Donnerstag, Januar 20, 2022

Wie findet ihr einen Investor, der zu euch passt?

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So findet ihr den Investor, der zu euch passt

Viele Startups kommen irgendwann an den Punkt, an dem sie ohne Investment nicht mehr weiterkommen. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, mit dem Fundraising zu beginnen? Und wie findet ihr einen Investor, der zu euch passt? Ein paar Antworten auf diese Fragen habe ich hier für euch zusammengestellt.

Eines vorweg: Fundraising sollte nie ein Selbstzweck sein. Klar fühlt es sich toll an, wenn ihr auf diese Weise Validierung und Bestätigung bekommt. Am Ende ist ein Investment und das damit verbundene Kapital aber nicht mehr als ein Werkzeug, das euch hilft, euer Ziel zu erreichen. Ich kenne viele Gründer*innen, die erfolgreich auf Fundraising-Tour waren. Sie alle haben sich sehr genau überlegt, ob sie ein Investment wirklich brauchen und wenn ja, warum. Gerade jungen Teams gebe ich den Rat, „boostrap as long as you can“ – verfolgt euer Ziel so lange wie möglich aus eigener Kraft. Wenn es dann doch soweit ist, plant euer Fundraising sorgfältig.

Bereitet euch gut vor

Die Faustregel gleich vorweg: Beim Fundraising zählt vor allem YODA. Ich gebe den meisten Teams den gleichen Rat: “Zahlen und Daten sind die Pflicht, Storytelling ist die Kür.” Wenn ihr die Pflicht nicht beherrscht, dann müsst ihr euch nicht um die Kür kümmern. Wenn ihr keine Zahlen zu Kunden und Umsatz habt, mit der ihr eure Story und Prognose untermauern könnt, dann braucht ihr GoogleSlides oder PowerPoint nicht mal öffnen.

Stellt euch bei der Suche nach dem richtigen Investor auf einen längeren Prozess ein (auch wenn einige Entertainment-Formate das anders darstellen). Ich persönlich kenne kein Team, das in einen Raum gegangen ist, fünf Minuten gepitcht hat und dann von einer völlig unbekannten Person den Scheck bekam. Ähnlich wie beim Teambuilding geht es auch beim Fundraising um den Aufbau von Vertrauen und einer Beziehung. Ihr solltet genau wissen, was ihr wollt, und euch auf Augenhöhe begegnen.

Überlegt außerdem, wohin sich euer Unternehmen entwickeln soll und wie viel Gestaltungsfreiraum ihr bereit seid abzugeben? Die Art des Investors kann die Entwicklung eures Unternehmens stark beeinflussen. Oft sind mit der Finanzspritze Mitsprache- und Kontrollrechte verbunden. Und schließlich: Wie viel Geld braucht ihr überhaupt? Auch danach richtet sich die Wahl des passenden Investors.

Welche Arten von Investoren gibt es?

Ist das geklärt, wisst ihr, in welcher Richtung ihr nach einem Investor suchen müsst. Die eigenen Rücklagen und Ersparnisse sind zunächst eine naheliegende Lösung, jedoch oft nur, wenn sich eure Geschäftsidee mit überschaubaren Mitteln verwirklichen lässt. Achtet darauf, Geschäftliches und Privates genau zu trennen, um Streit und Enttäuschungen zu vermeiden! Zudem gibt es staatliche, institutionelle Förderprogramme wie beispielsweise Hochschulen, die durch finanzielle Förderungen Gründungen unterstützen. Diese Programme können ein guter Weg sein, sich für ein Investment bereit zu machen. 

Business Angels kommen für euch infrage, wenn ihr eine kleine bis mittlere Summe braucht und nach Investoren sucht, die aus Begeisterung für eure Idee bei euch einsteigen. Gute Angels stehen euch mit ihrer Erfahrung als Berater zur Seite und sind offen für neue Wege, möchten bei aller Begeisterung aber natürlich auch Gewinn machen. Um euch unterstützen zu können, verlangen sie in der Regel Mitsprache-, Informations- und Kontrollrechte. Venture Capitalists dagegen investieren die großen bis ganz großen Summen. Genau wie Angels verlangen sie Unternehmensanteile und entsprechende Rechte. Der Unterschied: Hier trefft ihr eher auf Menschen, die nicht ihr eigenes Geld investieren, sondern für einen Fonds investieren. Ihr Ziel: nach einem vorgegebenen Zeitraum mit ordentlichem Gewinn wieder auszusteigen.

Eine Alternative für mittlere bis hohe Summen ist Crowdinvesting. Eine große Zahl an Unterstützer*innen beteiligt sich jeweils mit einem kleineren Betrag, erhält dafür aber meist nicht einmal Mitspracherechte.

Messen und Konferenzen sind eine gute Möglichkeit, mit Investoren in Kontakt zu kommen, genauso wie die sozialen Medien und die Teilnahme an Wettbewerben. Aktiviert und vergrößert außerdem euer Netzwerk.

Mein Tipp: Wählt smart!

Ist der Kontakt geknüpft, prüft kritisch und selbstbewusst (!), ob ihr zusammenpasst. Generell solltet ihr darauf achten, „smart money“ zu bekommen – im Gegensatz zu „dumb money, bei dem ihr für einen Investor nur eine gute Geldanlage bzw. Rendite-Chance seid. Ein solcher Investor bringt mit seinem Geld häufig auch Schwierigkeiten mit sich. Im besten Fall sind das unrealistische Erwartungshaltungen oder Unruhe in eurem Team durch spezielle Anforderungen bzw. beim Reporting, im schlimmsten Fall könnte aber auch euer IP (euer geistiges Eigentum) oder eure gesamte Unternehmung in Gefahr geraten. Bei solchen Deals fahrt ihr in der Regel besser ohne Investment. 

Wichtige Fragen neben dem simplen “Wie viel Geld geben wie viele Anteile” sind außerdem: Kann der Investor sich auch in der Folgerunde wieder finanziell beteiligen? Kann der Investor mit seinem Netzwerk einen wichtigen Beitrag zur Zusammenstellung der Investoren der nächsten Finanzierungsrunde leisten? Oft erlebe ich, dass Investoren vor der Finanzierung vieles versprechen, aber wenig halten.  

„Smarte“ Investoren dagegen zeichnen sich durch das aus, was sie neben dem monetären Investment liefern. Gerade erfahrene Business Angels und Investoren, die euch mit ihrer Fachexpertise, ihrem Netzwerk und ihrem Wissen weiterhelfen können, sind wertvoll. Seid euch bei der Investorensuche also immer bewusst, was ihr wert seid. Mit einem starken Produkt und Geschäftsmodell steht euch die Welt offen, macht was draus!

Autor:

Tim Lampe leitet das Operations-Team der Campus Founders und entwickelt mit seinem Team die Angebote und Lehrformate, die die Startup-Teams auf ihrer unternehmerischen Reise ganzheitlich begleiten. Vor seiner Zeit bei den Campus Founders war er bereits in mehreren Startups im Bereich Consulting, SaaS, Bildung und Co-Living involviert und verbrachte auch ein Jahr im Silicon Valley.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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