. Vieles an Verbesserungspotential stellt sich ja auch erst mit der Zeit und in der Praxis heraus. Hand und Fuß sollte eine Idee beim Start natürlich haben und es gibt vieles zu bedenken, bevor man mit einer Idee nach draußen geht. Bei meinen Lampen hat es schon einige Iterationen von Prototypen gebraucht bis ich so weit damit zufrieden war, dass ich sie zum Verkauf freigeben wollte. Aber ich tüftle stets an Verbesserungen und verändere immer wieder etwas auf dem Weg zur perfekten Form, sei es Funktionalität, Stabilität, Lichtverteilung etc.

Welche Vision steckt hinter Kairoz?

Ich will Menschen mit den Dingen, die ich mache, erfreuen. Meine Vision ist es das Zuhause vieler mit meinen Lampen zu erleuchten und eine perfekte Atmosphäre zu verbreiten.

Wer ist die Zielgruppe von Kairoz?

Zum Glück hat jeder Bedarf an Beleuchtung und es ist gar nicht so einfach schöne Lampen zu finden. Um aber ein bisschen genauer zu werden: Kairoz richtet sich an designaffine Leute, die sich gerne auch mal abseits von großen Möbelhäusern nach besonderen Lieblingsstücken für ihr Zuhause umsehen und die den Wert von Handwerk schätzen. 

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Lampen gibt es wie Sand am Meer. Da ich meine Modelle mit Liebe zum Detail von Hand fertige, ist die Auflage sehr gering und jede durch natürliche Unterschiede ein Unikat. Besonderen Wert bei der Gestaltung lege ich auf den Schattenwurf der Lampen. So ergibt sich durch das mosaikartige Muster des Pillars ein Lichteffekt, der an das kunst- und stimmungsvolle Schattenspiel arabischer Lampen erinnert. Die Streben des Leafs setzen seine Umgebung mit dem gestreiften Schattenwurf in Szene.

Kairoz, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Ich will weiter dran bleiben und wünsche mir mittelfristig davon leben können, viele Menschen zu erreichen und Lampen in deren Zuhause zu bringen. Ich hoffe, es weiterhin gerne zu machen und immer wieder neue Ideen und Modelle austüfteln und umsetzen zu können. Mal sehen wohin der Weg führt. Vielleicht mache ich bald zusätzlich auch andere Sachen wie z.B. ein Weinregal, wofür ich bereits einen Prototypen gebaut habe, oder Speisekarten und personalisierte Accessoires für Hochzeiten. Ideen habe ich auf jeden Fall genug.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Zur Beantwortung dieser Frage möchte ich gern den griechischen Gott Kairos erwähnen, der mich zu meinem Labelnamen inspiriert hat. Er ist der Typ mit dem kahlen Hinterkopf und dem lockigen Haarschopf in der Stirn, wodurch es nur möglich ist ihn von vorne zu ergreifen. Ich möchte angehenden Gründerinnen raten, die Gelegenheit beim Schopf zu packen und ihre Ideen und Visionen umzusetzen. Es ist dieser eine Moment, den es zu nutzen gilt.

Dafür muss man 

1. mutig sein, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen.

2. an sich glauben, denn es ist sicher nicht der leichteste Weg.

3. dran bleiben, denn es erfordert schon viel Arbeit und Geduld, bis die Dinge mal ins Laufen kommen.


Link zum Crowdfunding

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Julia Fischer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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