Donnerstag, Oktober 21, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Marco Peters Gründer von Iss doch wurscht, Currywurst im Glas, in der Höhle der Löwen

Stellen Sie sich und Ihr Startup doch kurz vor!

Mein Name ist Marco Peters, ich bin 49 Jahre alt, komme aus Duisburg und habe 2010 den Food Truck „Iss doch Wurscht“ gegründet. Die Intuition war es vom ersten Tag an, die Currywurst neu zu interpretieren und modern zu präsentieren. Hier haben wir in zehn Jahren uns eine große Fan Base erarbeitet und sind mit dem Food Truck auf großen Festivals unterwegs gewesen. Street Food Festivals, große Comedy Festivals, Firmenevents und viele private Feiern in ganz Nordrhein-Westfalen. Mit dem Food Truck und unseren unüblichen Kreationen haben wir schon das ein oder andere bundesweite Medienecho erhalten. Hier polarisierte beispielsweise unsere Currywurst Pommes am Stil oder unser Currywurst Burger. Es macht uns Spaß, verrückte Ideen wie beispielsweise unsere Erdbeer- oder Kürbis-Mango Variation zu entwickeln und zu sehen, wie diese beim Endkonsumenten ankommt.

Wie ist Ihre Idee entstanden?

Als Kind des Ruhrgebietes ist Currywurst natürlich immer ein Thema gewesen, leider musste man immer weit fahren, um ein gutes Gericht mit Currywurst zu bekommen. Ich bin kritisch, ich beobachte, analysiere und überlege, was ich besser machen kann. So stelle ich auch mich beziehungsweise „Iss doch WURSCHT“ täglich in Frage und schaue, was besser geht. 2010 wurde ich auf ein Casting aufmerksam, in dem man Imbissbuden Betreiber, so hießen Food Trucks da noch, suchte. Da dachte ich mir, das ist die Chance, das zu machen, was dir selbst fehlt: Ein guter Imbiss. Gewonnen habe ich damals nicht, aber meinen Traum umgesetzt.

Welche Vision steckt hinter Ihrem Produkt?

Angestaubtes Fast Food neu zu interpretieren. Nur weil seit etlichen Jahren etwas gleich gemacht wurde, muss es ja nicht so bleiben. Natürlich bieten wir auch die klassische Variante an, aber mit einer Extraportion Liebe. Jeder Kunde merkt sofort, dass bei uns alles beim Alten, aber doch völlig anders ist.

Wer ist Ihre Zielgruppe?

Currywurst Fans, Fast Food Fans und jeder, der sich dafür interessiert. 

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung „Die Höhle der Löwen“ zu bewerben?

Durch den Ausbruch der Corona-Pandemie wurde uns von einen Tag auf den anderen die Existenzgrundlage genommen. Während wir nach Lösungen suchten, bekamen wir immer mehr Anfragen unserer Kunden, wie man an unsere Currywurst kaufen kann und ob wir diese auch versenden würden. Wir haben da viel Zuspruch erfahren und überlegten, ob es reichen würde, um unsere Existenz zu sichern. Ein guter Freund, der Inhaber eines REWE Markt ist, stellte mich vor die Wahl „Entweder Du probierst endlich deine „Currywurst im Glas“ in die Regale zu bringen oder du fängst bei mir an zu arbeiten“. So machten wir uns auf die Arbeit und produzierten unsere erste Lieferung, die uns sofort aus den Händen gerissen wurde.

Wir sind vom Erfolg unserer Currywurst völlig überrannt worden und standen nach 21 Tagen in 25 Supermärkten. Da erkannten wir, dass wir da wohl was haben, was Kunden anspricht. Mit dieser Schnelligkeit konnten wir nicht mithalten. Das ist ein völlig anderes Business und wir sind mit vielen Dingen schnell an unsere Grenzen gekommen. Hier wäre es schön, jemanden für unsere Idee zu finden, der uns mit Erfahrung an die Hand nehmen kann. 

