Jasmin Redweik: Seid mutig und geht Schritt für Schritt

Treffen Sie Jasmin Redweik Gründerin von BALIS auf der herCAREER in München

Jasmin Redweik Gründerin von BALIS wird auf der herCAREER ein Meetup zum Thema Von der Idee zum fertigen Getränk – Insights zur Entwicklung und Markteinführung einer innovativen Limonade halten

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen doch kurz vor!
Jasmin Redweik: Hi! Mein Name ist Jasmin Redweik, ich bin 29, gebürtige Münchnerin und seit März 2016 Gründerin und Geschäftsführerin der BALIS GmbH. BALIS ist eine junge Firma aus München, die für innovativen Limonaden-Genuss steht und dafür, dass aufwendige Getränke aus der Gastronomie vereinfacht und damit überhaupt oder vermehrt Läden und den Menschen zugänglich gemacht werden. So war es auch mit unserem ersten Produkt – der Basilikum-Ingwer-Limonade.

Kris, Robert und ich hatten uns Anfang 2015 das Ziel gesetzt, den erfrischenden Gin Basil Mule von den gehobenen Bars der Nation sozusagen „auf die Straße“ zu holen. Dazu muss man wissen, dass viel frisches Basilikum notwendig ist, um nur einen Gin Basil Mule zu machen – und das ist für viele Gastronomen und Endverbraucher einfach zu viel Aufwand und auch insofern eine Herausforderung, weil Basilikum schnell verdirbt. Unser Anspruch war es also eine Limonade zu kreieren, die man wunderbar pur, aber auch ganz einfach mit diversen Alkoholika zu tollen Drinks mischen kann – frei nach dem Motto: „Good drinks, made easy“.

Die Basilikum-Ingwer-Limonade ist nun seit Ende Mai 2016 verfügbar und wir sind sehr dankbar und zufrieden, wie sie bislang angenommen wurde. Wir haben uns mittlerweile über die Grenzen Münchens und Bayerns hinaus entwickelt und sind nun auch in anderen Großstädten und Gebieten der Nation wie z.B. Berlin, Hamburg und Köln angekommen. Auch den Schritt ins Ausland haben wir bereits gewagt und sind hier ebenfalls sehr glücklich über die Resonanz. Gerade arbeiten wir an unserer zweiten Sorte und wir freuen uns schon sehr, wenn wir diese der Welt präsentieren können.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Jasmin Redweik: Ich hatte schon immer den Traum mein eigenes Ding zu machen, einfach um selbstbestimmt und frei arbeiten zu können. Was aber noch viel wichtiger war, war der Wunsch meine Ideale und Werte so leben zu können, wie ich es mir immer gewünscht hatte. Leider habe ich das in meinen vorherigen Arbeitserfahrungen nicht immer so erfüllt gesehen. Um ein Beispiel zu geben, was genau ich damit meine: ich bin selbst Teil der neuen, jungen Generation, die immer mehr in die Arbeitswelt nachrückt und der es verstärkt darum geht, dass ihre Arbeit einen Sinn hat, einen Beitrag leistet, den eigenen Lifestyle ermöglicht und Geld nicht so im Vordergrund steht. Mir ist es in meinem Unternehmen daher total wichtig, wenn jemand Neues bei uns anfangen will, erstmal die Person zu verstehen, die mir da gegenübersitzt.

Ich versuche immer den Menschen in seiner Ganzheit zu sehen und was er oder sie als Individuum braucht, um glücklich und erfüllt zu sein. Und wenn das bedeutet, dass nur eine Teilzeit-Stelle eingegangen werden kann, weil die Person noch einen Tag als Barista und einen als Babysitter arbeiten möchte, dann ist das total fair. Lieber habe ich ein Teammitglied, das toll zu uns passt und drei Tage pro Woche Vollgas gibt, als fünf Tage da zu sein, dafür aber unzufrieden ist. Ein anderes Beispiel ist aktive, offene Kommunikation und die Wertschätzung der Mitarbeiter – was eine kleine Blume zum Start sein kann und eine nette Kleinigkeit zum Abschied. Es braucht hier oft gar nicht viel… weil wie auch sonst im Leben die kleinen Dinge den Unterschied machen.

Was war bei der Gründung Ihres Unternehmens die größte Herausforderung?
Jasmin Redweik: Rückblickend würde ich sagen, dass auf jeden Fall die Entscheidung aus dem sicheren Hafen – also der Festanstellung bei einem etablierten Unternehmen – hinein in ein Abenteuer mit unbekanntem Ausgang den größten Mut abverlangt hat. Und das ist ja auch total normal, weil jeder Angst hat, was passiert, wenn es nicht so läuft wie gedacht, man nicht genügend Geld verdient und die Miete nicht zahlen kann.

Hier ist mein Tipp, dass man nicht von heute auf morgen komplett ins kalte Wasser springen muss, sondern das Schritt für Schritt macht und das Risiko minimiert. Ich habe das zum Beispiel so gemacht, dass ich zunächst von einer Vollzeitstelle in eine Teilzeitstelle gegangen bin – was mir mein damaliger Arbeitgeber schönerweise ermöglicht hat. Wenn das nicht geht, dann kann man sich auch andere Modelle überlegen, die einem eine gewisse Sicherheit für den Anfang geben – gerade in finanzieller Hinsicht. Es gibt heute viele Fördermodelle für Gründer, die den Start erheblich erleichtern können – und das darf und soll man in jedem Fall nutzen.

