Verantwortungen von Anfang an nach Stärken aufteilen und sich gut organisieren

jesango – Shopping Community für faire & nachhaltige Mode.

Stellen Sie sich und das Startup jesango doch kurz unseren Lesern vor!

jesango ist die erste Shopping Community für fair produzierte und nachhaltige Mode. jesango ist aus der Sprache Esperanto abgeleitet (jes ŝanĝo) und bedeutet „ja Veränderung“. Genau das wollen wir im Modebereich vorantreiben. 

Nach einer kostenfreien und unverbindlichen Registrierung erhalten die NutzerInnen Zugriff auf exklusive, alle 48 Stunden wechselnde Angebote fairer und nachhaltiger Produkte. Der Fokus liegt dabei auf jungen, aufstrebenden Fashion Labels, die eine faire und nachhaltige Produktion mit einem hohen modischen Anspruch verbinden. Wir wollen weg von dem Stempel „öko“ und „zu teuer“, den Fair Fashion nach wie vor (völlig zu unrecht) trägt, und KundInnen durch Rabattaktionen den Zugang zu Fair Fashion erleichtern. Gleichzeitig verstehen wir uns als Social Startup und spenden mit jeder Bestellung an MADE IN BANGLADESH E.V. und bauen Tiefbrunnen in den Regionen, die von der Umweltverschmutzung der Fast Fashion Industrie besonders betroffen sind.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Wir drei gehören zu den 79% der Deutschen, denen das Thema Nachhaltigkeit in ihrem Leben wichtig ist. Gleichzeitig ist Fair Fashion nach wie vor ein Nischenmarkt. Klar gibt es schon Online Shops, aber was Kundenerlebnis und modischen Anspruch angeht, haben uns die aktuellen Lösungen bisher immer abgeschreckt. Für uns war klar, das muss besser gehen.

Was war bei der Gründung von jesango die größte Herausforderung?

Wir arbeiten mit vielen kleinen Fair Fashion Labels zusammen und kaufen aktuell nahezu alles an, was wir im Shop anbieten. Das ist für den Kunden sehr convenient, da wir geringe Lieferzeiten und einen CO2 neutralen Versand garantieren können. Gleichzeitig binden wir damit viel Kapital. Hier eine gute Balance zwischen Service und Wirtschaftlichkeit zu finden war und ist auf jeden Fall eine Herausforderung.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Definitiv! Einer der prägendsten Sätze aus unserem Gründercoaching im Inkubator der Hochschule München war definitiv „Fail fast, fail cheap.“ Klar versuchen wir vieles gut zu durchdenken, aber wenn man es dann wirklich macht, gewinnt man plötzlich ganz neue Erkenntnisse. Wir testen möglichst viel möglichst schnell, versuchen unsere NutzerInnen wirklich gut kennenzulernen und challengen uns immer wieder selbst.

Welche Vision steckt hinter jesango?

Wir wollen faire und nachhaltig produzierte Mode zum Standard machen. Wir leben in so vielen Bereichen schon bewusster – achten auf Fleischkonsum und Plastikverbrauch und diskutieren über Mobilität der Zukunft. Die Fashionindustrie ist nach der Ölindustrie der Umweltverschmutzer Nummer 1 weltweit und trotzdem kommt sie in den ganzen Nachhaltigkeitsdebatten kaum vor. Um das zu ändern, muss der Zugang so leicht wie möglich sein. Das wollen wir erreichen.

Wer ist die Zielgruppe von jesango?

Besonders angesprochen fühlen sich Frauen zwischen 23 und 43, denen Nachhaltigkeit und bewusster Konsum wichtig ist, aber gleichzeitig im Style keine Abstriche machen wollen. Viele haben in anderen Bereichen, wie Ernährung, schon auf nachhaltige Alternativen umgestellt, aber tun sich im Fashion Bereich schwer. Hier setzen wir an.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Als erste Shopping Community für Fair Fashion bieten wir exklusive und sorgfältig kuratierte Rabattaktionen für unsere MitgliederInnen an. So ist jesango ein günstiger Einstieg in die Fair Fashion Welt. Fair Fashion kann nur mit Fast Fashion mithalten, wenn bei Kundenerlebnis und modischem Anspruch keine Abstriche gemacht werden. Wir entwickeln daher mobile-first, wählen die Labels mit größter Sorgfalt aus, verschicken selbst und schauen uns viel von den Großen ab.

jesango, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir wollen Fair Fashion zum Standard machen und die erste Anlaufstelle dafür werden. Gleichzeitig beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema Konsum und Themen wie Re- und Upcycling und dem Leasing von Kleidung. Wir wollen viel ausprobieren und vielleicht auch weitere innovative Ansätze an jesango andocken.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Frühzeitig ins Tun kommen und sich nicht zu lange mit theoretischen Business- & Finanzplänen aufhalten.

Sich und sein Geschäftsmodell immer wieder ehrlich reflektieren und jede Chance nutzen, um Feedback zu erhalten.

Verantwortungen von Anfang an nach Stärken aufteilen und sich gut organisieren. So spart man viel Zeit.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Catja Günther, Alina Friedrichs und Sophia Wittrock für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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