Jenny Marsala bewegt mit ihren Songs

Jenny Marsala, Sängerin und YouTube Star aus Stuttgart mit italienischen Wurzeln im Interview mit Roberto

Jenny, wenn man deine Biografie betrachtet fällt auf, dass du sehr früh zur Musik gefunden hast. Magst du uns schildern, wie das genau war und ab wann du genau wusstest, dass du Musik und nichts anderes machen möchtest? Gab ein besonders Schlüsselerlebnis?

Jenny Marsala: erstes Schlüsselerlebnis war als ich 5 Jahre alt war und meine Schwester und ich gemeinsam Kassetten für meinen Papa aufgenommen haben, der als ich 3 Jahre alt war, nach Italien zurück ist. Da haben meine Schwester und ich es uns zur Aufgabe gemacht regelmäßig Kassetten für ihn aufzunehmen und ihm diese dann zuzuschicken. Da haben wir dann von unserem Tag berichtet, gefragt wie es ihm geht und zum Schluss immer ein Lied, wie beispielsweise von Rolf Zuckowski, für ihn gesungen. Wenn ich später dann mal wieder ganz unverhofft wieder in so eine Kassette reingehört habe, fand ich das immer ganz großartig.

Du bist ja mit deinem Video „1 Girl 13 Voices“ sehr bekannt geworden und hast ein Millionenpublikum erreicht. Wann hast du eigentlich entdeckt, dass du stimmlich so variabel bist, so dass du die Songs berühmter Interpreten quasi perfekt covern kannst und wie genau kam es konkret dazu dein Publikum auf YouTube zu suchen?
Hast du mit solch einer Resonanz gerechnet oder war das ggf. sogar deine Intention?

Jenny Marsala: Sowas kann man gar nicht planen und ich glaube, wenn man das macht, um damit Erfolg zu haben, dass das sogar der falsche Weg ist. Das Ganze ist zu einer Zeit entstanden, in der ich viele neue Songs geschrieben habe und auf der Suche nach einem neuen Sound war. Da habe ich mich einfach umgeschaut und umgehört, was es alles so auf dem Markt gibt und mich mit vielen verschiedenen deutschen als auch internationalen Künstlern auseinandergesetzt. Es war eigentlich eine Studiosituation, in der ich nicht an Kameras oder YouTube gedacht habe. Ich habe einfach mit meiner Stimme gespielt und ausprobiert, was stimmlich so im Bereich des Möglichen ist.

So kam es, dass ich mir eben verschiedene Künstlerinnen, wie beispielsweise auch meine Idole Shakira und Britney Spears, ausgesucht habe und versuchte diese zu imitieren. Dabei habe ich herausgefunden, dass man mit seiner Stimme unheimlich viel umsetzen kann. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir dessen, dass das ein Talent von mir sein könnte, noch gar nicht bewusst. Ich war einfach fasziniert zu erleben, dass man mit der eigenen Stimme alle möglichen Gefühlslagen transportieren kann. Ich habe das einfach gemacht ohne mir Gedanken zu machen was vielleicht kommen könnte oder dass ich das überhaupt veröffentliche.

Als ich meiner Familie dann fertige Coversongs vorspielte, haben die zuerst gar nicht bemerkt, dass ich diese Songs singe. Sie dachten, dass ich einfach Songs von meinen Idolen abspielen lasse.

Als ich dann aber darauf hingewiesen habe, dass die Stimme, die sie hören von mir ist, waren sie baff. Dann erst kam YouTube ins Spiel, weil ich mich auf dieser Plattform ein bisschen umgesehen habe, was es musikalisch da so alles gibt. In diesem Zusammenhang entdeckte ich dann einen Künstler namens „Roomy“, der in einem seiner Clips stimmlich in die Rolle vieler verschiedener Künstler geschlüpft ist. Da dachte ich dann „cool, das mache ich auch“ und so entstand dann aus Spaß mein Video „One Girl – 13 Voices“.



Was hat sich durch die Popularität in deinem Leben geändert?

Jenny Marsala: Am meisten hat sich mein Leben durch eine plötzliche und extreme Medien-Resonanz verändert. Zunächst bekam ich einen Anruf von der Bild-Zeitung, die dann als Erste einen Artikel veröffentlichten. Daraufhin folgten ganz viele weitere Anfragen von Online-Magazinen über Produzenten, Firmenchefs, Managements bis hin zu Booking-Agenturen. Plötzlich war die ganze Szene an meiner Person interessiert und berichteten über mich und mein Video.

