Losgehen und ausprobieren

kaala yoga: Rucksäcke und Taschen aus recyceltem Nylon

Stellen Sie sich und das Startup kaala yoga doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Regina Winther, freie Produktdesignerin aus Hamburg und spezialisiert auf Softgoods, wie z.B. Taschen, Rucksäcke und Gepäck. Mit kaala gründe ich nun ein Yogataschen Label. 

Die Idee ist, Taschen und Rucksäcke zu entwicklen, die  Menschen dabei  unterstützen, eine regelmäßige Yogaroutine in den Alltag zu integrieren, indem sie nicht nur eine Matte transportieren, sondern auch im Alltag funktionieren. Die Taschen sind aus recyceltem Nylon. Recycling und Langlebigkeit sind unsere Ansätze möglichst nachhaltige Produkte zu entwickeln.

Vor kurzem ist meine Co-Founderin, Carolin van Eupen, dazugekommen. Sie ist ebenfalls Produktdesignerin – wir arbeiten schon viele Jahre zusammen und werden in Zukunft zusammen kaala weiterentwickeln.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Meine Hauptmotivation ist es, als Produktdesignerin die Ideen umzusetzen, an die ich glaube. Unabhängig von Auftraggebern zu sein. Entscheidungen selbst treffen zu können und in Bereichen wie zum Beispiel Nachhaltigkeit den Weg einzuschlagen, den ich für ehrlich und richtig halte.

Was war bei der Gründung von kaala yoga die größte Herausforderung?

Die Herausforderungen fingen an, als die Produktentwicklung vorerst abgeschlossen war. Bis dahin hatte hatte ich mich auf vertrautem Terrain bewegt: Ideen skizzieren, Materialien aussuchen und zusammen mit Produzenten die Produkte entwickeln.

Danach kamen viele neue Bereich dazu, die bislang nicht zu meiner tägliche Arbeit gehören, wie z.B. Marketing, Kostenkalkulation, IT, Vertrieb, Logistik.

Bei einem kleinen Budget muss man sich gut überlegen, wofür man sich Hilfe holt, Freelancer dazu bucht und was man sich selbst aneignet. Da sind wir immer noch in einem Lernprozess, haben aber auch schon ein tolles Netzwerk an Freiberuflern aufgebaut, die zu uns passen und die die Lücken füllen, in denen wir uns noch nicht zu Hause fühlen.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Ja, ich glaube, das muss man sogar – sonst würde man vielleicht überhaupt nicht starten. Es gibt immer Details, die noch nicht perfekt sind und viele fallen einem erst auf, wenn man gestartet hat. Deshalb ist es notwendig erstmal loszulegen und auf dem Weg zu optimieren, was noch nicht perfekt ist.

Welche Vision steckt hinter kaala yoga?

Wenn man Yoga als Lebensweise versteht, sind Yoga, Fairness und Nachhaltigkeit eng miteinander verbunden. Deshalb nehmen wir diese Aspekte bei der Herstellung unserer Produkte sehr ernst und achten auf ressourcenschonende und faire Produktionsbedingungen.

Wir wollen nur Dinge herzustellen, die uns lange begleiten. Daher besteht das Außenmaterial aus 100 % recyceltem Nylon, das extrem langlebig und robust ist. Der Stoffproduzent verarbeitet Industrieabfälle, die bei der Produktion von Nylongarn entstehen, zu neuem Stoff. Das Innenfutter besteht zu 100% aus recycelten PET Flaschen. 

kaala’s Devise: Langlebigkeit, achtsamer Umgang mit Ressourcen und Material verwenden, das sonst auf dem Müll gelandet wäre um daraus etwas Neues machen. Schön, simpel und mit Sinn.

Wer ist die Zielgruppe von kaala yoga?

Die kaala Produkte sind für alle, die  sich einen achtsamen Lebensstil mit mehr Bewegung wünschen, für die nachhaltiger Konsum wichtig und Yoga ein Ausgleich zum fordernden Alltag ist.

