Selbstbewusstsein und Mut für die vielen kleinen und großen Entscheidungen

Joachim Gröschel Gründer MedizinWissen2go sucht auf der herCAREER eine Mitgründerin

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen doch kurz vor!
Joachim Gröschel: Die Idee kam mir bei einem Nachtdienst im Krankenhaus als mich eine Kollegin fragte, ob ich mit ihr eine Runde Quizduell auf dem Smartphone spielen würde. Ich dachte mir sofort, warum nicht dieses Spiel mit passenden Fachfragen, so dass man sich spielerisch auf den aktuellen Stand bringen kann? Ich habe mich dann nach passenden Apps umgesehen und mir hunderte von Fragen für meine Kollegen ausgedacht. Das Spiel kam so gut an, dass ich unbedingt mehr daraus machen wollte. Die Idee hat sich dann in vielen Gesprächen und auch während meines MBA-Studiums konkretisiert, so dass ich 2016 mein Startup gegründet habe, das fachspezifische Fragen in einer QuizApp an medizinische Fortbildungsveranstalter verkauft. Die Fortbildungsveranstalter bekommen auf ihre Fortbildung abgestimmte Fragenpakete und können diese noch durch eigene Fragen ergänzen. Ich bin immer wieder erstaunt wie intensiv die Teilnehmer das Angebot nutzen.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Joachim Gröschel: Eigentlich war es ein Jugendtraum von mir. Ich habe mir immer vorgestellt wie Daniel Düsentrieb tolle Erfindungen zu machen und diese dann groß rauszubringen. Über mein Interesse an Pädagogik und Notfallmedizin (ich war ein paar Jahre Dozent von Erste-Hilfe-Kursen beim Roten Kreuz) bin ich dann aber zur Medizin gekommen. Die Idee von Erfindungen und deren Vermarktung hat mich aber nie losgelassen. Auch in der Medizin gibt es viel zu erfinden! Ich habe zahlreiche Projekte durchgeführt, keines hat jedoch zu einer Firmengründung geführt. Vor 3 Jahren habe ich mich dann aus Interesse an Wirtschaftsthemen zu einem MBA-Studium entschlossen. Zusammen mit meiner aktuellen Geschäftsidee hat dies dann den Ausschlag zur Gründung gegeben.

Was war bei der Gründung Ihres Unternehmens die größte Herausforderung?
Joachim Gröschel: Die größte Herausforderung ist für mich nach wie vor der Aufbau eines guten Teams. Ich bin ein Teamplayer und weiß welche enorme Power von einem tollen Team ausgehen kann. Viele mit denen ich spreche sind zwar von der Idee begeistert, sich die Idee zu eigen machen und sich dafür zu engagieren ist aber trotzdem ein riesiger Schritt, den nur wenige Mutige bereit sind zu gehen.

Kann man auch mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?
Joachim Gröschel: Auf jeden Fall. Ich habe nebenberuflich mit den ersten Versuchen begonnen, Erfahrungen gesammelt und die Geschäftsidee weiterentwickelt. Aus meiner Erkenntnis von früheren Projekten sehe ich in der Perfektion auch eine große Gefahr. Wenn man sein Produkt mit viel Geld und Energie zur Perfektion entwickelt und erst dann an den Markt geht, ist das Risiko Schiffbruch zu erleiden viel größer. Erst die Erfahrungen und Rückmeldungen beim Kunden helfen, das Produkt perfekt zu machen.

Wie sind Sie auf die herCAREER aufmerksam geworden?
Joachim Gröschel: Im Rahmen meines Networkings habe ich auch Kontakt zu verschiedenen Gründerzentren in der Region Heidelberg und Mannheim aufgenommen. Hierüber habe ich von der herCareer erfahren und mein Interesse bekundet. Als ich nach einer spontanen Zusage realisiert habe, dass die Messe in München ist wollte ich schon absagen. Es war Frau Natascha Hoffner, Geschäftsführerin von messe.rocks, die mich von den Vorteilen überzeugt hat. Jetzt hoffe ich auf anregende Gespräche und mehr.

Sie suchen auf der herCAREER eine Mitgründerin. Was sollte die Mitgründerin mitbringen?
In erster Linie kommt es mir darauf an, dass sie von der Idee überzeugt ist. Sie soll Spaß daran haben, mit mir gemeinsam ihre Ideen einzubringen und diese tatkräftig umzusetzen. Von Vorteil ist sicher ein Hintergrund in IT, Pädagogik, Medizin, Wirtschaft oder Marketing. Das sehe ich jedoch nicht als zwingend an.

Wo sehen Sie sich in den nächsten 5 Jahren?
An der Spitze eines Unternehmens, das zu einem wichtigen Partner für medizinische Fortbildungsveranstalter geworden ist und das sein Produkt auf internationalen Märkten verkauft.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?
1. Mit vielen Menschen über die Idee und das Geschäftsmodell reden, um es immer besser einschätzen zu können und gleichzeitig ein Netzwerk aufzubauen.
2. Einfach mal anfangen (just do it), denn ein weiter Weg beginnt mit dem ersten Schritt.
3. Selbstbewusstsein und Mut für die vielen kleinen und großen Entscheidungen. Dabei hilft es, sich klar zu machen, dass man oft weniger zu verlieren hat als man glaubt.

Wir bedanken uns bei Joachim Gröschel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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