Glaubt an Euch und Eure Idee!

JaaLL – Jaa Lecker Rockt

Stellen Sie sich und das Startup JaaLL doch kurz unseren Lesern vor! 

Hallo, ich bin Christin Hamester, 46 Jahre jung, Bilanzbuchhalterin, Adoptivmutter, Nahrungsmittelspezialist und Gründerin von JaaLL – Jaa Lecker Rockt.

Hallo, ich bin Gesche Gerhard, 40 Jahre jung, Ingenieurin, Mutter, Nahrungsmittelspezialist und mit Christin zusammen Gründerin von JaaLL – Jaa Lecker Rockt.

Christin: JaaLL – Jaa Lecker Rockt ist DER Spezialist für freigenüssliche Spaßküche bei Mehrfachunverträglichkeiten und für Kreativkochliebhaber. Wir öffnen dir die Welt und du rockst das Leben!

Gesche: Leben mit Unverträglichkeiten oder anderen Ernährungsweisen rückt immer mehr in das Bewusstsein der Menschen. Glutenfrei oder Laktosefrei hat jeder schon mal gehört. Vegan.

Hinter diesen Bekanntheiten gibt es noch so viele andere Unverträglichkeiten, die Menschen in ihr tägliches Leben integrieren müssen.

Mit JaaLL nehmen wir die größte Herausforderung an: die Kombination unterschiedlichster Unverträglichkeiten im täglichen Leben! Z. B. Glutenintoleranz im Zusammenspiel mit Milcheiweißintoleranz und Fruktoseintoleranz! Da beginnt die Musik! (beide lachen).

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen? 

Ein eigenes Unternehmen bringt uns die Freiheit, unsere Leidenschaften zu kombinieren: die Freiheit, als unser eigener Chef berufstätig sein zu können, unsere Gehirne zu benutzen und auch unsere Familien zu genießen. Mit einer Sache, von der wir viel verstehen und die wir tagtäglich leben: Ernährung mit und bei Mehrfachunverträglichkeiten – wohlgemerkt, jeder hat andere Unverträglichkeiten, genau darin besteht die Besonderheit und unser Angebot an unsere Kunden.

Schon lange war uns unabhängig voneinander klar, dass wir unbedingt Familie und Beruf am liebsten mit Leidenschaft kombinieren wollten. Durch enge Zusammenarbeit waren wir schon befreundet und wussten, dass wir Werte und Überzeugungen teilen in Bezug auf Arbeit, Arbeitsbedingungen und Vereinbarkeit mit Familie. Wir sind hochqualifiziert, und die deutsche Wirtschaft schafft es nicht, dies alles zu vereinbaren. Da sind uns andere Länder wie z. B. Schweden oder auch Frankreich weit voraus.

Genau, mit der Geburt meiner beiden Adoptivkinder scheine ich für Arbeitgeber irgendwie meine Intelligenz und meine Einsetzbarkeit verloren zu haben. Über 20 Jahre Berufserfahrung als Allein- bzw. Bilanzbuchhalterin waren plötzlich unwichtig vor der Unkalkulierbarkeit einer Mitarbeiterin, die noch dazu Mutter ist. Das Muttersein veränderte einfach alles.

Wir möchten unbedingt arbeiten, aber wir möchte nicht ständig durch unsere Leben hetzen und es Arbeitgebern recht machen, die ausschließlich auf Profit aus sind.

Plötzlich saßen wir nachts um 2 Uhr im Auto vor der Tür und quatschen seit Stunden. Dass es drinnen bei Kamin und einem Tee viel schöner gewesen wäre, das haben wir vor Reden einfach vergessen. Wir hatten die gleichen Erfahrungen mit Vereinbarung von Familie und Beruf gemacht.

Als dann meine vielfältigen und massiven Nahrungsmittelunverträglichkeiten diagnostiziert wurden, und danach die meiner ganzen Familie, war Christin diejenige, die sich sofort und ohne zu zögern darauf einstellte, dass meine Familie immer etwas zu essen in ihrem Haus finden könnte.

Wir diskutierten, experimentierten, wir backten und kochten miteinander und gingen achtsam auf die Bedürfnisse des jeweils anderen ein. Hier wurde der eine Satz ausgesprochen:

„Wir sollten eine Firma gründen.“

Wir planten mehrere Monate lang, planten um, überlegten erneut und dann fanden wir den richtigen Weg für uns. Als Nahrungsmittelspezialisten mit insgesamt 7 von 8 Personen mit Mehrfachunverträglichkeiten haben wir stundenlang recherchiert und gelesen, mit Ärzten, Osteopathen und Heilpraktikern gesprochen, Zubereitungen und Lebensmittel probiert, vieles gründlich verhauen (beide lachen laut), neu überdacht und perfektioniert.