Musik songs Jenny Marsala Sängerin und YouTube Star aus Stuttgart Jenny Marsala Fotograf/Bildquelle: Hannes Caspar
Jenny Marsala Fotograf/Bildquelle: Hannes Caspar

Nachdem du mit deinem YouTube-Clip so einen Hype um dein Stimmtalent kreiert hast und du als Sängerin plötzlich für ganz viele Menschen interessant geworden bist, wie verhält es sich da eigentlich mit deiner ganz eigenen Stimmfarbe. Musstest du diese erst finden oder wie kann man sich das konkret vorstellen? Ich meine, wenn man so viele internationale Stars stimmlich nahezu perfekt nachahmen kann, woher weiß man wie die ganz eigene Stimme von Jenny Marsala klingt. Kannst du uns das näher erläutern?

Jenny Marsala: Also eigene Songs geschrieben und produziert habe ich ja schon vor dem berühmten Video. Nur wusste das da eben kaum jemand, da ich eben noch unbekannt war. Meine eigene Stimme war eigentlich schon immer da. Es ist sogar eher so, dass durch diese ganzen Voices, mit denen ich mich auseinandergesetzt habe, meine eigene Stimme noch klarer zum Vorschein gekommen ist. Ich weiß, wie die anderen Künstler klingen und ich weiß einfach noch viel mehr wie ich selbst klinge. Ich kenne den Unterschied so genau. Sowohl von der Stimmfarbe als auch von der Technik und vom Charakter, von der Seele her. Man kann es am besten so sagen: wenn ich Stimmen imitiere, singe ich einfach technisch und versetze mich gedanklich in diese Person hinein.

Wenn ich dagegen meine eigenen Songs singe, denke ich meist gar nichts mehr. Ich fühle einfach nur noch.

Das ist der entscheidende Unterschied, weil ich dann tatsächlich meine, was ich singe. Wenn ich einen Song von Britney Spears singe, dann meine ich ja nicht das, was sie singt. Dann denke ich mich einfach in Britney hinein, imitiere sie und singe. Das ist eigentlich echt lustig. Bei meinen eigenen Songs dagegen steckt ja eine Geschichte dahinter, etwas, das ich erlebt habe und mit dem Song erzählen will. Da geht es nicht darum eine Rolle zu spielen, es geht um mich selbst, um meine Seele.

Hat es dich eigentlich abgeschreckt zu sehen, dass das harte Showbiz auch oft mit tragischen Schicksalen und Lebenswegen einhergeht? Es gibt ja diesen berüchtigten „Club 27“, viele großartige Künstler sind mit 27 an Ihrer eigenen Karriere zerbrochen. Wie ist deine Wahrnehmung dazu?

Jenny Marsala: Das ist eine krasse Frage, ja, also da habe ich mich sogar ein Stück zu weit damit beschäftigt. Bei Amy Winehouse zum Beispiel, habe ich eigentlich schon an ihren Songs als auch an ihrer Stimme und ihrem ganzen Dasein bemerkt, wo ihre Seele krank ist und dass sie mit Drogen und Alkohol eigentlich nur zu kompensieren versucht hat. Vielleicht ist sie auch schon ohne festen Boden, ohne Rückhalt in diese Szene reingekommen. Beispielsweise aufgrund einer schweren Kindheit oder durch einen schweren Schicksalsschlag. Jedenfalls wurde sie auf einmal extremgefeiert und findet sich in einer Welt wieder, die völlig abgehoben von dem ist, was man normalerweise so erlebt.

Da fällt mir auch das Beispiel Falco ein. Als er mit seinem Song „Rock Me Amadeus“ einen Nummer-Eins-Hit in den USA hatte. Als sein ganzes Umfeld, das feierte, soll er wohl ganz still geworden sein, weil er vermutlich erkannt hat, dass nun der Gipfel seiner Karriere erreicht ist. Von da an geht es nicht mehr höher, es kann nur noch bergab gehen. Dasselbe findet sich auch bei Lady Gaga, als sie beim Superbowl, dem amerikanischen Event überhaupt, singt. Jeder denkt, das müsse ja das Größte für einen Künstler sein, das zu erreichen. Aber eigentlich ist es die Hölle.

Und da bin ich froh, dass ich zum Beispiel jemand wie Britney Spears als Idol hatte, und quasi hautnah miterleben konnte, wie das Showbiz jemanden kaputtmachen kann.

