Jack Tomato Auktionsplattform für gebrauchtes Gastro-Inventar

Jack Tomato online Auktionsmarktplatz für ausschließlich gebrauchtes Hotel- und Gastronomieinventar

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Jack Tomato doch kurz vor!
Nach 11 Jahren klassischer Karriere in Unternehmensberatung und Mittelstandsberatung für eine Bank, habe ich meinen Freund 3 Jahre lang bei der Planung, Vorbereitung und Umsetzung seines Gastronomiekonzeptes begleitet. In der Zeit entstand die Idee zu Jack Tomato.
Jack Tomato ist der erste online Auktionsmarktplatz für ausschließlich gebrauchtes Hotel- und Gastronomieinventar. Die Gastronomie ist die größte Branche Deutschlands und hat gleichzeitig die höchste Insolvenzrate. Im Jahr gehen durchschnittlich 55.000 Betriebe pleite und ebenso viele wagen den Neustart. Jedes Mal steht Inventar im Raum. Bislang gab es dafür keinen Marktplatz. Bei uns darf nur Gebrauchtes verkauft werden, damit sich Marktpreise bilden können. Neben dem Marktplatz bieten wir ein Forum für den Austausch unserer Nutzer untereinander.

Wie ist die Idee zu Jack Tomato entstanden?
Als ich meinen Freund bei der Umsetzung seiner Gastronomieidee begleitet und unterstützt habe, habe Ich bewusst und vor allem aus Neugier jeden Schritt mitgemacht.
Wir haben damals im Rahmen der Abstandsverhandlungen mit dem Vormieter der Gastronomiefläche, die wir übernehmen wollten händeringend nach Referenzpreisen gesucht, um die Verhandlungen zu objektivieren – vergeblich. Nach erfolgreicher (aber zu teurer) Übernahme der Wunschflächesaßen wir auf Inventar, das wir nicht haben wollten und das schnell weg musste, um Platz für den Umbau zu schaffen. Die Suche nach einem passenden Marktplatz endete wieder ergebnislos. Und wir wollten Eigenkapital sparen, indem wir Gebrauchtes kaufen. Keine Chance.
Daraufhin habe ich angefangen mit unseren Brauereipartnern zu sprechen und festgestellt, dass deren Problem damit ein viel Größeres ist. Abzuschreibendes Inventar aus finanzierten Insolvenzen belastet tatsächlich die Bilanz.
Damit war die Idee geboren.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die Beurteilung der technischen Komplexität meines Projektes und die Definition der genauen Anforderungen, um der sehr heterogenen Zielgruppe gerecht zu werden war bislang der komplizierteste Teil. Ich habe anfangs zu unerfahrene Leute befragt. Das hat Zeit und damit natürlich auch Geld gekostet. Als fast ebenso schwierig habe ich die darauffolgende Auswahl der externen Dienstleister empfunden. Das sollte mit Bedacht geschehen, um Ärger und Enttäuschungen zu vermeiden.
Bislang habe ich das gesamte Projekt mit eigenem Geld stemmen können. Nachdem wir mittlerweile schon Umsätze machen und extrem schlank aufgestellt sind, sollte das auch weiterhin so klappen. Wir planen allerdings noch einige Erweiterungen und dann werde ich die Situation noch einmal gründlich bewerten. Ein passender Investor bringt neben Geld ja schließlich auch Know-How. Glücklicherweise gibt es schon zahlreiche Interessenten.

Wer ist die Zielgruppe von Jack Tomato?
In erster Linie alle Entscheider, also Personen mit Einkaufsverantwortung aus dem Gastgewerbe im deutschsprachigen Raum. Dazu zählen Gastronomie- und Hotelbetriebe aller Art, aber auch die Finanzierer der Branche wie z.B. Brauereien und Getränkefachgroßhändler sowie Verwerter im Insolvenzfall, also Insolvenzverwalter und Inventarverwerter. Nicht zu vergessen der Einzelhandel, der in einigen Bereichen Ausstattung benötigt bzw. einsetzt, die auch im Gastgewerbe Anwendung findet und Privatpersonen. Letztere treten jedoch hauptsächlich als Käufer auf.

Welche Produkte findet man auf Jack Tomato?
Bereits heute findet man Artikel aus fast allen Bereichen der Branche. Angefangen bei technischen Geräten aus Küche, Bar, Lager und Zimmern über Möbel bis hin zu Gläsern, Textilien und Dekoration. Und es werden immer mehr. Sogar einen Imbisswagen haben wir derzeit im Angebot.

Wer kann Produkte einstellen?
Grundsätzlich jeder, jedoch darf nur Gebrauchtes bzw. Artikel mindestens aus zweiter Hand angeboten werden. Wir möchten keine Power-Seller von Neuware, die den einzelnen Wirt oder Betreiber mit seinen gebrauchten Angeboten verdrängt und die Bildung von Referenzpreisen verhindert. Und natürlich sollte es Branchenrelevant sein. Darauf müssen wir allerdings keinen Einfluss nehmen. Das regelt sich von selbst.

Wie teuer sind die Gebühren?
Unser Gebührenmodell ist sehr einfach und transparent, damit unsere Nutzer es verstehen und keine Überraschungen erleben. Wir erheben eine Verkaufsprovision von 4,5% zzgl. USt. auf den Nettoverkaufspreis. Ab April wird zusätzlich eine gestaffelte Einstellungspauschale von maximal € 20 zzgl. USt. erhoben, weil wir davon ausgehen müssen, dass zahlreiche Nutzer versuchen werden, uns durch Nebenabreden um die Provision zu bringen. Für Verwerter, Insolvenzverwalter und Finanzierer gilt das jedoch nicht. Diese Nutzer sind selbst auf eine korrekte Rechnung angewiesen und können die Pauschale zum Teil buchhalterisch nicht zuordnen bzw. weiterbelasten, wenn es zu keinem Verkauf kommen sollte.

Jack Tomato, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In 5 Jahren soll Jack Tomato dem deutschsprachigen Gastgewerbe als erste Anlaufstelle bei Herausforderungen dienen. Wir werden nicht mehr nur Marktplatz sein. Einige Erweiterungen sin bereits in Arbeit.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Ruhe bewahren. Fokus nicht verlieren. Nicht größenwahnsinnig werden. Fehler entschlossen korrigieren.
Und: Der Erfolg misst sich nicht an der Mitarbeiterzahl und dem Styling des Büros oder der Anzahl an Start-Up Veranstaltungen, die man besucht. Die tatsächliche Arbeit ist und bleibt wichtiger.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Jennifer von Bernstorff für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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