Schülerteam aus Berlin gewinnt beim JUGEND GRÜNDET Bundesfinale 2020

37 Finalisten in zehn Teams aus sechs Bundesländern stellten auf der JUGEND GRÜNDET Zukunftsgründermesse am 19. Juni die besten von 783 Geschäftsideen vor 

„Es war alles dabei. Und alle Ideen gemeinsam haben den Wunsch unsere Zukunft zu gestalten, mit den Potentialen und Möglichkeiten, die uns gegeben sind, aber auch mit dem Anspruch an uns als Gesellschaft, eine Welt zu hinterlassen, die lebenswert bleibt“, lobte Projektleiterin Franziska Metzbaur bei der Siegerehrung zum JUGEND GRÜNDET Bundesfinale 2020 das Engagement der Teilnehmenden. Erstmals in der 17-jährigen Wettbewerbsgeschichte wurde das Finale online ausgetragen.

Am Ende hatte ein Team vom Canisius Kolleg Berlin bei der JUGEND GRÜNDET Zukunftsgründermesse die Nase vorn und wurde mit dem ersten Platz ausgezeichnet, einem Preis, der nicht mit Geld zu bezahlen ist. Denn das Siegerteam reist in das Gründermekka Silicon Valley/USA, wo eine spannende, geführte Rundreise u.a. zu Start-up- und weltbekannten Unternehmen wartet und auch touristische Ziele auf dem Reiseprogramm stehen. Dazu gibt es eine Jahresmitgliedschaft bei  YEP (Young Entrepreneurs Program), einem einjährigen Förderprogramm für junge Leute.

„Wenn jeder, der eine Pflanze kauft, sich gegen Plastik und für einfacheres Gärtnern entscheidet, und damit ein Stück zur Zukunft unserer Erde beiträgt – dann ist unsere Vision Wirklichkeit“, stellten die Schüler Kilian Holle, Liv Jürgensen, Subonn Lee, Edgar Schmidt-Narischkin und Karl Weiss vom Canisius Kolleg Berlin die Vision zu ihrer Geschäftsidee vor. Am Freitag wurden sie im Rahmen der Siegerehrung beim JUGEND GRÜNDET Bundesfinale 2020 mit dem ALTANA Sonderpreis Chemie und für ihre herausragende Leistung im Wettbewerbsjahr 2019/2020 sowie ihre beeindruckende Vorstellung beim Bundesfinale von der JUGEND GRÜNDET-Jury mit Platz 1 in der Gesamtwertung des Schülerwettbewerbs ausgezeichnet.      

  „Eine sehr gute nachhaltige Idee und ein wirklich sehr durchdachter, weit entwickelter Businessplan“ – zeigte sich auch Dr. Anette Brüne überzeugt. Die promovierte Chemikerin ist Global Head of Marketing & Sales Services der ALTANA Tochter BYK-Chemie GmbH und Mitglied der JUGEND GRÜNDET Jury. Der ALTANA Sonderpreis Chemie wurde in diesem Jahr zum sechsten Mal in Folge als Anerkennung für eine innovative Chemie-Geschäftsidee im Rahmen des Wettbewerbs JUGEND GRÜNDET vergeben. Der Preis ist eine Reise nach Wallingford/USA mit Einblick in einen der größten Forschungs- und Produktionsstandorte des Spezialchemiekonzerns ALTANA.

Als Team „KomPot GmbH“ entwickelten die Berliner Schüler die Idee für einen biologisch abbaubaren Pflanzentopf, eine zu 100 Prozent kompostierbare Alternative, um den Plastiktopf vollständig zu ersetzen. Ihr Topf wird zusammen mit der Pflanze in den Boden eingepflanzt, wo er verrottet, die Pflanze düngt und sie gleichzeitig beim Aussetzen schützt. Dadurch solle man nicht nur Plastikmüll vermeiden, sondern sich auch das lästige Umtopfen und Düngen sparen können. Der KomPot wird hergestellt aus „Fasal”, einem Material aus Holzfasern, Lignin und Stärke – alles natürliche Rohstoffe, die als Abfall bei der Holz- und Papierindustrie anfallen. Mit Hilfe des Spritzgussverfahrens kann der Topf wie andere thermoplastische Materialien in seine Form gebracht werden.

Damit könne er die gleiche Form wie ein Plastiktopf haben und nahezu genauso stabil sein. Außerdem beginne er erst zu verrotten, wenn er angebrochen wird und sich in einer feuchten Umgebung befinde – der KomPot könne also auch eine Zimmerpflanze beherbergen. Es ist nicht der erste Erfolg dieses Teams: 2019 hatten die Schüler ihre Geschäftsidee bei business@school, der Bildungsinitiative der Boston Consulting Group, entwickelt und beim Landesentscheid in Berlin den ersten Platz erzielt. 