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Weniger als man denkt. Ich lebe 24/7 meine Selbständigkeit, ich habe überall meine Finger mit drin oder zumindest ein Auge drauf. Dadurch kenne ich mein Produkt in uns auswendig. Ich kenne die Zahlen, Daten und Fakten und kann daher selbstsicher auftreten. Der Pitch an sich war eine Herausforderung, so etwas habe ich noch nie gemacht, aber schon unzählige Male bei „Die Höhle der Löwen“ gesehen. Ich habe mir echt alle Folgen noch mal angeschaut und mir notiert, was mir gefallen hat und daraus ein wenig an meinen Pitch gebastelt, der dann doch völlig anders wurde, weil ich mich vorher darin nicht gesehen habe. Also machte ich das, was ich am besten kann: Einfach ich sein.

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung „Die Höhle der Löwen“ geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Das wurde mir in der Tat erst sehr spät bewusst. Nach der Bewerbung gibt es mehrere Castingstufen und jedes Mal meldet sich jemand und sagt „Glückwunsch, Du hast die Hürde geschafft, weiter geht’s mit dem nächsten Step“. Und dann kam irgendwann der Anruf „Du bist dabei“ – WOW. Dann kommt der Moment, wo man sich Chancen ausmalt. Am Ende dachte ich mir, falls keiner anbeißen will, es aber allen schmeckt, habe ich zumindest eine gute Werbung.

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch „Die Höhle der Löwen“ viele Interessenten und auch Medien auf Iss doch Wurscht aufmerksam werden?

Wir stehen mit „Iss doch Wurscht“ schon von Anfang an in der Öffentlichkeit, weil wir mit einigen unserer Kreationen wie der „Currywurst am Spieß“ oder der „Kürbis-Mange Currywurst“ großes Interesse weckten. Natürlich in einer anderen Intensität und genießen es auch, weil es auch eine Form der Anerkennung ist, nicht der eigenen Person, sondern des Unternehmens und der Produkte. Daher war uns der Schritt wichtig, ein Feedback zu erhalten. Eigentlich fängt man so etwas erstmal klein an, denn auf Lob folgt auch Kritik. Nun ist diese Plattform „Die Höhle der Löwen“ wohl die Königsdisziplin, was uns alles aber auch erst hinterher bewusst wurde. Während des Bewerbungsverfahrens haben wir zeitgleich eine Menge an Currywürste produzieren müssen. Da hat man sich nicht so viele Gedanken über das Ausmaß gemacht.

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Jemand, der zu mir passt. Natürlich schaut man sich vorher an, wer kann helfen, wer macht was. Aber man kennt die Löwen nur aus dem TV und hat noch keinen richtigen Draht aufgebaut. Mein Gegenüber muss mir sympathisch sein, sonst kann ich nicht mit jemanden arbeiten. Man geht dort eine reale Bindung ein und es ist keine PR und bestmöglich arbeitet man sehr sehr sehr lange zusammen. Wenn die persönliche Ebene nicht stimmt, würde ich auch beim Wunschlöwen „NEIN“ sagen.

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Im Laufe meines Food Truck Lebens, habe ich mir diese Frage oft gestellt, Meilensteine gesetzt, Ziele verfolgt und ausgebaut. Am Ende war es dann ganz oft anders, weil die Gegebenheiten sich völlig änderten. Nun stehe ich trotz elf Jahren Berufserfahrung an einer völlig anderen Schwelle. Vorher stand ich zu Beginn mit dem Food Truck vor dem Supermarkt – nun mit der Currywurst im Glas im Supermarkt. Daran habe ich vor einem Jahr noch nicht einmal geglaubt. Also ist es jetzt mein Ziel, mein Netz weiter auszubauen und mich bestmöglich zu etablieren. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründer:innen mit auf den Weg geben?

Bleibt bodenständig, als Person, als Unternehmer und als Unternehmen.
Das ist dich wichtigste Tugend

Behandele jeden Menschen auf Augenhöhe. Eure Geschäftspartner, Eure Kollegen, Eure Kunden

Ihr müsst mit Leib und Seele selbständig sein. Eine gute Idee reicht nicht, die Bereitschaft 24/7 zu arbeiten und der Ehrgeiz es schaffen zu wollen ist der Schlüssel zum Erfolg.

Marco Peters aus Duisburg präsentiert mit Iss doch wurscht Currywurst im Glas. Er erhofft sich ein Investment von 49.000 Euro für 49 Prozent der Anteile an seinem Unternehmen. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Iss doch wurscht ist am 11. Oktober 2021 in der Höhle der Löwen

Wir bedanken uns bei Marco Peters für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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