Gute Egoisten sind die Gewinner der Krise

Es herrscht Ausnahmesituation in der Weltwirtschaft. Egal, in welche Regionen der Welt man auch blickt, steht derzeit beinahe alles still. Der Corona-Virus hat dafür gesorgt, dass die Wirtschaft einen Schnupfen bekommt. Viele Gründer und Unternehmer sind in großer Sorge, was ihre geschäftliche Basis betrifft. Sie fragen sich, welche Strategien in diesen schwierigen Zeiten zum Erfolg führen. 

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um die Tugenden des guten Egoisten an den Tag zu legen, skizziert Julien Backhaus, Autor des Buches: „EGO – Gewinner sind gute Egoisten“, in diesem Artikel. 

Solidarität und Egoismus

Die meisten Menschen wissen gar nicht, was es heißt, ein guter Egoist zu sein. Sie interpretieren den Begriff als Gegenteil von Solidarität und sozialem Gewissen. Doch das stimmt nicht. Der gute Egoist, ist eben nicht asozial, allein schon aus dem Grund, weil er das Maximum in seinem Leben erreichen möchte. Dazu benötigt er ein ideales Umfeld. Der gute Egoist sorgt dafür, dass er selbst und seine Projekte an erster Stelle stehen. Um dies umzusetzen, muss er für ein gutes, seinen Zielen zuträgliches Umfeld, achten. Er würde sich auf lange Dauer daher selbst schaden, wenn er andere Menschen absichtlich ausbeutet, belügt oder schlecht behandelt. Dies gilt für Menschen genauso wie für Unternehmen.

Da der gute Egoist sehr gut auf sich und seine Bedürfnisse achtet, handelt er stets aus einer inneren Balance heraus, was natürlich besonders in Krisenzeiten, sehr wichtig ist. So sind ihm Panik und vorschnelle Entscheidungen fremd, da sein inneres Gleichgewicht nur schwerlich gestört werden kann.

Ein Beispiel für schlechten Egoismus

Natürlich kann nicht jede Form des Egoismus als gut erachtet werden. Aktuelle Beispiele aus der Wirtschaft machen den Unterschied zwischen beiden Ausformungen klar. Adidas, Deichmann und Co. haben relativ schnell bekannt gegeben, keine Mieten mehr bezahlen zu wollen, aufgrund der Pandemie. Aus ihrer Sicht handelten diese Firmen gemäß ihrer eigenen Bedürfnisse, allerdings zu Lasten ihres Umfeldes. 

Mit dieser Aussage haben diese Unternehmen dafür gesorgt, sich langfristig selbst zu schaden, denn der Aufschrei der Kunden war groß, ob dieser unsolidarischen Vorgehensweise. Etliche Boykottandrohungen ehemals zufriedener Kunden haben dafür gesorgt, dass die betreffenden Unternehmen nun doch ihre Miete bezahlen werden. Welche negativen Langfristfolgen diese ursprünglichen Ankündigungen tatsächlich haben, bleibt abzuwarten.

So würde sich guter Egoismus zeigen

Andere Unternehmen haben vorgezeigt, wie es gehen kann. Diese zahlen weiter ihre Mieten und bringen zusätzlich Spenden auf für die Covid-Forschung. Dies passiert natürlich aus einem Eigeninteresse heraus, da sie diese Krisenzeit nutzen, um die eigene Marke zu stärken. 

Adidas und Co. hätten das Angebot einer kurzfristigen Verminderung der Mieten aushandeln können, bei gleichzeitiger Zusage der Erhöhung der Mieten nach der Krise, wenn gewisse Umsatzzahlen erreicht werden. Gute Egoisten versuchen immer das Maximum zu erreichen. Dazu benötigt es jedoch auch tragfähiger, geschäftlicher Beziehungen. Diese dynamische Mietpreisanpassung hätte die Unternehmen in eine planungssicherere Zukunft geführt und langfristig für mehr finanzielle und unternehmerisch Freiheit gesorgt. Chance vertan und Marke beschädigt! 

Guter Egoismus verringert Abhängigkeiten

Dies gilt sowohl privat als auch geschäftlich. Ein Problem dieser Krise ist schlussendlich auch, dass sich zu viele Menschen und Unternehmen von anderen Institutionen abhängig gemacht haben. Doch der Ruf nach schnellem Wachstum und billigem Geld war wohl oftmals doch zu verlockend. Nun stolpern viele Unternehmen in die Abhängigkeit von Vater Staat, indem sie Förderungen in Anspruch nehmen müssen. Ein Teufelskreis beginnt. 

Der gute Egoist strebt stets nach mehr Freiheit und weniger Abhängigkeit. Nutzen Sie diese herausfordernden Zeiten gut, um bestehende Unternehmensstrukturen zu hinterfragen und gegebenenfalls neu auszurichten! Selbst wenn Sie dafür einige Prozent Wachstum opfern müssen, ist die damit verbundene Freiheit Gold wert. Viel Erfolg dabei!

Autor: Julien Backhaus

Julien Backhaus ist deutscher Medienunternehmer, Verleger und Ex-Lobbyist. Mit 24 galt er als jüngster Zeitschriftenverleger in Deutschland und fungiert als Herausgeber diverser Magazine, u.a. das bekannte ERFOLG Magazin. Zu seiner Holding gehören drei weitere Medienunternehmen. Bis 2019 war er zudem Vorsitzender eines Lobbyverbandes in Berlin. Er ist Autor der Bestseller „ERFOLG – Was Sie von den Super-Erfolgreichen lernen können“ und „EGO – Gewinner sind gute Egoisten“ (beide FBV, Münchner Verlagsgruppe). Backhaus wurde mit dem Change Award ausgezeichnet und wurde zum Man of the Year 2019 gewählt. Jan Böhmermann bezeichnete ihn in seiner Sendung scherzhaft als einen neuen Anführer.

Bildcopyright Julien Backhaus

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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