Sonntag, November 28, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

insureQ maßgeschneiderte Versicherungspakete für KMUs und Selbstständige

Stellen Sie sich und das Startup insureQ doch kurz unseren Lesern vor!

Wir – das sind Iven Schorr, Johannes Breulmann, Laibing Lang und ich – kennen uns bereits seit unserer Zeit an der Universität Mannheim und der London School of Economics. Im Frühjahr 2020 haben wir dann zusammen insureQ gegründet. Iven Schorr war zuvor unter anderem als Berater für Oliver Wyman tätig, Johannes Breulmann ist ebenfalls ehemaliger Berater von Oliver Wyman sowie Gründer seiner Firma space-y. Laibing Yang hat, bevor er zu uns kam, für die Kreditsparte von Check24 als CTO gearbeitet und ich selbst war vor der Gründung von insureQ zunächst bei BCG und habe danach Oneplus Deutschland als CEO verantwortet. 

Unser Angebot ist eine digitale Versicherungsplattform, die sich an Kleinst- und Kleinunternehmen sowie Selbständige richtet. Wir bieten dieser Zielgruppe einfache, günstige und vor allem maßgeschneiderte Versicherungspakete online an. Interessenten können sich über unsere Plattform mit der für sie nötigen Gewerbeversicherungen absichern – dazu zählen Betriebs- und Berufs-Haftpflichtversicherungen, Cyber- und Inhaltsversicherungen sowie D&O Versicherungen. Das besondere an unseren Versicherungspaketen ist, dass diese jeweils individuell auf den Kunden und sein Berufsbild zugeschnitten sind. Damit wir diesen Service bieten können, tauchen wir tief in den Berufsalltag unsere Zielgruppen ein. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Die Idee entstand, da sowohl Johannes bei seiner Gründung von space-y als auch ich in meiner Geschäftsführer-Tätigkeit bei Oneplus Deutschland große Schwierigkeiten hatten, ein passendes Versicherungsangebot zu erhalten. Der Prozess von der Suche bis zum Abschluss war sehr zeit- und nervenaufreibend und es war für uns beide schwer herauszufinden, welche  Versicherungen wir überhaupt brauchen. So haben wir erkannt, dass es in Deutschland hier eine Marktlücke gibt, und zwar für ein individuell anpassbares Online-Versicherungsangebot, das für den Kunden verständlich und unkompliziert abzuschließen und zu managen ist.

Welche Vision steckt hinter insureQ?

Wir haben uns das Ziel gesetzt, die optimale digitale Versicherung für KKUs in Deutschland sowie im nächsten Schritt in ganz Europa zu werden. Selbständige sollen bei uns ganz einfach und bequem ihren maßgeschneiderten Versicherungsschutz online abschließen können; denn aktuell werden Versicherungen oft als kompliziert wahrgenommen – das wollen wir ändern!

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung war es zunächst einmal, den richtigen Versicherungspartner zu finden, der die passenden Produkte im Portfolio hat und wie wir digital gut aufgestellt ist. Denn nur so konnten wir die benötigten Schnittstellen effizient aufsetzen. Darauf aufbauend galt es dann das Versicherungsprodukt so zu entwickeln, dass es für unsere Zielgruppen die beste Deckung bietet und dies auch für normale Kunden ohne Versicherungswissen transparent und nachvollziehbar darstellbar ist. Denn auf unserer Plattform sollen Kunden rundum informiert ihre Versicherung kaufen können, ohne dafür Versicherungsexperten sein zu müssen.

Eine weitere Herausforderung stellte die technische Entwicklung der Plattform dar. Hier war es sehr hilfreich, dass Laibing sehr viel Erfahrung in diesem Bereich mitgebracht hat, so dass unsere Lösung jetzt perfekt ist und mühelos skaliert werden kann.

Was die Finanzierung betrifft, so haben wir eine Pre-Seed Finanzierung von Flash Venture erhalten. Flash Venture ist Rocket Internets neuer Pre-Seed Investment Fund, der sich u.a. auf FinTech- und InsurTech-Gründungen konzentriert.

