Geschäftsjahr2017: Investitionsentscheidungen reflektiert treffen

Herbstzeit: Jetzt Investitionen für das nächste Geschäftsjahr tätigen

Im letzten Quartal des Jahres ist es höchste Zeit, als Unternehmer oder Selbstständiger das kommende Geschäftsjahr zu planen und zu überlegen, welche Investitionen dafür anstehen. Zum einen reduzieren Ausgaben die Steuerlast im laufenden Geschäftsjahr, zum anderen bringen sie neue Projekte und Aktivitäten richtig ins Rollen. Wichtig ist es, eine reflektierte Entscheidungsgrundlage für anstehende Ausgaben zu haben, die sich mit der passenden Methodik tragfähig erarbeiten lässt.

Investitionsentscheidungen zu treffen ist oft gar nicht einfach, da sie nicht nur zum Erhalt des normalen Betriebs beitragen, sondern oft auch mit Prozess- oder Aufgabenveränderungen einhergehen. So beeinflussen Investitionen in moderne IT-Lösungen, neue Produkte oder Vertriebsaktivitäten das Unternehmen nachhaltig. Diese Entscheidungskette – was will ich tun und was ist die richtige Investition dafür – will gut reflektiert sein, um getätigte Investitionen effizient und erfolgreich zu nutzen. Entscheidungssituationen und relevante Faktoren scheinen aber häufig so vielfältig, dass die Abwägung schwer fällt und gerade in kleinen Unternehmen immer wieder hinausgeschoben wird. „Selbst wenn die Buchhaltung einen deutlichen Überschuss ausweist, tun sich viele kleine Unternehmen mit Investitionsentscheidungen schwer. Da einzelne Geschäftsprozesse immer mehr ineinander greifen, werden Entscheidungen komplexer und weitreichender“, weiß Jörg Frey, Geschäftsführer von Haufe Lexware.

Eine der Hauptaufgaben im Entscheidungsprozess rund um Investitionen ist es, Komplexität zu reduzieren und Klarheit zu gewinnen. Dafür eignen sich verschiedene Methoden, von denen im Folgenden zwei ausführlicher dargestellt werden:

Die Entscheidungsmatrix
Die Entscheidungsmatrix hilft, anhand rationaler Kriterien zwischen mehreren Alternativen zu entscheiden, zum Beispiel: Investiere ich in eine Cloudlösung für mobile und gesicherte Verfügbarkeit oder in eine Marketing-Kampagne, um ein neues (Dienstleistungs-)Angebot im Markt zu positionieren? Beide Szenarien werden als Alternativen anhand vorab definierter Kriterien bewertet.

Wie wird´s gemacht?

Die Alternativen festlegen, die zur Entscheidung anstehen
Die Kriterien definieren, anhand derer die Bewertung stattfinden soll. WICHTIG: die Kriterien müssen positiv formuliert sein, und je mehr Kriterien, umso aussagekräftiger die Bewertung (z.B.: Geschäftserhalt, Wachstum, Risikoverteilung, Prozessoptimierung, besseres Arbeiten, etc.)
Dann alle Kriterien mit Punkten bewerten (6 = optimale Erfüllung, 1 = marginale Erfüllung des Kriteriums) und zum Schluss die Punkte aufsummieren

Die Alternative mit den meisten Punkten gewinnt
Ist bei der Entscheidung zu berücksichtigen, dass nicht alle Kriterien gleich bedeutend sind, so kann der Entscheider die gewichtete Entscheidungsmatrix anwenden. Alle Kriterien bekommen anhand von Prozentzahlen oder mit Hilfe eines Rankings eine Gewichtung zugewiesen. Ist zum Beispiel Wachstum und Umsatz wichtiger oder die Professionalisierung der internen Ausstattung? Mit diesem Maß werden dann die einzelnen Bewertungen der Alternativen multipliziert, so dass die relevanteren Kriterien bei der Entscheidung stärker berücksichtigt sind.

Die „7plusminus2“ Methode nach G.A. Miller
Entscheidungsprozesse sind oft überfrachtet mit Entscheidungskriterien. Die Menge der Fakten ist dann unverhältnismäßig zur eigentlichen Entscheidung und zum Ziel. Hier sorgt die so genannte 7plusminus2-Methode für eine Reduzierung der Komplexität zur besseren Entscheidungsfindung.