Unsere Fähigkeiten kombinieren sich perfekt: Gesche ist unsere Enzyklopädie, der Perfektionist, das Labor.

Und Christin ist DIE Storytellerin, die Könnerin in Präsentation und Gestaltung und meistert mit viel Geduld und Energie auch noch unser gesamtes Office.

Was war bei der Gründung von JaaLL die größte Herausforderung? 

Christin: (schmunzelt) Eigentlich darin, unseren Familien klar zu machen, dass zu Hause arbeiten auch arbeiten ist und sie nun ihre Sachen disziplinierter selbst wegräumen müssen.

Aber mal im Ernst, für mich am schwierigsten war es, die vielen Begrifflichkeiten zu verstehen, z.B. Business Canvas oder ähnliches. Aber auch der Umgang mit den Social Media war und bleibt ein wirklicher großer Lern- und Fleißpunkt, bei dem wir uns stätig einarbeiten mussten.

Wir haben es geschafft, einen Videoclip für unser Crowdfunding Projekt zu erstellen. Eine Website zu schreiben, Marketing-Strategien zu entwickeln und das immer mit dem Blick auf die Finanzen.

Gesche: (lacht) Unsere Hemmungen abzulegen. Menschen anzusprechen und zu begeistern. Werbung für uns zu machen. Und ehrlich: es hat sich gelohnt! Wir wachsen an unseren Herausforderungen und genießen diese neue Luft, die wir atmen!

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist? 

Christin: Wir haben das gemacht!

Gesche: Als Ingenieurin und Bilanzbuchhalterin liegt uns Perfektionismus im Blut. Der Contest der IHK Lüneburg-Wolfsburg hat es geschafft, dass wir unglaubliche Partner mit großartigen Hilfen an unserer Seite hatten. Wir haben einen Businessplan geschrieben –

Christin: – wohl eher eine Doktorarbeit! (lacht schallend)

Gesche (lacht): Na gut, es glich eher einer Doktorarbeit, aber am Ende ist ein wirklich guter Businessplan dabei rausgekommen, der jede Bank glücklich macht. Wir haben einen Finanzierungsplan geschrieben und wir haben uns für den Start über Crowdfunding entschieden. Die IHK hat uns viele tolle Seminare angeboten und uns geholfen, das Crowdfunding vorzubereiten.

Christin: Wir haben gesagt, alles kann, nix muss. Wir arbeiten in jeder noch so kleinen Nische von Zeit. Wir überlegen, bevor wir handeln und schlafen lieber mal eine Nacht darüber. Na gut, bei der Entscheidung über das Crowdfunding haben wir am Dienstag gesagt wir machen das, und waren am nächsten Morgen angemeldet. Ich glaube, Mut ist wichtig. Leidenschaft. Die Bereitschaft, Fehler zu machen und sie zu begrüßen. Dinge besser zu machen. 

Gesche: Außerhalb der Box zu denken. Ehrlichkeit miteinander und Vertrauen.

Wir glauben unerschütterlich an das, was wir hier tun. Unsere Arbeit macht uns glücklich und vieles geht auch ohne Perfektionismus, auch wenn es manchmal schwer auszuhalten ist. 

Welche Vision steckt hinter JaaLL? 

Gesche: Die Vision hat mehrere Komponenten:

  1. Nahrungsmittelspezialisten haben es nicht leicht. Der Aufwand, sich zu ernähren, zu wissen, was gut ist für dich und warum, ist immens. Geht das günstig? Wo bekommt man das? Und wie gehe ich mit den neuen Lebensmitteln um? Und geht das auch schnell? – Diese Fragen beantworten wir mit unserem Angebot, unserer Rezepte-Bar.
  2. Akzeptanz in der Gesellschaft vermitteln, Mut machen: Du musst dich nicht verstecken oder entschuldigen dafür, dass du anders lebst. Wir alle haben ein Recht auf „leben und leben lassen“.
  3. Nachhaltigkeit: Wir arbeiten an einer Firma, die regional tätig ist, kurze Wege für Mitarbeiter, Home-Office, und so vieles mehr.
  4. Menschlichkeit: Mitarbeiter, die Elternschaft und Arbeit kombinieren wollen, ihre Kraft in beides stecken. Neue Arbeitskonzepte, schlanke Strukturen, Klarheit und Wertschätzung.
  5. Soziales Engagement: Sonderkonditionen für finanziell benachteiligte Menschen, Kinder, Institutionen, die sich für sozial benachteiligte Menschen engagieren.

Christin: Niemand sucht sich aus, auf Grund gesundheitlicher Problematiken auf bestimmt Lebensmittel zu verzichten. Oder aber sich aus unterschiedlichsten Gründen für den Verzicht auf Lebensmittel zu entscheiden. Wir hören ständig solche Wörter wie: Neumodisch, übertrieben, überflüssig, auch: „ich dachte du scherzt nur“. Akzeptanz ist wichtig!

