Vielen Gründern fehlt die Investorenbrille

Julius Tennert Partner in der Gründermotor Meisterklasse im Interview

Stellen Sie sich kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Dr. Julius Tennert. Seit Jahresbeginn verantworte ich an der Börse Stuttgart die Entwicklung der Startup-Plattform Startbase. 

Mit Startbase wollen wir ein Informationsangebot für das Startup-Ökosystem schaffen, um den Zugang zu Innovationen zu erleichtern und das Gründertum in Deutschland insgesamt zu stärken. 

Warum haben Sie sich entschieden, als Partner bei der Meisterklasse mitzuwirken?

Startbase soll eine zentrale Plattform für Marktrecherche im deutschen Startup-Ökosystem werden. Deshalb ist es für uns besonders wichtig, am Puls des Gründungsgeschehens zu sein und innovative Unternehmen und Technologien sehr früh zu entdecken. Mit der Meisterklasse sind wir ganz nah an neuen Innovationen dran und können so sogar einen kleinen Blick in das zukünftige Gründungsgeschehen in Deutschland werfen. 

Wie bewerten Sie die Startup-Szene in Baden- Württemberg?

Baden-Württemberg ist eines der wirtschaftsstärksten Bundesländer und bietet Gründern daher beste Voraussetzungen, neue Kunden, Investoren und Geschäftspartner zu gewinnen. Auch die Förderprogramme der L-Bank gehören zu den effizientesten in Deutschland. Trotzdem gibt es hier keine so offensichtliche Startup-Kultur wie in Berlin oder München. Das liegt, glaube ich, daran, dass wir in Baden-Württemberg zu zurückhaltend sind, wenn es darum geht, über unsere Erfolge zu sprechen.

Wie sind Sie mit der Startup-Szene in Kontakt geraten?

Während meiner Promotion habe ich mich mit Erfolgsfaktoren von Startups und dem Investitionsverhalten von Venture Capital Investoren beschäftigt. In meinen ersten Gesprächen mit Gründern habe ich dann schnell gemerkt, dass vielen Gründern die Investorenbrille fehlt. Die meisten Gründer haben ein beeindruckendes technisches Wissen und eine große Vision – ich möchte Gründer aber dazu ermutigen, sich auch vermeintlich langweiliges Finanzwissen anzueignen. Denn am Ende ist das die wichtigste Ressource, um Ideen wachsen zu lassen.

Was wünschen Sie sich von Politik und Wirtschaft für die Gründerszene?

Wirtschaft und Politik setzten sich in den letzten Jahren sehr für das deutsche Startup-Ökosystem ein. Nicht zuletzt, weil sie erkannt haben, dass Startups eine zentrale Rolle für die zukünftige Wirtschaftskraft Deutschlands spielen. Ich wünsche mir aber einen besseren Umgang mit dem Scheitern. Fortschritt ist immer auch mit Scheitern verbunden. Wir dürfen Gründern deshalb niemals einen Vorwurf machen, wenn etwas nicht klappt. Ich würde mir deshalb mehr Angebote wünschen, um einmal gescheiterte Gründer zu einem neuen Anlauf zu motivieren.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Julius Tennert für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Markus Elsässer

Markus Elsässer ist 43 Jahre jung, Verleger und Herausgeber des StartupValley. Seine Karriere startete er, in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Er ist ein Auto und Technik begeisterter Querdenker. Verliebt in die Startup-Szene, was Ihn dazu bewogen hat, mit StartupValley ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

Schreibe einen Kommentar