Die Schüler aus Berlin  gehörten zu den 37 Schülerinnen und Schülern in zehn Teams, die sich für das JUGEND GRÜNDET Bundesfinale qualifiziert hatten. Rund 4.000 Schülerinnen, Schüler und Auszubildende waren ein Schuljahr lang in die Rolle von Start-up Gründern geschlüpft, haben innovative Geschäftsideen entwickelt und Businesspläne dafür erstellt. Im zweiten Schulhalbjahr erlebten sie mit ihren virtuellen Unternehmen die Höhen und Tiefen der Konjunktur und versuchten mit strategischen Entscheidungen ihr Unternehmen möglichst nachhaltig zum Erfolg zu führen. Abschluss und Höhepunkt des Wettbewerbsjahres ist das Bundesfinale. 

„Dieses Gefühl: Wir können etwas verändern, wir können den Gang der Welt beeinflussen, das wünsche ich mir persönlich, dass ihr es für immer behaltet. Denn das ist so! Ihr könnt die Welt und die Zukunft mitgestalten. Man muss es nur einfach tun, einfach versuchen. In diesem Sinne: Nutzt die Chancen, die euch gegeben werden und überlegt, wie ihr wollt, dass eure Zukunft aussieht. Genauso eigentlich, wie jetzt bei eurer Wettbewerbsteilnahme. Und dann macht es einfach!“, machte Franziska Metzbaur den Teilnehmenden der Siegerehrung Mut für die Zukunft. 

Andreas Haffner, Vorstand Personal, Porsche AG, zollte in einem Grußwort seinen Respekt auch all jenen, die nicht auf dem Siegertreppchen gelandet sind: „Durch die Teilnahme haben Sie wertvolle Erfahrungen gesammelt“. Haffner lobte die Kreativität, Innovationsgeist und das Durchhaltevermögen der Finalisten, die sich gegen Tausende anderer Teilnehmer durchgesetzt haben.

Mit Platz 2 beim JUGEND GRÜNDET Bundesfinale, einem Tablet, einem digitalen Mentoring mit Antje Leminsky, CEO, Grenke, die von eigenen Gründungserfahrungen berichten kann, sowie eine Jahresmitgliedschaft bei YEP, wurde Jakob Landbrecht, von der FOS Erding (Bayern) ausgezeichnet. Außerdem erhielt er für seine Geschäftsidee, die den lokalen Handel unterstützt, den Sonderpreis „Support Your Ort“. Albrecht von Dewitz, Gründer von VAUDE, überbrachte den Preis, ein Rucksack-Set, mit einem virtuellen Grußwort.

Den Publikumspreis, gespendet von Ferry Heilemann, Co-Founder und Chairman of the Board bei Forto, einem Unternehmen das sich auf die Fahnen geschrieben hat, die Logistikbranche zu digitalisieren, erhielt ein Schülerteam aus Meschede (NRW) vom Gymnasium der Benediktiner. Der Publikumspreis wurde in Form eines Einkaufsgutscheines für einen Eco Online Shop übergeben.

Für das Bundesfinale hatten sich Schülerteams aus Hessen (Bebra, Geisenheim), aus Baden-Württemberg (Achern, Konstanz, Bruchsal), Nordrhein-Westfalen (Meschede), Bayern (Erding), Berlin und Schleswig-Holstein (Güby) für das Bundesfinale qualifiziert. Die Finalisten, ihre Geschäftsideen sowie der Livestream der Siegerehrung sind auf der Seite www.jugend-gruendet.de/finale2020 veröffentlicht.

Im Rahmenprogramm zu sehen sind dort ein Impuls von Karim Mustaghni, Director Kairos Society, zu „Kreativität – Schlüsselfaktor für die Zukunft“, kurze Einblicke in die Projektarbeit in der Ausbildung bei Porsche sowie ein Talk mit Andreas Haffner, Mitglied des Vorstands der Porsche AG, Dr. Danyal Bayaz, MdB, Start-up-Beauftragter von Bündnis 90/Die Grünen, und Daniel Jung, Mathe-You Tube-Star, zum Thema: „Einer für alle, alle für einen 4.0 – Digitales Lernen und Bildungsgerechtigkeit“.

Bild: Platz 1: KomPot GmbH, Subonn Lee, Kilian Holle, Edgar Schmidt-Narischkin, Karl Weiss, Liv Jürgensen, Canisius Kolleg, Berlin

Quelle JUGEND GRÜNDET 

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