Diese unfassbar großartige Künstlerin wurde im Prinzip herangezüchtet, wie auch Justin Timberlake oder Christina Aguilera, die ja beide auch eine Zeit lang ziemlich krass neben der Spur waren. Jeder reagiert da eben anders darauf. Auf Britney Spears hat man meiner Ansicht nach vielleicht nicht gut genug aufgepasst. Justin Timberlake dagegen hat sich zurückgezogen. Er hat 7 Jahre auf sein Album warten lassen. Der hat dann wahrscheinlich stärkeren Rückhalt, vielleicht eine Familie, die auf ihn geachtet hat und ihm Halt gegeben hat. Vielleicht war es aber auch ein abschreckendes Beispiel zu sehen, was mit seiner Ex-Freundin Britney Spears geschehen ist. Vielleicht hat ihn das innehalten lassen.

Dieses Thema beeinflusst mich schon sehr, weil ich auch so ein Mensch bin, der vieles zu nah an sich heranlässt.

Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, leide mit dir mit, wenn es dir schlecht geht. Mich beschäftigt vieles dann einfach auch persönlich, was eigentlich gar nicht an mich adressiert ist. Ich lasse das dann so nah an mich heran und das sind so viele Höhen und Tiefen, die man erfährt und dann muss man erst einmal damit klarkommen. Und wenn man da dann niemanden hat, der einen auf den Boden holt oder dich abschirmt, dann wird das zu einer Spirale, die immer weiter geht und das kann dich kaputtmachen.

Und deshalb achte ich da ganz auf meine Ernährung, meinen Körper, Gesundheit, Sport, meine Gedanken.

Unsere Gedanken sind mächtig, denn das was man ausstrahlst kommt zu einem zurück. Und dann versuche ich immer so einen Spagat, weil wenn du dich zu sehr abschirmst und zu sehr denkst du musst dich schützen, dann verpasst du vielleicht das Leben, dann verpasst du die Höhen und Tiefen. Und dann muss man dieses Feingefühl haben, auf Dinge und Situationen entsprechend zu reagieren, indem du differenzierst, man muss für sich selbst wissen, wie macht man das am besten, wie gehst du mit allem um. Das Thema belastet mich schon sehr, gerade auch als ich die Dokumentation über AVICII kürzlich auf Netflix gesehen habe. Da bekomme ich Gänsehaut, wenn man ihn sehenden Auges in sein eigenes Unglück laufen sieht.

Wenn man die ganzen Geschichten vieler großer Stars betrachtet, die abgerutscht oder sogar verunglückt sind, versuche ich das für mich zu verwerten, umzuwandeln in einen gesunden Weg, in ein gesundes Denken. Und das bedeutet für mich auch, dass ich nicht über Leichen gehen muss, um für meinen Erfolg zu kämpfen. Und das sehe ich an großartigen Künstlern wie Herbert Grönemeyer, der am Anfang seiner Karriere von 8 verschiedenen Plattenfirmen abgewiesen wurde oder einem Gregor Meyle, der nicht der größte Superstar Deutschlands ist, aber der trotzdem erfolgreich auf Tour ist und echte Musik macht, echte Fans hat, ganz klar bestätigt. Davor habe ich großen Respekt. Das nehme ich mir dann als Vorbild.

Du hast ja auch Musik studiert. Habt ihr euch im Studium denn beispielsweise auch damit beschäftigt, wie man als Musiker und Künstler quasi zu einer Marke werden kann?

Jenny Marsala: Also in erster Linie lernt man im Studium die Musiktheorie, die Grammatik der Musik, wenn man so will. Rhythmik, Gehörbildung, Klavierspielen etc. Das ist das Handwerkszeug. Und im Gesang, da hatte ich das große Glück, dass ich Fola Dada als Vocalcoach hatte, die mir sehr geholfen hat bei meiner Markenbildung, Aber bevor ich von Markenbildung spreche, war zunächst eine Seelenfindung im Gange. Fola Dada war eine sehr gute Lehrerin, weil sie meinen Weg begleitet und nicht vorgegeben hat. Sie hat mich beobachtet und analysiert und hat dann Dinge für mich in Worte gefasst oder in Aufgaben umgewandelt. Das hat mir sehr geholfen, mich selbst zu finden. Das war mein großes Glück, dass ich mein Studium mit so einer fabelhaften Lehrerin erleben durfte und insofern hat es mir natürlich geholfen.

Und alles was man tut, jeder Weg, den man geht, jede Suche nach sich selbst formt deine Marke. Auch wenn man mit etwas scheitert oder etwas macht, was nicht zu einem passt. Dann macht man diese Erfahrung und weiß dann eben auch ganz konkret, was nicht zu einem passt. Das eröffnet dann aber gleichzeitig auch Wege zu dem, was besser zu einem passt. Insofern kann ich die Frage mit „ja, auch“ beantworten, da alles was man erlebt und erfährt letztlich Markenbildung ist.

