Herausforderungen und Perspektiven internationaler Warenlager

Wenn internationale Wirtschaftsmärkte erobert werden sollen, stellt sich für Onlinehändler oft die Frage, wie sie dort agieren sollen. Jedes Land und jede potentielle Kundschaft zeigt eigene Spezifika, auf die es Acht zugeben sich lohnt, um erfolgreich durchzustarten. Die Frage nach eigenen Warenlagern im Ausland ist nur eine von vielen, die sich in dem Prozess der Internationalisierung stellen.

www – für Onlinehändler die wohl drei wertvollsten Ws, die es gibt. Die ganze Welt ist vernetzt und besonders der E-Commerce kann davon profitieren, indem er seine Waren in mehr als nur dem Land anbietet, in welchem er ansässig ist. Viele kleine Besonderheiten und Details begleiten den Prozess der Internationalisierung und machen den Alltag spannend und abwechslungsreich. Um durchstarten zu können, müssen potentielle Märkte analysiert und verglichen werden, denn nicht jedes Land eignet sich für die eigenen Produkte. Wirtschaftsberatungen und die eigene Recherche im Internet machen es vorab möglich, erste Evaluationen zu den Zielländern einzuholen. Ist in den Niederlanden Bedarf vorhanden? Was kauft man in Schweden ein? Wie groß ist die Konkurrenz in Großbritannien? Auch wenn auf der einen Seite Marktforschungen und Vorab-Analysen erste Perspektiven liefern, gestaltet es sich mit der Entwicklung in der Gesellschaft zu Mehr-Differenzierung und Mehr-Heterogenisierung als schwierig, der schwarzen Ziffer vorbehaltlos zu vertrauen. Volles Risiko zu gehen ist auf der anderen Seite jedoch auch keine Lösung. Vielmehr lohnt es sich dann, die Märkte vorsichtig anzutesten. Große Verkaufsplattformen, wie Amazon, Ebay und Dawanda, können dabei erste Wegweiser sein, Aufschluss darüber zu geben, wie lukrativ ein Markt für das Unternehmen ist. Zudem besitzt Amazon eigene Warenlager, die die bestellten Waren schnell zum Konsumenten liefern lassen können. Doch was passiert, wenn die ersten Umsätze die Notwendigkeit veranlassen, den eigenen Shop in das Zielland einzuführen? Wie werden die Waren dann verschickt? Und wie soll ich mein Lager aufbauen und bestücken?

Internationaler Versand – internationale Warenlager

Eigene Warenlager sind unverzichtbar, um sein Geschäft erfolgreich zu betreiben. Schließlich sind Warenaus- und -eingänge, Versand, Retouren und gegebenenfalls Reparaturen in der komplexen Organisation zu berücksichtigen. Wenn man anfangs noch auf die heimische Garage oder das WG-Zimmer gesetzt hat, so ist das bei größeren Start-Ups, die national und international liefern, keine dauerhafte Lösung. Der Prozess, ein gut und eigenständig funktionierendes Warenlager aufzubauen, ist meist langwierig, denn schließlich handelt es sich hierbei um ein komplexes und mitunter auch kostenspieliges Projekt. Nachdem dieser Prozess in Deutschland das erste Mal abgeschlossen wurde und neue Märkte anvisiert werden, stellt sich auch wieder die Frage nach dem Warenlager. Für welchen Standort sollte man sich entscheiden? Welchen Versanddienstleister sollte man beauftragen? Und sollte sie gleiche Produktpalette angeboten werden, wie im Heimatland? Besonders Inseln, wie Großbritannien, die aufgrund ihrer geografischen Lage besonders lange Versandzeiten vorweisen, eignen sich, um dort die ersten internationalen Gehversuche in Sachen Warenlager zu unternehmen. Zudem bietet das Vereinigte Königreich neben Deutschland, Japan und USA den sogenannten Fulfillment by Amazon-Versand an. Sollte das Produkt bei der Bestellung über den Webshop nicht im Lager vorhanden sein, wird der Auftrag an das Amazon-Lager übermittelt. Die Versandzeit wird dadurch niedrig gehalten. Um die Kosten am Anfang gering zu halten und das Risiko zu minimieren, bietet es sich an, sich zuerst auf eine bestimmte Anzahl von Produkten zu konzentrieren. Wurde vorher schon via Amazon oder Ebay verkauft, lässt sich leicht eine Bestseller-Liste anlegen mit jenen Produkten, die in diesem Land begehrt sind. Fokussiert man sich auf diese Produkte, liegt die Chance höher, dass die Lagerumschlaghäufigkeit höher ausfällt. Diese wichtige Kennziffer in der Warenlagerpolitik gibt Aufschluss darüber, wie lange ein Produkt verweilt. Je geringer diese ausfällt, desto besser für das Unternehmen. Zu große Warenlager können gerade anfänglich zu einem zu großen Kostenfaktor werden, wenn die Verweildauer der Produkte zu lang ausfällt. Die Gefahr besteht, dass Produkte ablaufen bzw. aus der Mode kommen.

Es zeigt sich, dass es sich bei Warenlager um komplexe Projekte handelt, die nicht innerhalb weniger Tage abgeschlossen werden können. Es bedarf einer sorgfältigen und zuverlässigen Planung, Organisation und Durchführung. Dennoch lohnt sich die Mühe, wenn man final darauf hinarbeitet, die eigenen Produkte international anzubieten und dem Endkonsumenten schnell zur Verfügung zu stellen. In einer Zeit, die von beschleunigten Kaufprozessen via Internet geprägt ist, lohnt es sich, in diesem Bereich nachhaltig zu investieren, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Julia Stüwe

Julia Stüwe arbeitet seit 2015 für die PR-Abteilung von Gusti Leder und verantwortet den redaktionellen Bereich. Sie ist verantwortlich für das Verfassen von Fachartikeln über Themen, die den Start-Up Alltag des hanseatischen Unternehmens bestimmen. Gusti Leder verkauft seine Lederaccessoires über insgesamt sechs Ländershops in die Welt. Seit Juni 2016 testet das Unternehmen ein eigenes Warenlager in Großbritannien. www.gusti-leder.de

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