Alles braucht seine Zeit, aber das ist Teil des Spiels!

Jenah St. vegane Designer-Handtasche in Italien hergestellt

Stellen Sie sich und das Startup Jenah St. doch kurz unseren Lesern vor! 

Die Mission von Jenah St. ist es, zu zeigen, dass du eine wunderschöne Designer-Handtasche haben kannst, die zu 100% in Italien nach luxuriösen handwerklichen Standards hergestellt wird – aber ohne Tierhaut. Unser Material ist eine mit dem Ecolabel zertifizierte, vegane Alternative, die deutlich widerstandsfähiger ist als Leder. 

Das Motto der Marke lautet „Follow the arrow“. Es ist in jede der Taschen gedruckt, um die Trägerin daran zu erinnern, ihren eigenen Weg zu gehen. Auch auf unserem Blog „The Café Journal“ geht es um Frauen, die ihrer eigenen Vision gefolgt sind und daraus etwas Großartiges geschaffen haben. 

 „Jenah“ bedeutet Paradies auf Arabisch. Die Idee war, ein eigenes kleines Paradies zu schaffen: Ein Modelabel mit weniger Auswirkungen auf die Umwelt; eine Marke mit einer Stimme, die Werte und Informationen vermittelt, während sie gleichzeitig Spaß und Freude an der Mode hat.  

Warum haben Sie sich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen? 

Ich arbeitete lange Zeit als Fashion Creative Director bei einem E-Commerce-Riesen in Bangladesch, Myanmar und Pakistan. Ich leitete Teams und war ständig von der rasanten Umgebung begeistert. Das war ein erster Blick darauf, wie das Unternehmerleben sein könnte. Das Leben in dieser Region, insbesondere in Bangladesch, hat mir auch gezeigt, welche Auswirkungen die Schwerindustrie auf Land und Leute haben kann. Zurück in Europa wollte ich etwas Eigenes schaffen – und zwar nach meinen Regeln und Werten. 

Ich habe zuerst eine Lederwarenfirma mitbegründet, die auch heute noch erfolgreich ist. Die Lederverarbeitung öffnete mir jedoch die Augen für diese Branche und löste in mir ein Feuer aus, das zu Jenah St. führte. Zu der Überzeugung, dass andere Lebewesen für unseren Modekonsum nicht leiden dürfen, gesellte sich die Tatsache, dass die Umweltbelastung einer Tasche allein durch den Einsatz von Hochleistungssynthetikgeweben um das Zweifache reduziert werden kann.

Was war bei der Gründung von Jenah St. die größte Herausforderung?

Meine persönliche Herausforderung: Ich war Creative Director und habe in dieser Position erfolgreich gearbeitet. Damit das Projekt existieren konnte, musste ich aber außerdem Geschäftsführer werden, mich in ein ganz anderes Themenspektrum vertiefen und hart arbeiten – ich lerne immer noch. 

Die größte Herausforderung für das Unternehmen: Missverständnisse über das Material, das wir verwenden, aus dem Weg zu räumen. Viele denken, dass unsere Taschen weniger widerstandsfähig oder luxuriös sind, weil sie aus einer synthetischen Alternative statt aus Leder bestehen. Dabei ist unser Material in der Produktion sogar teurer als Tierleder. 

Was viele nicht wissen: Einige Kälber werden nur für die Verwertung ihrer Haut aufgezogen – Leder ist somit in vielen Fällen nicht einmal ein Nebenprodukt der Fleischindustrie. 

Wir haben außerdem ein Recycling-Programm entwickelt. Kunden können ihre Tasche nach einem Jahr gegen einen Gutschein zurücksenden. Dann geben wir die gebrauchte Tasche in einen zweiten Produktionszyklus und verwenden das Material und das Zubehör erneut, um einen kleineren Gegenstand zu schaffen und ihm ein zweites Leben zu schenken. 

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Nichts ist jemals perfekt. Die Frage ist: Wie viel Mühe und Engagement bin ich bereit, in dieses Projekt zu investieren? Wie sehr bin ich von meiner Idee überzeugt und wie inspiriert mich die Reise? Sobald diese Fragen beantwortet sind, lässt sich feststellen, ob man es aus den richtigen Gründen tut. Es ist ein Marathon, kein Sprint. 

Jenah St. vegane Designer-Handtasche in Italien hergestellt

Welche Vision steckt hinter Jenah St.? 

Die Einheit aller Lebewesen anzuerkennen und mehr Verantwortung in der Modebranche zu übernehmen – obwohl sie dabei weiterhin schön und inspirierend bleibt. 

Wer ist die Zielgruppe von Jenah St.? 

Frauen, die schöne Objekte lieben, Mode zu schätzen wissen und gleichzeitig versuchen, mehr Bewusstsein in ihr Kaufverhalten zu bringen – indem sie lokale, faire und qualitativ hochwertige Stücke mit geringerer Umweltbelastung kaufen. 

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unsere Taschendesigns sind sowohl schlicht als auch zielgerichtet: Eine kleine Kollektion, in der jedes Stück zu bestimmten Lebenssituationen passt. Auch die Qualität und die Haptik unseres veganen, italienischen Materials heben uns von anderen ab. Und natürlich unsere Stimme: Das Bestreben, Informationen und Werte weiterzugeben. 

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Als Vorbild für die Modewelt. Ich möchte die Branche dazu inspirieren, in verschiedenen Kategorien zu wachsen und alles möglich zu machen, um unsere Umweltbilanz zu verbessern – beispielsweise durch ein sich stetig weiterentwickelndes Angebot mit neuen, innovativen und leistungsstarken Materialien. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Frag dich immer, was der wahre Grund für deinen Wunsch ist, ein Unternehmen zu gründen – oftmals ist es nämlich ein ganz anderer, als wir denken. Identifiziere deine Stärken: Finde heraus, was du gerne tust, was du noch lernen musst und wo du dir Hilfe suchen solltest. Behalte das große Ganze zwar immer im Blick, aber bewege dich Schritt für Schritt. Alles braucht seine Zeit, aber das ist Teil des Spiels! 

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Jennifer Bautmans für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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