Jennifer Schäfer: Bleibt realistisch

Treffen Sie Jennifer Schäfer Gründerin von DailyDress auf der herCAREER in München

Jennifer Schäfer Gründerin von DailyDress wird auf der herCAREER ein Meetup zum Thema Female Founder in Tech: Über unseren Weg zum Gründerpreis für digitale Innovation halten

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen doch kurz vor!
Ich bin Mitgründerin von DailyDress. Wir haben die erste App entwickelt, die die tägliche Kleiderfrage abnimmt: Die DailyDress App präsentiert Outfits, die zum eigenen Kleiderschrank, dem aktuellen Wetter sowie dem gewünschten Anlass passen. Hintergrund unseres Konzepts ist die Annahme, dass selbstlernende Algorithmen Alltagsentscheidungen abnehmen (oder zumindest stark vereinfachen) können. Meine Mitgründerin Laura Karim hatte die Idee zur App während ihrer Promotion in kognitiven Neurowissenschaften. Gemeinsam mit Marius Murtz, unser UX Screendesigner, haben wir dann gemeinsam das Konzept entwickelt.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Das war bei uns eher ein schleichender Prozess. Zuerst waren wir einfach nur begeistert von der Idee und wollten sehen, wie weit wir kommen. Wir haben zunächst alle noch Vollzeit gearbeitet, DailyDress war zunächst ein spannendes Projekt neben der Arbeit. Irgendwann kam dann der Zeitpunkt, an dem wir uns entscheiden mussten – alles oder nichts. Die Entscheidung ist mir da aber schon sehr leicht gefallen: Ich war schon voll „drin“ und begeistert vom Konzept und der Start-Up Welt. Ich glaube im Endeffekt war es eine leichte Entscheidung, weil ich wusste, dass ich es mir nie verziehen hätte, es nicht zu wagen.

Was war bei der Gründung Ihres Unternehmens die größte Herausforderung?
Das Geld. Wir haben glücklicherweise ein EXIST Stipendium erhalten, mit dem wir große Teile abdecken konnten. Ohne dieses Stipendium wüsste ich heute nicht, wo wir wären. Natürlich ist es auch eine Herausforderung gewesen, dass wir alle drei das erste Mal gegründet haben. Hier hatten wir aber, auch wieder durch EXIST, aber auch durch viele andere Initiativen, großartige Unterstützung.

Kann man auch mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?
Ja. Die Idee wird sich sowieso noch diverse Male verändern und das ist auch gut so. „Build, Measure, Learn“ ist die wichtigste Regel: Unser Produkt ist heute in vielerlei Hinsicht weit von der anfänglichen Idee entfernt, weil wir viel gelernt und entsprechend angepasst haben. Und unser Produkt wird sich auch noch zukünftig diverse Male wandeln. Das einzige, das annähernd „perfekt“ sein sollte, ist die eigene Motivation und Vision und das richtige Team, um diese Vision umzusetzen.

Wie sind Sie auf die herCAREER aufmerksam geworden?
Durch den Gründerpreis für digitale Innovation, den wir gewonnen haben.

Zu welchem Thema werden Sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen auf der herCAREER weitergeben?
Ich werde über unsere Konzeptentwicklung und den Weg zum Gründerpreis sprechen – und über all die Stolpersteine und Herausforderungen auf diesem Weg. Wir freuen uns besonders über diesen Preis, weil wir es am Anfang gar nicht so leicht hatten: Wenn zwei Frauen ein Konzept für eine „Mode-App“ (so wird DailyDress im ersten Moment immer gern verkannt) vorstellen, ist es erstmal schwer, gehört zu werden. Umso mehr freuen wir uns, dass wir überzeugen und uns durchsetzen konnten.

Wie wichtig sind solche Events für Gründerinnen?
Solche Events sind für Gründerinnen und Gründer gleichermaßen wichtig. Der Austausch mit anderen bringt einen immer weiter: Sowohl von den Erfolgen, als auch von den Fehlern anderer zu lernen, und einfach von der Erfahrung zu profitieren, ist sehr wichtig.

Wo sehen Sie sich in den nächsten 5 Jahren?
Eines der vielen Dinge, die ich seit der Gründung gelernt habe, ist, dass es nie so kommt, wie man sich es vorstellt. Und das ist wundervoll! Ich habe viele verschiedene Szenarien im Kopf, wo wir in fünf Jahren stehen, und bin sehr gespannt darauf zu sehen, welche es wird. Oder vielleicht auch etwas völlig Unerwartetes.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?
Bleibt realistisch: Euphorie ist super und definitiv ein Motor, aber man sollte trotzdem nie die Bodenhaltung verlieren.

Seid lösungsorientiert: Ihr werdet unzählige Male kleine Niederlagen einstecken müssen und Fehler machen. Das machen alle, und es ist okay. Wichtig ist, nicht ewig über die Fehler zu schmollen, sondern die Lösung finden, daraus zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen.

Bleibt euch treu: Geht zwischendurch immer mal wieder einen Schritt zurück, betrachtet das große Ganze und erinnert euch daran, wieso ihr ursprünglich Gründen wolltet. Aus der Vogelperspektive ist vieles immer so viel einfacher zu erkennen und zu bewerten.

Und mein vierter Tipp, wenn ich darf: Egal, ob es klappt, oder nicht – gebt euch jeden Tag selbst ein großes High Five dafür, dass ihr es durchzieht und euch etwas traut. Allein euer Mut und Engagement ist schon ein riesen Erfolg. Rock’n’Roll!

Bild: v.l.n.r: Jennifer Schäfer, Dr. Laura Karim, Marius Murtz

Wir bedanken uns bei Jennifer Schäfer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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