Ziel ist es, viele Menschen dabei zu unterstützen Yoga in ihren Alltag zu integrieren und gleichzeitig ein nachhaltiges Produkt, das als Tool funktioniert anzubieten.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

kaala yoga: Rucksäcke und Taschen aus recyceltem Nylon

Unsere beiden wichtigsten Alleinstellungsmerkmale sind

1. Die Konstruktion: Das Volumen ist mit wenigen Hangriffen erweiterbar, um die Yogamatte zu verstauen und verkleinerbar, um als Alltagstasche genutzt zu werden. Die Yogamatte wird  in der Taschen transportiert (und nicht wie bei vielen Anbieter außen an der Tasche befestigt) und ist so vor Regen und Schmutz geschützt. Eine Matte, die nass geworden ist, hat keine Grip und es dauert lange, bis sie wieder getrocknet ist.

2. Die kaala Taschen und Rucksäcke sind so gestaltet, dass sie auch als Alltagstasche verwendbar sind. Mit einem klaren, reduziereten Design, das weder nach Fitnessstudio noch nach Esoterik-Laden aussieht und vielen funktionalen Details.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Als die Corona in Deutschland ankam, mit all den damit verbundenen Einschränkungen, waren wird gerade mit unserer Produktentwicklung und Vorbereitungen für das Crowdfunding fertig und wollten mit unserer Idee raus in die Welt gehen. Natürlich waren wir erstmal unsicher, ob nun ich der richtige Zeitpunkt ist, ein Taschenlabel zu launchen. Wir haben uns dann aber dazu entschieden weiterzumachen.

Im Prinzip glaube ich, dass wir Glück haben, dass uns die Krise genau jetzt erwischt. Wir stehen noch ganz am Anfang und haben keine hohen Fixkosten. Wenn wir z.B. schon vor zwei Jahren gegründet hätten, würde uns diese Krise jetzt viel schlimmer treffen. Wir hätten  vielleicht Leute eingestellt und größerer Räume angemietet. So bedeutet es einfach nur, das der Start wahrscheinlich langsamer sein wird. Und das ist okay.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir haben unsere Kommunikation (z.B. auf Social Media Kanälen) der aktuellen Situation angepasst. Welche Rolle spielt Yoga in Zeiten von Corona?

Da wir von Anfang an viele Yogalehrer*innen in die Entwicklung der Taschen einbezogen haben, indem wir insgesamt 60 Prototypen der Taschen produzieren lassen haben, die wir vor allem Yogalehrer*innen zur Verfügung gestellt haben um so Feedback zum Produkt zu bekommen, hatten wir einen sehr direkten Draht zu unserer Zielgruppe. Wir  konnten erfahren, wie Yogastudios in der Krise Kontakt zu ihren Schülern halten und das Yoga nun für viele ein wichtiger Anker im Alltag ist und dies in unserer Kommunikation mit einfließen lassen.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Eine Chance liegt für uns als  Gründerinnen darin, zu lernen mit Hindernissen und Krisen umzugehen und zwar von Anfang an. Wenn wir es jetzt schaffen in der Krise erfolgreich zu gründen sind wir auch für die Zukunft gewappnet.

kaala yoga, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir wollen kaala als DIE Yogataschen- Marke etablieren, die den „Yoga-Way-Of Life“ mit Produkte unterstützt , die gleichermaßen ästhetisch, funktional und nachhaltig sind.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Leg los. Wenn Du herausfinden möchtest, ob eine Idee funktioniert, musst du losgehen und es ausprobieren. Konzepte schreiben, recherchieren und analysieren ist bis zu einem gewissen Punkt gut und richtig, aber wenn du etwas Großartiges machen willst, musst du auch anfangen es zu machen.

Lass dich nicht von den ersten Schwierigkeiten die auftauchen entmutigen. Die gehören dazu und du solltest sie als Teil deines Unternehmer*inne -Alltags akzeptieren. Erfolgreich gründen bedeutet nicht, keine Probleme zu haben. Es bedeutet, Probleme zu haben, sie in den Griff zu kriegen und trotzdem ans Ziel zu kommen.

Vernetze dich mit andern Gründer*innen und Unternehmer*innen. Hol dir Hilfe in Bereichen, wo du dich (noch) nicht so gut auskennst. Ein schönes Zitat aus dem Buch „Berge versetzen für Anfänger“ von Marius Kursawe lautet:

„Das Leben verteilt keine Extrapunkte an diejenigen, die im Alleingang ihr Ziel erreicht haben.“

Link zum Crowdfunding

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Regina Winther für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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