Sei mutig genug ambitionierte Projekte zu starten

Jonas Lindemann Mitgründer Hafven Innovation Community und Jurymitglied bei den Kultur- und Kreativpiloten im Interview

Stellen Sie sich bitte kurz unseren Lesern*innen vor?

Ich bin Jonas Lindemann, leidenschaftlicher Gründer und Kreativer, 36 Jahre alt und lebe und arbeite in Hannover. Ich engagiere mich als Fellow des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes und anderen Beiräten rund um die Themen Innovation und Digitalisierung.

Stellen Sie kurz Ihr Unternehmen vor und was sind Ihre Aufgaben im Unternehmen?

Als Mitgründer und Geschäftsführer der Hafven Innovation Community beschäftige ich mich vor allem damit, wie wir möglichst vielen Menschen einen Zugang zu dem Wissen, der Technologie und den Menschen verschaffen, die man braucht, um unternehmerische Lösungen für die wichtigen Probleme unserer Zeit zu schaffen. Ganz generell kann man sagen, wir arbeiten damit an der Demokratisierung der Innovation. Konkret bedeutet das für unser 35-köpfiges Team, dass wir heute für über 1.300 User eine Plattform für Kollaboration und an zwei Standorten Coworking Spaces, Maker Spaces und Innovationsprogramme betreiben. Ich bin dabei vor allem mit der Weiterentwicklung unserer Organisation und unseren Produkten, aber auch unserem Startup-Accelerator beschäftigt.

Wie haben Sie sich auf die Auswahlgespräche vorbereitet? Was macht das Auswahlverfahren besonders?

In erster Linie durch Vorfreude. Ich durfte die Auswahlgespräche jetzt bereits zum dritten Mal mitmachen und bin jedes Mal auf Neue fasziniert von den vielen großartigen, innovativen Menschen und Unternehmungen auf die man innerhalb eines Tages trifft. Natürlich schaue ich mir vorher die Briefings an, allerdings ist der erste Eindruck, der dadurch im Vorfeld entsteht immer ganz anders als der Eindruck, den die Menschen dann im persönlichen Gespräch bei mir hinterlassen. Man muss wissen: Die Auswahlgespräche sind für alle Seiten sehr intensiv. Jedes Jury-Team hat mit allen Bewerbern jeweils eine halbe Stunde Zeit um sich kennenzulernen, Feedback zu geben und Fragen zu stellen. Alle Jury-Teams diskutieren dann am Ende eines Tages ihre Eindrücke und treffen eine Konsensentscheidung. Dieses hohe Engagement von allen Beteiligten macht die Kultur- und Kreativpiloten für mich bereits zu einem besonderen Wettbewerb.

Was glauben Sie ist die größte Herausforderung für die Bewerber*innen in den Auswahlgesprächen?

Natürlich ist das Wichtigste erstmal, dass man sich mit einem mutigen und ambitionierten Projekt bewirbt. Das halte ich für die größte Hürde. Wenn man weiß, wie zurückhaltend nach wie vor in Deutschland gegründet wird, ist das alles andere als selbstverständlich. Insofern ist es schon etwas Besonderes, dass es für die Kultur- und Kreativpiloten wieder über 800 Einreichungen gab.

Bei den Einreichungen ist es zudem wichtig, dass man zeigt, welche Innovationskraft angewandte Kreativität haben kann und das am besten branchenübergreifend. 

Ihr Fazit nach ihrem Tag als Jurymitglied bei den Kultur- und Kreativpiloten?

Die Teams, die ich kennengelernt habe, haben eine unglaubliche Bandbreite gezeigt: von neuen Lebensmitteln über digitale Technologie bis hin zu medizinischen Produkten. Ich halte es für besonders wichtig, dass wir mehr Kreative dazu bringen, ihr Können in Form von echten Innovationen, technologisch und nicht-technologisch, zur Anwendung bringen. Diese Form der Innovation ist in Deutschland jetzt erst seit Kurzem auf dem Vormarsch und gleichzeitig relevanter denn je. Genau solche Menschen habe ich in Hamburg kennengelernt. Zudem fasziniert es mich jedes Mal wieder, wie ansteckend Motivation ist. Nach dem Tag in Hamburg wollte ich gleich selbst wieder etwas Neues starten.

Welchen Tipp möchten Sie zukünftigen Bewerber*innen mit auf den Weg geben?

Mitmachen! Sei mutig genug ambitionierte Projekte zu starten und diese auch auf einer großen Bühne zu vertreten. Lass dich dabei nicht davon bremsen, dass du dazu Dinge tun musst, die du noch nie zuvor getan hast und nicht davon, dass du in Bereichen tätig sein wirst, in denen du noch nie tätig warst – denn genau darum geht es. 

Bildquelle Marcel Wogram

Wir bedanken uns bei Jonas Lindemann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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