Die Medienwelt wird immer vernetzter und schnelllebiger, die Konkurrenz ist heute nicht zuletzt aufgrund der vielseitigen und zahlreichen technischen Möglichkeiten Musik zu produzieren, als auch zu verbreiten, enorm gewachsen. Dennoch oder gerade deswegen versuchen viele, vor allem jugendliche Künstler überall auf der Welt, den Weg, den du gegangen bist mittels YouTube nachzuahmen, nehmen Coversongs inkl. Videoclips auf und versuchen sich auf diese Weise eine Fangemeinde zu erarbeiten und eine Öffentlichkeit zu generieren.

Wenn du ambitionierten und talentierten Künstlern, die heutzutage quasi ein Startup in der Musikbranche gründen, drei Tipps aus deinem reichhaltigen Erfahrungsschatz mit auf den Weg geben könntest, welche drei Tipps wären das?

Jenny Marsala: Tipp Nummer 1: schreibe Songs! Schreib so viele Songs wie es nur geht. Weil dann findest du dich und du findest einen Weg, wie du deine Geschichte, deine Gefühle am besten ausdrücken kannst.

Tipp Nummer 2: gehe auf die Suche: Teile deine Gedanken und das, was du vorhast mit der Welt. Teile es mit deiner Familie, deinem Partner, Lehrern, Schulkameraden, fremde Leute von mir aus, wenn du so an der Bushaltestelle sitzt. Oder spreche deine Gedanken und deine Wünsche offen aus und schicke sie quasi ins Universum. Teile es mit allen, damit die Welt eben auch weiß was du vorhast. Das hört sich jetzt spirituell an, aber das ist ganz einfach ein Grundprinzip.

Tipp Nummer 3: das müsste eigentlich Punkt 1 sein, aber ganz wichtig ist, dass du dich fragst, was du wirklich willst. Überlege dir gut, was du dir wünschst. Überleg dir gut, ob du glücklich bist mit dem Resultat, das du dir wünschst oder was du meinst dir zu wünschen. Stell dir vor wo du in 10 Jahren sein wirst.

Also wenn ich das ganze zusammenfassen darf: das klingt für mich danach, dass das ganze sehr viel mit Selbstfindung und daraus abgeleitetem Selbst-Bewusst-Sein zu tun hat und erstmal nur wenig mit Marketing-Aspekten zu tun hat. Kann man das so sagen?

Musik Songs Jenny Marsala Sängerin und YouTube Star aus Stuttgart Jenny Marsala Fotograf/Bildquelle: Hannes Caspar
Jenny Marsala Fotograf/Bildquelle: Hannes Caspar

Jenny Marsala: Ja, ganz genau. Natürlich ist Marketing auch wichtig. Wenn du produktiv bist, wenn du ein Produkt hast oder selbst Produkt bist und das dann mit den Menschen teilst, dann läuft das eigentlich von allein. Ich habe beispielsweise oft viel zu lange an Songs und Texten gearbeitet, weil ich dachte: „das muss jetzt fertig werden“ oder „nein der Song darf noch nicht raus“ und all sowas. Oft habe ich die Songs ewig mit mir rumgetragen, anstatt einfach mal einen unfertigen Song auch liegen zu lassen und mich mit etwas anderem zu beschäftigen.

Oft ist es auch besser, einen produzierten Song einfach in die Welt zu tragen, um dann gleich mit der Arbeit an einem neuen Song zu beginnen. Ich habe das viel zu lange zu verkopft gesehen und beispielsweise darüber nachgedacht, wer mir helfen könnte, mein Ziel zu erreichen, Wege zu ebnen oder mit wem ich zusammenarbeiten sollte, um DEN Song zu produzieren. Aber wir brauchen gar nicht jemand anderes, wir brauchen nur alles das, was in uns steckt. Das heißt jetzt nicht, dass das ein gerader Weg ohne Rückschläge oder schlechten Erfahrungen ist. Man kann auch nicht immer positiv sein, auch wenn man es wirklich möchte. Ich würde im Nachhinein auch manches anders machen, auch wenn viele oft sagen, dass sie nichts bereuen. Das trifft auch mich nicht zu.

Ich bereue so manches, aber letztlich hat mich auch das zu dem gemacht, was ich heute bin und es ist nun einfach so und nicht anders.

Wo siehst du dich in 5 Jahren, was sind deine beruflichen und privaten Ziele?

Jenny Marsala: Also privat auf jeden Fall so wie heute, einfach weil alle gesund sind, weil wir eine starke Familie sind und beruflich sehe ich mich als etablierte deutschsprachige Künstlerin mit nachhaltiger Musik, die ganz vielen Menschen hilft. Das ist mir ganz wichtig. Dass meine Musik hilft. Warum sage ich helfen: weil es Musik gibt, die hört man und es bleibt nichts hängen. Aber es gibt auch Musik, die inspiriert, so wie beispielsweise John Mayer, den wir im Hintergrund gerade hören, dass jetzt nur als Beispiel.

