Jutta Frieden Country Lead Germany GoCardless

Jutta Frieden – junge Frauen für technische Berufe begeistern

Stellen Sie sich und das Unternehmen GoCardless unseren Lesern kurz vor!
Jutta FriedenGoCardless ist Experte für Lastschriften: Mit unserem innovativen Zahlungsnetzwerk ermöglichen wir es Unternehmen jeder Größe, wiederkehrende Zahlungen einfach und automatisiert abzuwickeln.GoCardless wurde im Jahr 2011 in der FinTech-Metropole London gegründet. Nach unserem Launch in Frankreich im April 2015, sind wir im Oktober in Deutschland gestartet.

Ich bin als Country Lead Germany für unsere deutschen Kunden und die Expansion im deutschsprachigen Raum verantwortlich. Vor GoCardless war ich Head of Product des EdTech Startups Maths Doctor in London. Mein Interesse an Startups kommt vor allem aus meinem Technology Management Studium am Entrepreneurship Zentrum CDTM, welches ich neben meinem Mathematikstudium in München und London absolviert habe.

Wer ist die Zielgruppe von GoCardless?
Jutta Frieden: Unsere Zielgruppe sind Unternehmen, die wiederkehrende Zahlungen von ihren Kunden einziehen. Dazu gehören lokale Fitnessstudios oder Coworking Spaces, rasant wachsende SaaS Unternehmen wie PicDrop oder große Konzerne wie der Guardian und Habitat. Neben diesen Kunden helfen wir bereits 13.000 Unternehmen insgesamt mehr als eine Milliarde Euro im Jahr abzuwickeln.Die Vorteile für Nutzer sind der Zugang zu internationalen Lastschriftzahlungen, weniger fehlschlagende Zahlungen sowie drastisch vereinfachtes Einziehen von Lastschriften – und das zu transparenten Gebühren.

Wie sieht aus Ihrer Sicht die Zukunft der FinTech Branche aus?
Jutta Frieden: FinTech Unternehmen agieren ganz fokussiert innerhalb eines bestehenden oder neuen Bankenservices. Beispiele sind Funding Circle mit dem klaren Fokus auf Unternehmenskredite, Lendstar als mobiler Peer-2-Peer Zahlungsexperte oder wir von GoCardless mit unserem Fokus auf Lastschriftzahlungen. Vor dem Aufkommen der FinTechs haben Banken die meisten dieser Services unter einem Namen vereint. Ich kann mir eine Zukunft vorstellen, in der FinTech Unternehmen die direkte Verbindung zum Konsumenten bilden, und Banken sich mehr auf die grundlegende Infrastruktur der Finanzbranche konzentrieren. Hier appellieren wir sowohl an Banken als auch an FinTechs, eine sehr enge Zusammenarbeit anzustreben – nur so können wir gemeinsam den Service für den Endkunden optimieren.

Welche Herausforderungen haben Startups, die ein FinTech gründen wollen?
Jutta Frieden: Die beiden wichtigsten Herausforderungen sind die Regulierung, die in Deutschland über die BAFin geregelt wird und unabdinglich für jedes FinTech Unternehmen ist, sowie die Kooperation mit einer oder mehreren Banken. Diese Kooperation mit den existierenden Finanzsystemen ist für jedes FinTech Startup notwendig, sofern keine eigene Banklizenz angestrebt wird (in Deutschland hat diese bisher nur die Fidor Bank, die Lizenz ist für die meisten FinTechs aber auch nicht notwendig). Die Kooperation mit den Banken braucht Feingefühl, aber ebenso Entschlossenheit. Ohne diese Kooperation sind FinTechs nicht in der Lage ihre Finanz-Services anzubieten.

Zu welchem Thema werden Sie auf der TAA referieren?
Jutta Frieden: Ich werde am FinTech Panel als Speaker teilnehmen sowie das Gender in Tech Panel moderieren. Damit spreche ich über zwei meiner favorisierten Themenfelder: FinTech und die weitere Entwicklung dieser spannenden Branche, wo ich durch meine Arbeit bei GoCardless interessante Aspekte beitragen kann, z.B. was den Vergleich der Märkte Großbritannien und Deutschland angeht. Auf die Moderation von Gender in Tech freue ich mich ebenfalls – hier geht es um meinen starken Wunsch, junge Frauen für technische Berufe, insbesondere für das Programmieren, zu begeistern. Dazu engagiere ich mich z.B. bei der englischen Non-Profit Organisation Code First: Girls , die Mädchen dabei unterstützt, programmieren zu lernen.

Wie wichtig sind für Sie Veranstaltungen wie die Transatlantic Alliance Conference?
Jutta Frieden: Ich freue mich sehr, zur TAA eingeladen worden zu sein und darauf, mich mit den anderen Teilnehmern und Sprechern auszutauschen. Veranstaltungen wie die Transatlantic Alliance geben uns die Möglichkeit, uns mit verwandten Unternehmen im Feld auszutauschen, neue Kontakte zu Kunden oder Partnern zu knüpfen sowie die Marke GoCardless als vertrauenswürdigen Lastschriftexperten im Markt zu etablieren. Zuletzt ist es auch eine tolle Gelegenheit neue potentielle Mitarbeiter kennenzulernen.

Warum sollten Gründer auf Startup-Events gehen?
Jutta Frieden: Startup-Veranstaltungen sind tolle Möglichkeiten,um neue Kontakte zu Kunden oder Partnern aufzubauen, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen sowie die Möglichkeit zu erhalten, neue Mitarbeiter oder sogar Mitgründer kennenzulernen. Bei allen Einladungen und Möglichkeiten sollten Gründer jedoch auch lernen zu priorisieren – letztlich muss das Produkt und Unternehmen weiterentwickelt werden. Es lohnt sich also, genau zu überlegen, welche Events das Unternehmen oder mich persönlich weiterbringen und welche nicht.

Wo sehen Sie sich in den nächsten 5 Jahren?
Jutta Frieden: Wir sehen uns als Marktführer im Bereich wiederkehrende Zahlungen, der Unternehmen die Möglichkeit gibt, Lastschriften von Kunden aus der ganzen Welt einzuziehen. Derzeit ermöglichen wir Zahlungen in der Euro-Zone, Großbritannien sowie Schweden. Unsere Vision  ist es, ein globales Zahlungsnetzwerk für wiederkehrende Zahlungen zu bauen.

Welche Tipps haben Sie für angehende Gründer?
Jutta Frieden: Das Wichtigste ist meiner Meinung nach die Betonung des eigenen Teams. Für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens ist es notwendig, eine Kultur aufzubauen, in der sich jedes einzelne Teammitglied als ein entscheidendes Glied der Kette mit eigenem Verantwortungsbereich fühlt. So schafft man es, jede(n) Mitarbeiter(in) zu Höchstleistungen zu motivieren und im Team über sich selbst hinauszuwachsen.

Weitere Informationen zur Transaltlantic Alliance finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Jutta Frieden für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

KOSTENLOSER NEWSLETTER

Erhalten Sie regelmäßig die neuesten Updates der internationalen Startup-Szene!

Hier finden Sie unsere Datenschutzerklärung

X