Laut G.A. Miller, Psychologie-Professor, liegt die Grenze der menschlichen Denkfähigkeit bei sieben Informationen gleichzeitig. Mehr Fakten erzeugen ein Gefühl von Chaos, das menschliche Gehirn kann sie nicht mehr angemessen bewerten und verarbeiten. Ziel ist es daher, die Fülle an Informationen so lange in Siebenerschritte zusammenzufassen, bis die Komplexität auf ein erfassbares Maß reduziert ist. „Plusminus 2“ bedeutet, dass sich die Schritte je nach Komplexität mal um zwei erhöhen oder um zwei reduzieren können.

Wie sieht das in der praktischen Anwendung aus?

Die zu treffende Entscheidung in einer Frage formulieren
Alle Aspekte auflisten, die Einfluss auf die Entscheidung haben. Dabei alles berücksichtigen, was mit dem Problem, der Fragestellung oder der Entscheidungssituation zusammenhängt.
Dann alle Aspekte nach passender Thematik zu Siebenergruppen – auch nur Fünfergruppen oder bei komplexeren Themen bis zu Neunergruppen – zusammenfassen. So bildet sich eine Struktur und die einzelnen Themenfelder treten konkreter hervor
Jetzt lässt sich jede Gruppe einzeln betrachten und für die Entscheidung bewerten
Diese schrittweise Herangehensweise verschafft Übersicht, es gilt die einzelnen Aspekte solange zu reduzieren, bis sich die finale Entscheidung anhand der letzten Siebenerliste (plusminus 2) treffen lässt

Weitere Methoden, die jeder für eine bestimmte Entscheidungssituation testen kann, sind zum einen die PMI Methode (Plus Minus Interesting) nach dem bekannten Psychologen und Autor E. de Bono. Sie fokussiert sich auf die Gewichtung aller Vor- und Nachteile einer Entscheidungen und hilft so, die Konsequenzen einzelner Alternativen besser einzuschätzen. Zum anderen gibt es die kreative Mind Mapping Methode, die dazu dient, unterschiedliche Aspekte einer Entscheidung zu visualisieren und zu strukturieren. Damit werden Abhängigkeiten und Lösungsmöglichkeiten deutlich.

Wenn nun die Entscheidungen bezüglich konkreter Umsetzungen für das kommende Jahr gefallen sind, gilt es, die nötigen Einzel-Investitionen zu definieren und für diese verschiedene Angebote einzuholen. Auch dabei muss sich der Unternehmer für eine Alternative entscheiden. Hierfür gibt es passende Methoden, die auf den konkreten Kosten-/ Nutzenaspekt abzielen.

Die einfachste Möglichkeit zu entscheiden, in welche Variante das Unternehmen investieren soll, ist natürlich der reine Kostenvergleich. Hierfür sind die Kosten jeder Variante zusammenzurechnen und miteinander zu vergleichen – die günstigste Alternative gewinnt. Diese Methode greift jedoch nur, wenn die Produkte absolut gleichwertig sind, zum Beispiel bei Büromaterial. Das K.o.-System bietet die Möglichkeit, unter vielen Alternativen schnell auszusieben. Der Unternehmer erstellt eine Liste mit Kriterien bzw. genauen Vorgaben, die erfüllt sein müssen. Nachfolgend sortiert er diese nach zwei Maßgaben – zum einen die relevanten K.o.-Kriterien und zum anderen die leicht überprüfbaren Kriterien. Allein die Überprüfung der Produkte nach diesen Aspekten bringt eine schnelle Reduzierung der möglichen Varianten. Eine gute Alternative für komplexere Entscheidungen ist darüber hinaus die bereits beschriebene gewichtete Entscheidungsmatrix.

Mit diesen verschiedenen Betrachtungs- und Entscheidungshilfen lassen sich Planungen reflektiert und mit gutem Gefühl konkretisieren und die dafür notwendigen Investitionen tätigen. Für einen gelungenen Start in das kommenden Geschäftsjahr – und für weniger Steuern im laufenden!

Bild: ©PR von Harsdorf

Quelle PR von Harsdorf GmbH

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