Auf unserer Internetseite bieten wir Nahrungsmittelspezialisten und Menschen mit eigenen Ernährungsvorstellungen die Möglichkeit, unverzüglich los zu leben.
Ohne, dass Ihr im Internet recherchieren oder unzählige Bücher kaufen müsst! Mit deiner Unterstützung bei unsere Crowdfunding–Kampagne möchten wir unsere einzigartige Software und Website realisieren, um unsere große, vielfältige und stetig wachsende Rezepte-Bar für dich und deine Lieben lebendig zu machen. 

Wer ist die Zielgruppe von JaaLL? 

Gesche: Jeder „NASPI“! Jeder Nahrungsmittelspezialist! Egal warum und wieso, wir möchten die Menschen ansprechen, die sich ernähren, wie sie sich ernähren wollen. Wir kennen Kinder mit Unverträglichkeiten, aber auch Rentner und genauso viele Menschen dazwischen. Das Alter ist unwichtig, das Geschlecht ist unwichtig.

Einzelperson, Paare oder Familien, wir schaffen es, durch unseren entwickelten Algorithmus die Schnittmengen an No-Gos zu filtern und genau die Rezepte in unser Rezepte-Bar anzubieten, die gerade benötigt oder gewünscht werden. Wir sprechen jeden an, der ohne große Recherche mit einer Diagnose oder einem Wunsch loskochen möchten und sein Leben rocken möchte!

Damit hören wir nicht auf: Firmen, die ihren Mitarbeitern etwas anderes anbieten möchten, Krankenkassen, soziale Unternehmen, Kindergärten, Schulen.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern? 

Christin: Wir haben viel gesucht und gefunden, doch einfach weiterleben ohne Recherche ging nicht. Wir denken nicht, dass Menschen sich nach einer Diagnose sofort in der Lage sehen zu verstehen, was sie ändern müssen und wie sie es im Alltag hinkriegen sollen. Wir bieten genau das an! Der Arzt, Therapeut, Osteopath, Freunde oder das Internet bringt die Kunden auf unsere Seite und hier können sie sofort starten. Sie sagen uns einfach, was sie nicht essen und die Rezepte-Bar filtert die Rezepte mit den unerwünschten Lebensmitteln raus. 

Gesche: Übrig bleiben die Rezepte, die der Kunde benötigt. Er bekommt Hilfestellungen, Einkaufslisten, Einkaufsorte, Empfehlungen auf Wunsch und Expertenwissen nach Bedarf. 

JaaLL, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? 

Gesche und Christin gleichzeitig: Freiheit!

Christin: Wir können in Freiheit unseren Traum leben

Gesche: mit dem, was wir lieben und von dem wir was verstehen. Wir arbeiten selbständig. Wir haben Mütter und Väter eingestellt, die genauso leben möchten wie wir und deren Arbeitszeit von ihrem Familienzustand entschieden wird.

Christin: Aber auch Menschen, die für Arbeitgeber häufig als Last empfunden werden. Arbeitnehmer ab 55 Jahren zum Beispiel. Wo findet man sonst so viel Wissen und Weisheit wie bei diesen Menschen? Sie bereichern ein Unternehmen und ein Team ganz gewaltig. Wir wünschen uns Menschen, egal was sie mal gelernt haben, die einfach sagen, was sie gerne machen möchten und so arbeiten sie mit Freude, Begeisterung und Fleiß.

In 5 Jahren haben wir unsere Mehle in Produktion gebracht und ein eigenes Gebäude gebaut, in dem wir kreative Menschen mit ihrem Elan und unserer Power kombinieren und so ein glückliches, produktives und erfolgreiches Unternehmensteam aufgebaut haben.

Gesche: Wir sprudeln über von Energie und Ideen. Bleibt dran!

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben? 

Gesche: Sucht euch einen guten Partner, dann geht nix schief.

Christin: Genau, ich habe mit Gesche mein Gegenstück gefunden, mit der ich in der Lage bin, kreativ, frei und glücklich arbeiten zu dürfen. Wo ich bin, wie ich bin und wo ich Kräfte entdecke, die ich nicht kannte. Wir ergänzen uns perfekt, perfekter als wir dachten und wir sind äußerst respektvoll miteinander.

Glaubt an Euch und Eure Idee!

Gesche: Bevor ihr Geld ausgebt, holt euch Hilfe bei der IHK oder in Foren oder verfolgt mal eine Crowdfunding-Kampagne, so wie unsere unter www.startnext.com/jaall. Ihr könnt viel lernen, ihr müsst euch nur trauen zu fragen, hinzufallen, aufzustehen und ihr zu sein!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Gesche und Christin für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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