Ingo Stefes Startup-Unit Startup-Woche Düsseldorf

Ingo Stefes vom Startup-Unit wird auf der Startup-Woche Düsseldorf zwei Sessions organisieren

Stellen Sie sich doch unseren Lesern kurz vor!

Hallo, mein Name ist Ingo Stefes, ich bin einer der vier Gründer der THE KATAPULT GbR. Hauptberuflich arbeite ich jetzt im vierten Jahr bei der Wirtschaftsförderung Düsseldorf im Startup Unit und bin dort insb. für die Entwicklung unser hiesiges Startup Ökosystem zuständig. Vorher war ich auch bereits einmal in der Gastro-Branche selbstständig, und habe es später auch noch einmal – leider erfolglos – im digitalen Bereich mit einem Startup versucht.

Zusammen mit meinen Mitgründern Peter Hornik (digihub GmbH), Ilja Michaelis (Routine GmbH) und Georgis Tesfamariam (contio GmbH) organisieren wir mit THE KATAPULT u.a. den Startup Sprint, der natürlich auch während der Startup Woche stattfinden wird.

Gibt es den richtigen Zeitpunkt um ein Startup zu gründen?

Tatsächlich ist der Zeitpunkt auch ein entscheidender Faktor. Es kann durchaus passieren, dass man mit seiner Idee dem Markt bzw. den Wünschen der Konsumenten einen Schritt voraus ist und daher scheitert und ein paar Jahre später jemand mit der gleichen Idee sehr erfolgreich ist.

Wenn man die Frage aber auf das Alter des Gründers bezieht, gibt es da kein richtig oder falsch. Es wird halt eine ganz bestimmte persönliche Einstellung benötigt, um ein erfolgreicher Gründer zu sein. Ob man dann 20, 40 oder 60 ist, ist dann nebensächlich.

Was waren bei der  Gründung die größten Hürden die Sie bewältigen mussten?

Wenn ich an meine Zeit zurückdenke, wo ich mit OneAccount mein eigenes digitales Startup gründen wollte, dann war es das Finden des richtigen Teams. Und in der Retrospektive würde ich sagen, dass wir als Team insgesamt nicht gut funktioniert haben. Persönlich war das Verständnis gut, aber wir haben produktiv zu wenig erreicht. Mitgründer zu finden, ist eine der größten Herausforderungen für so ziemlich jedes Startup.

Welche Sessions werden Sie auf der Startup Woche Düsseldorf organisieren?

In der Startup-Woche organisieren wir zum vierten Mal den Startup Sprint, diesmal in den Räumen der WACOM Europe GmbH. Über das Wochenende vom 05.04. bis 07.04. können unsere Teilnehmer aus ihren Ideen innerhalb von knapp 54 Stunden ein Startup formen. Das heißt, wir reden hier nicht von Workshops, sondern Menschen finden sich in Teams zusammen, buchen Mentoren aus Spezialgebieten, validieren ihre Idee und entwickeln sie weiter. Mindestens steht am Sonntagabend ein Geschäftsmodell, vielleicht sogar ein Prototyp, den sie gemeinsam mit den anwesenden Mentoren erarbeitet haben. Und das präsentieren sie dann vor Publikum einer Jury beim Startup Sprint Abschlusspitch, zu dem wir auch weitere Gäste herzlich einladen. Am Ende sollte aber jeder Teilnehmer mindestens 50 wertvolle Kontakte mehr in seinem Xing- oder Linkedin-Profil haben.

Wer sollte die Sessions besuchen?

Mitmachen sollte jeder, der sich vorstellen kann ein Startup zu gründen, in einem Startup arbeiten möchte oder einfach auch mal testen möchte, ob Gründung ein valider Karriereweg für sie oder ihn ist. Man lernt unglaublich viele neue Leute kennen, man lernt eine Menge neuer Methoden, man hat darüber hinaus aber auch ein sehr anstrengendes, forderndes und spaßiges Wochenende. Das können wir garantieren.

Wie hat sich die Startup-Szene in den letzten Jahren verändert?

