Achtet darauf, dass ihr im Team möglichst breit aufgestellt seid

JOBRUF Plattform für Studentenjobs in Unternehmen und bei Privatpersonen

Stellen Sie sich und das Startup JOBRUF doch kurz unseren Lesern vor!
JOBRUF ist die Plattform für Studentenjobs in Unternehmen und bei Privatpersonen. Das bedeutet, dass große Unternehmen bei uns hochqualifizierte Werkstudenten oder Promoter finden, aber auch Privathaushalte ihren neuen Nachhilfelehrer oder Babysitter um die Ecke kennenlernen. Umgekehrt bedeutet dieses Konzept natürlich für Studenten eine große Vielfalt an verfügbaren Jobangeboten.

Anfangs nur aus den beiden Gründen Lutz Hafkemeyer und Nils Kummer bestehend, umfasst das JOBRUF-Team mittlerweile 9 feste Mitarbeiter und einige Studentische Aushilfen. Sitz ist Köln-Ehrenfeld.

Wie ist die Idee zu JOBRUF entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Wir haben uns im Rahmen unserer gemeinsamen Zeit an der Uni Köln kennengelernt. Wir wollten damals schon beide gerne etwas Eigenes auf den Weg bringen, es fehlte zunächst aber einfach die zwingende Idee. Eines Freitagnachmittags rief ein alter Schulfreund aus München an und bat dringend um Hilfe. Sein damaliger Arbeitgeber suchte für das nahende Wochenende in Köln händeringend Promoter mit Verkaufserfahrung, gerne mit spezifischen Sprachkenntnissen und einer hoher Technikaffinität. Wir haben uns entsprechend sofort ans Telefon gehängt und innerhalb der nächsten Stunden auf der Suche nach passenden Interessenten unseren gesamten Kölner Bekanntschaften noch einmal aufgefrischt. Wir waren wohl letztendlich sogar erfolgreich – und es war unglaublich kommunikativ!

Aber natürlich wurde uns hautnah vor Augen geführt, dass diese Art der Personalsuche alles andere als effizient war – eine entsprechende Datenbank wäre hier sehr wertvoll gewesen! So war die Idee zu JOBRUF geboren.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Ehrlich gesagt müssen wir glaube ich aus heutiger Sicht zugeben, dass wir zu Beginn schlichtweg nur rudimentäre Ahnungen von den Möglichkeiten und Erfordernissen unseres Business hatten. Wir hatten eine hohe Arbeitsbereitschaft, klar, aber haben uns sehr schnell ins operative Geschäft gestürzt, ohne uns ernsthaft mit strategischen Fragen, relevanten Kennzahlen oder einer systematischen Prozessoptimierung zu beschäftigen. Wir hatten ein kleines Ladenlokal in Köln-Klettenberg gemietet und hatten zu jener Zeit wohl auch noch gar nicht das Bewusstsein, dass wir ein Internet-Unternehmen sind. Dies kam dann erst einige Monate später, als wir begannen, das Skalierungspotential unseres zunächst auf Köln beschränkten Geschäftsmodells zu begreifen.

Aus heutiger Sicht kann man wohl sagen, dass unsere damalige Arbeitsweise stark davon geprägt war, dass wir quasi klassisch gebootstrapped haben. Abgesehen von einem überschaubaren KfW-Gründerkredit haben wir uns selbst finanziert. Was bedeutet, dass wir auf der einen Seiten selbstbestimmt waren und bis heute sind. Außerdem haben wir so gelernt, mit knappen Ressourcen zu wirtschaften und dennoch sukzessive ein Business aufzubauen. Auf der anderen Seite haben wir aber auch keinen externen Input und keine Zielvorgaben von Kapitalgebern bekommen. Dies birgt die Gefahr, dass man sich vielleicht ein bisschen zu sehr mit sich selbst beschäftigt und evtl. wichtige Trends verpasst. Dem gilt es entgegenzuwirken, sich permanent über sein Marktumfeld zu informieren und Entwicklungen aufzugreifen. Da haben wir rückblickend sicherlich etwas liegengelassen.

Wer ist die Zielgruppe von JOBRUF?
Grundsätzlich bewegen wir uns in dem Bereich Studentenjobs, ein Nischensegment, welches die großen Anbieter wie z.B. Stepstone, Monster oder Indeed so nicht abdecken können. Gegenüber Studenten ist unser klarer Anspruch, JOBRUF als die Plattform mit dem vielfältigsten Angebot an Studentenjobs auf dem Markt zu positionieren. Da sind wir glaube ich auf einem ganz guten Weg.

Auf der Seite der Jobanbieter ist es entsprechend eine unserer großen Herausforderungen, dass wir uns an eine ziemlich heterogene Zielgruppe richten. Unser Geschäftsmodell sieht vor, dass der Personaler eines großen Unternehmens genauso gut von unserem Portal und unserem Service abgeholt wird wie die Privatperson, die noch kurzfristig zwei kräftige Umzugshelfer sucht. Dies macht einige Dinge komplexer, ist aber fester Bestandteil unseres Markenkerns.

Wie funktioniert JOBRUF?
Studenten legen ein Profil mit ihren Qualifikationen und Jobinteressen an und bekommen dazu von uns passende Jobangebote aus ihrer Nähe vorgeschlagen. Die Bewerbung ist bei vielen Jobs dann mit einem Klick möglich.
Jobanbieter geben eine Anzeige auf und erhalten Bewerbungen. Wahlweise ist auch eine Vorselektion bis hin zu einer vollständigen Direktvermittlung möglich.

Welche Vorteile bietet JOBRUF? Wo liegt der Unterschied zu anderen Jobplattformen?
Neben der angesprochenen Jobvielfalt und höchsten Serviceansprüchen ist unser eigentliches Produkt letztendlich ein möglichst effizienter, d.h. für beide Marktteilnehmer Zeit und Aufwand sparender Matchingprozess. Hier bieten wir z.B. mit verifizierten Bewerberprofilen und einem internen Bewertungssystem Lösungen an, die es bei manch anderen Anbietern in dieser Form nicht gibt.

Im Bereich der Direktvermittlung z.B. Umzugshelfern liegen wir unserer Auffassung nach bei kurzfristigen Anfragen vorn – manche Jobs können wir mittlerweile innerhalb von wenigen Minuten vermitteln.

JOBRUF, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir haben Einiges vor in nächster Zeit. Einige Stichpunkte sind mobile Nutzung, Frontenddesign und eine Erweiterung unseres Angebots. Wir sind auf die Entwicklung des kommenden Jahres sehr gespannt!

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Achtet darauf, dass ihr im Team möglichst breit aufgestellt seid – und nehmt nach Möglichkeit einen Entwickler mit ins Gründerteam (der bei uns bis heute schmerzlich vermisst wird – Anfragen sind willkommen ;-)).
Gießt eure Erfahrungen und erworbenen Kompetenzen kontinuierlich in strukturierte Prozesse, um euren Kopf vom operativen Geschäft zu entlasten.
Dass das Gründerdasein hart sein kann ist kein Geheimnis. Macht euch aber auch bewusst, welche Vorteile wie z.B. einen selbstbestimmten Arbeitsalltag ihr als Unternehmer habt und nutzt diese Vorteile auch aus.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Nils Kummer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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