Kann man auch mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?
Absolut. Ich würde sogar sagen, man muss starten, bevor man selbst denkt, dass alles perfekt ist. Weil diesen Zustand gibt es meiner Meinung nach nicht. Und häufig ist dieser extrem hohe (und oft auch überhöhte) Anspruch an uns das, was uns davon abhält unsere Ideen und Träume zu verwirklichen. Es gibt dieses tolle Zitat von der Schriftstellerin Suzy Kassem, die gesagt hat „Doubt kills more dreams than failure ever will.“. Und darin liegt für mich so viel Wahres. Unsere Zweifel, dass wir nicht gut genug sind, nicht genügend über ein Thema wissen, dass wir alles noch besser machen können… Genau dieses Denken ist es, dass so viele Träume platzen lässt. Und natürlich wird es Rückschläge geben, und ganz sicher wird man Probleme zu lösen haben oder sogar vielleicht im schlimmsten Fall einen Fehlschlag erleiden.

Aber ist das alles nicht besser als sich irgendwann später immer wieder den Vorwurf zu machen, dass man es nie versucht hat?

Eines kann ich über die Zeit als Unternehmerin definitiv sagen: das Allermeiste lernst du auf dem Weg. Ich wusste so viele Dinge nicht, die ich erst im Laufe der Zeit erfahren habe. Und das ist völlig ok. Weil ich behaupten kann, dass ich immer mein Bestes gegeben habe und ganz wichtig auch, dass ich mir Hilfe geholt, erfahrende Menschen um Rat gefragt habe und immer offen war für Feedback. Aber auch – und das ist mindestens genauso wichtig – meinem Instinkt gefolgt bin, wie ich die Dinge anpacke, wen ich einstelle und was zu uns passt und was nicht.

Eine eigene klare Vision und Linie zu haben, der man folgt, und sich nicht durch die Meinungen anderer ständig davon abbringen zu lassen – das ist essentiell!

Wie sind Sie auf die herCAREER aufmerksam geworden?
Ich habe die Geschäftsführerin der messe.rocks Natascha Hoffner kurz bei einem Treffen von PANDA in München kennenlernen dürfen. PANDA ist ein Netzwerk für weibliche Führungskräfte und Nachwuchstalente, und fördert im Grunde auch wie die herCAREER Frauen in der Berufswelt weiterzukommen, ihr Potenzial zu leben und sich mit anderen tollen Frauen zu vernetzen.

Natascha ist dann im Nachgang auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich nicht ein Meet-Up zu BALIS machen möchte. Ich bin super dankbar für diese Möglichkeit und freue mich schon riesig auf die Messe.

Zu welchem Thema werden Sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen auf der herCAREER weitergeben?
Bei meinem Meet-Up wird sich alles um das Thema drehen, wie wir von der Idee zum fertigen Produkt gekommen sind, welche Schritte das umfasst hat, was wir auf dem Weg gelernt haben und welche Herausforderungen wir uns als Startup in der Getränke-Industrie gegenübersehen.
Also spannend für alle, die mehr zum Thema Produktentwicklung, Markteinführung und Vermarktung eines Produktes lernen wollen.
Und natürlich dürfen sich die Teilnehmer auch auf eine Kostprobe freuen!

Wie wichtig sind solche Events für Gründerinnen?
Aus meiner Sicht sehr wichtig. Es ist eine tolle Gelegenheit, um Gleichgesinnte kennenzulernen, sich zu vernetzen, auszutauschen und auch sich der Welt zu zeigen. Ich wünsche mir ohnehin, dass wir wieder mehr zu einem gegenseitigen Unterstützen, Befürworten und Vernetzen kommen. Denn jeder hat seinen Platz hier und es ist genug für alle da. Wenn wir freundlich und empathisch miteinander umgehen, haben wir alle so viel mehr davon.

Wo sehen Sie sich in den nächsten 5 Jahren?
Mein großes Ziel und erster Wunsch ist es unser Unternehmen BALIS gesund und erfolgreich wachsen zu sehen. Dass wir möglichst viele Menschen erreichen und mit unseren Produkten begeistern dürfen. Ferner ist es meine persönliche Vision, die ich sowohl innerhalb BALIS als auch über seine Grenzen hinaus realisieren will, dass ich dazu beitrage, dass wir alle bewusster werden. Bewusster wer wir selbst sind und was wir dieser Welt zurückgeben können, bewusster wie wir mit unseren Mitmenschen und vor allem unserer Umwelt und unseren Tieren umgehen, und das Bewusstsein dafür, dass jeder einzelne von uns dazu beitragen kann und auch muss, damit wir in der Welt leben können, die wir uns wünschen. Eine Welt, die nicht von Gier, Macht und Geld regiert wird, sondern von Nächstenliebe, Empathie und Bewusstheit.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?
Seid mutig und geht Schritt für Schritt.
Bleibt stets offen für die wundervollen Möglichkeiten, die euch das Leben schenkt.
If you want to go fast, go alone. If you want to go far, go together. (Afrikanisches Sprichwort)

Bild: Team BALIS Mitte Jasmin Redweik Fotograf: Helene Schueler

Wir bedanken uns bei Jasmin Redweik für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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