Die Startup-Szene in Düsseldorf hat sich vergrößert, es gibt mehr Menschen, die sich trauen, ihre Ideen auch umzusetzen. Gleichzeitig, das merken wir beim Startup Sprint sehr deutlich – ist aber auch die Qualität der Ideen sowie die Skills der Gründer gestiegen.

In Düsseldorf haben wir uns aber eine Sache dabei auch erhalten. Es ist weiterhin eine sehr gute, vernetzte Startup-Community, die sich auch gegenseitig unterstützt. Dazu tragen die zahlreichen Events bei, aber auch die toll geführten Coworking. Ganz viele zahlreiche Bausteine machen hier neben so Dingen wie Infrastruktur das Öko-System aus.

Welches sind die größten Fehler Junger Gründer?

Ich rede ungern über Fehler. Generell gehört es einfach dazu, dass man bei einer Gründung Fehler macht. Auch Scheitern ist ganz normal und kommt ja auch weitaus häufiger vor, als dass ein erfolgreiches Unternehmen entsteht. Aber in jedem Fall lernt man extrem viel und bestimmt im gleichen Zeitraum auch sehr viel mehr, als bei einem Anstellungsverhältnis. Man kann halt nichts weg-delegieren und ist ständig mit Herausforderungen konfrontiert, die man so vorher noch nie lösen musste. Das macht einfach unglaublich viel Spaß und ist am Ende dann auch befriedigend. Und wenn es schief gegangen ist, dann probiert man es halt nochmal mit einer anderen Idee oder einer abgewandelten Idee. Der größte Fehler wäre es, sich entmutigen zu lassen.

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren?

Ehrlich gesagt, ist mir ein fünf-Jahres-Zyklus viel zu lang. Hier müsste ich sagen, dass ich es einfach nicht weiß. Ich hoffe, dass wir auch in fünf Jahren noch jedes Jahr 2 Startup Sprints machen und wir genug Menschen finden, die einfach Bock haben, zu testen ob die Selbstständigkeit ein Karriereweg für sie sein kann. Und wenn ich sehe, was für tolle Startups nach Düsseldorf ziehen und wie sich die Startups hier entwickeln, hoffe ich, dass wir in fünf Jahren einfach eine weiterhin produktive, erfolgreiche Startup-Szene hier haben.

Welche 3 Tipps haben Sie für Gründer?

Nur 3?! Also am allerwichtigsten ist es einfach dran zu bleiben. Wenn man sich ausprobiert hat und für sich festgestellt hat, dass die Selbstständigkeit der bevorzugte Karriereweg ist, dann sollte man dranbleiben und sich nicht abbringen lassen. Es wird immer Leute geben, die sagen etzwas ginge nicht oder dies und das ist eine überflüssige doofe Idee. Aber wenn ich mir überlege wie viele Leute gesagt haben, dass dieses Instagram doch niemand bräuchte…

Als zweiten Tipp würde ich sagen, man soll offen, neugierig, flexibel und lernwillig sein. Das sind ganz zentrale Skills für jeden Gründer. Es gibt bspw. Niemanden der alles kann und selbst wenn, der Tag hat weiterhin nur 24h. Und niemand weiß alles besser! Wichtig ist es, positiv an jeden Tag heranzugehen und all die Probleme, Herausforderungen mit viel Elan anzugehen.

Der dritte und letzte Tipp ist es nicht gleich ein Produkt auf den Markt zu bringen, das alles kann. Erst einmal klein starten, die Grundfunktionen testen und dann Schritt für Schritt optimieren, ändern oder ggf. einstampfen und es neu versuchen. Jedem Gründer sollte klar sein, das zu Beginn immer ein kleines, schlankes Produkt/Dienstleistung steht. Dahinter muss aber weiterhin die Vision stehen, zu der man hin will. Aber mit optimalen Lösung für alle Probleme zu starten ist im Normalfall nicht umsetzbar – naja, vielleicht etwas wahrscheinlicher wenn man Jeff Bezoz die PIN seiner Kreditkarte geklaut hat…

Wir bedanken uns bei Ingo Stefes für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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