Wer ist die Zielgruppe von insureQ?

Um unsere Versicherungen maßgeschneidert anbieten zu können, fokussieren wir uns anfangs nur auf ausgesuchte Berufsbilder. Dazu gehören Start-ups mit einem digitalen Bezug, Berater, IT-Freelancer und Softwareentwickler. Allerdings werden wir unser Produktportfolio sukzessive ausbauen, sodass in Zukunft KKUs und Selbständige aller Branchen von unserem Angebot profitieren können.

Wie funktioniert insureQ? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Dank unserer digitalen Plattform haben Versicherungsnehmer erstmals die Chance, eine genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Versicherung online abzuschließen, ohne dafür Vorkenntnisse zu benötigen. Viele der aktuellen digitalen Mitbewerber gehen vom Versicherungsprodukt aus. Wir hingegen gehen vom Kunden aus. Die erste Frage, die dem Kunden bei herkömmlichen Portalen gestellt wird, ist welches Versicherungsprodukt er haben möchte: Betriebshaftpflicht, Vermögensschadensversicherung, Berufshaftpflichtversicherung, Eigenschadenversicherung, usw. 

Die Kunden – insbesondere KKUs – kommen aber oftmals auf die Plattform und wissen eben genau nicht, welche Versicherung sie brauchen. Sprich, sie wollen von der Versicherung beraten werden, welche Policen sie tatsächlich benötigen. Oft sind diese Kunden in der Folge deshalb „verlorene Kunden“ für den Online-Kanal. Wir haben den Prozess deshalb umgedreht und fragen den Kunden in einem einfach verständlichen Online-Tutorial, was er beruflich macht und wie sein Arbeitsalltag aussieht. Dann stellen wir  daraufhin ein Paket zusammen, was individuell auf ihn abgestimmt ist. Er bekommt eine Erläuterung, warum wir das Paket so und nicht anders aussieht und kann es sich unverbindlich ansehen,  einzelne Posten ändern, falls gewünscht, und schließlich die Versicherung auch gleich online abschließen. Vom Start der Online-Befragung bis zum Versicherungsabschluss dauert das gerade mal 10 Minuten. Selbstverständlich lassen sich auch mögliche Schadensfälle komplett online anmelden und managen. 

Wie hat sich Ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Wir haben erst kurz vor der Coronakrise mit der Produktentwicklung begonnen. insureQ ist somit quasi mit Corona aufgewachsen. Dementsprechend hat sich für uns dadurch nicht viel geändert, da die Pandemie-Situation von Anfang an zu unserem Arbeitsalltag zählte. 

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir haben von Anfang an unsere Prozesse entsprechend auf den bestehenden Krisenmodus hin ausgerichtet und hauptsächlich remote gearbeitet. Als digital arbeitendes Team fiel uns das nicht schwer und diese Arbeitsweise lässt sich mit unserem Arbeitsalltag auch heute noch bestens vereinbaren.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Aufgrund der Corona-Krise beobachten wir eine erhöhte Nachfrage nach Online-Versicherungen – eine Entwicklung, von der wir natürlich profitieren. Zusätzlich  ist das Risikobewusstsein von Gewerbekunden  seit Beginn der Pandemie gestiegen; Allerdings sind Unternehmen seitdem auch noch kostenbewusster geworden.

insureQ, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren wollen wir so weit sein, dass wir maßgeschneiderte Versicherungsprodukte für den Großteil aller Berufsgruppen anbieten können. Und wir planen europaweit aktiv zu sein.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. So früh wie möglich mit Kunden sprechen. Obwohl es jeder weiß, wird es oft dennoch zu spät gemacht. Auch wir hätten hier effizienter sein können.
  2. Fokussiert sein. Bei einer Gründung gibt sehr viele Business-Möglichkeiten, die sich ausprobieren lassen, aber es macht Sinn, sich auf eine Option zu fokussieren und seine begrenzten Ressourcen zu bündeln.
  3. Kosten sparen so gut es geht. Insbesondere in unsicheren Zeiten wie wir sie aktuell beobachten.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Alexander Le Prince für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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