Da schließt sich noch eine letzte Frage an, wenn ich darf: In wie weit ist in dir der Wunsch verankert, mit deiner Musik vielleicht auch etwas zu hinterlassen, das noch da ist, wenn man selbst weg ist. Das größer ist als wir.

Jenny Marsala: Wow, großartige Frage….da bekomme ich richtig Gänsehaut…
Es gibt zum Beispiel den Song „Eisprinzessin“, der ist sehr persönlich und an meine Cousine gerichtet, die mir etwas hinterlassen hat und die leider schon gegangen ist. Wir werden geboren und lernen etwas von unseren Eltern. Unsere Eltern lernen all das was sie weitergeben von ihren Eltern und so weiter. Also wird meine natürliche Aufgabe sein, alles was ich bekommen habe, meinen Kindern, meinen „Nachfahren“ weiterzugeben und ich glaube das ist meine größte Motivation. Als ich ein Kind war und in die ersten Fallen getappt bin, die ersten Schicksalsschläge bekommen habe, die mich bis heute noch prägen, die mich bis heute vielleicht traurig oder auch fröhlich machen, hatte ich immer Musik, die mir sehr geholfen hat. Die einfach da war.

Und diese Worte in der Musik, dieses Tiefsinnige, dieses tiefe Reich hat mich dann einfach stark gemacht und wenn ich das schaffe, das mit meiner Musik zu erreichen, da muss ich schon fast jetzt, wenn ich nur daran denke, anfangen zu heulen, denn es gibt nichts Schöneres auch wenn ich heute Musik von Künstlern höre, die schon gestorben sind.

Zum Beispiel AVICII. Wir haben letztes Jahr ganz oft seinen Hit „Wake me up when it´s all over“ gespielt und da gibt es diese Zeile „I don´t know where the journey will end, but I know where to start“ Ich weiß nicht wo diese Reise enden wird, aber ich wo ich anfange oder wo er sagt „I wish I could stay forever this young“ und wenn ich jetzt daran denke, boah, der ist tot! und wenn ich jetzt diesen Song singe, dann denke ich an ihn und das inspiriert mich so sehr, dass ich allein bei dem Gedanken daran am ganzen Körper Gänsehaut bekomme. Und das ist doch das Geilste: mit Musik erzählen wir Geschichten, da singen wir keine schönen Töne, lang oder kurz, technisch korrekt.

Es geht gar nicht darum, es geht nicht um Aussehen und all sowas. Ja es ist vielleicht ein schönes Bild, wenn jemand attraktiv ist, da schaut man gerne hin und so aber die Geschichte ist doch das, was letztlich bleibt.

Ja das kenne ich auch aus eigener Erfahrung, Musik hat die Fähigkeit, dir nicht nur Geschichten zu erzählen, sondern auch Lebensabschnitte, Menschen, Situationen, Sinneseindrücke jeder Art miteinander zu verknüpfen und sie dir zurück zu bringen, wenn du diesen Song nach Jahren wieder hörst.

Jenny Marsala: Ja genau, oder es gibt Songs, die dich an eine vergangene Liebe erinnern, die dir einen geliebten Menschen, der schon weg ist wieder nahe zu dir bringen, auf eine Weise, wie es nur Musik vermag.

Jenny, ich danke dir herzlich, dass du dir die Zeit genommen hast und so offen mit mir dieses hochinteressante Gespräch geführt hast, das sicher ganz viele Menschen mit einer berührenden und nachhaltigen Botschaft erreichen wird, vielen Dank!

Fotos: Jenny Marsala Fotograf/Bildquelle: Hannes Caspar

Weitere Informationen finden Sie hier

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Roberto Bevilacqua

Roberto Bevilacqua arbeitet seit vielen Jahren als erfahrener Songwriter und Produzent für nationale als auch internationale Künstler sowie renommierte Unternehmen vorwiegend im Bereich Markensongs & Werbejingles und betreibt ein eigenes Tonstudio. Der Initiator mehrerer erfolgreicher regionaler Talentwettbewerbe arbeitet seit 2016 auch als Musikjournalist und Experte. www.sanduhr-productions.com www.markensongs.com www.sing-box.de

KOSTENLOSER NEWSLETTER

Erhalten Sie regelmäßig die neuesten Updates der internationalen Startup-Szene!

Hier finden Sie unsere Datenschutzerklärung

X