Steck den Kopf nicht zu schnell in den Sand!

indicap stylische Caps aus natürlichen Material

Stellen Sie sich und das Startup indicap kurz unseren Lesern vor!

indicap stellt stylische Caps aus natürlichen Materialien her und will dadurch ein Statement gegen den Plastikwahn setzen sowie ein Umdenken in der Gesellschaft bewirken.

Adrian Riedle, selbstständig, Bachelor (Internationale Technische Betriebswirtschaft); Master (Marketing), 28 Martina Fink, Vollzeitmama, gelernte Modistin, Gestalterin im Handwerk, 27

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Es war schon immer mein Traum, einmal mein eigener Chef zu sein. Besonders Projekte im Rahmen meines Studiums haben mir gezeigt, dass dies der richtige Schritt für mich ist. Die Idee für indicap entstand bereits 2015 während meines Praxissemesters bei einem Outdoor-Ausrüster als mir bewusst geworden ist, dass es keine Caps gibt, die komplett aus natürlichen Materialien bestehen und auch noch unter fairen Arbeitsbedingungen produziert werden. Der negative Ruf von Plastik in den letzten Jahren hat mich noch mehr bestärkt und zusammen mit Martina an meiner Seite habe ich 2017 den Entschluss gefasst, in meiner Masterarbeit das Geschäftsmodell für indicap zu entwickeln. Letzten Winter war es dann soweit und wir haben unsere Idee von einer plastikfreien Cap in die Tat umgesetzt.

Welche Vision steckt hinter indicap?

Die Vision von indicap ist es zu zeigen, dass natürliche, in Europa produzierte Headwear, deren Materialien mit möglichst kurzem Transportweg beschafft werden, sehr wohl ein stylisches und modernes Design haben kann. Die Produkte sollen frischen Wind in die Welt der “ökologischen” Kleidung bringen. Durch die Verwendung nachwachsender, natürlicher Bestandteile kann der Konsum synthetischer Produkte verringert und die Welt ein Stückchen sauberer gemacht werden.
Wir spenden außerdem einen Teil unseres Umsatzes an den Verein ONE EARTH- ONE OCEAN e.V., der es sich zur Aufgabe gemacht hat, möglichst viel Plastikmüll aus den Weltmeeren zu fischen. Pro 100 Caps kann ein weiterer Plastiksammler in Cambodia beschäftigen werden. Das ist gut für die Umwelt sowie für die Menschen in Cambodia.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Nach dem Studium habe ich erst mal 1,5 Jahre im Marketing gearbeitet, um das nötige Kapital für die Gründung anzusparen. Deshalb sind wir aktuell in der Lage, das Projekt aus dem Ersparten voranzutreiben.
Die größte Herausforderung lag bisher auf jeden Fall darin, die Reichweite der Marke zu steigern. Gerade im Bekleidungssektor – wo große Player vertreten sind – ist es sehr schwierig, die Leute von sich und seiner Marke zu überzeugen. Aufgrund des einzigartigen Geschäftsmodells hoffen wir jedoch, uns im Bereich Headwear einen Namen machen zu können.
Eine weitere Herausforderung lag im Lieferantenmanagement. Da wir alle Materialien – vom Nähgarn bis hin zur Schildeinlage – selbst ausgewählt haben, nahm diese Projektphase ein großes Zeitpensum ein.

Warum haben Sie sich für eine Crowdfunding Finanzierung entschieden?

Wie bereits erwähnt, treiben wir das Projekt indicap aktuell mit unserem Ersparten voran und hoffen, durch das Crowdfunding weitere finanzielle Möglichkeiten zur Unternehmensentwicklung zu bekommen.

Ein weiterer Effekt ist die Reichweitensteigerung. Bei erfolgreichen Projekten wird die Aufmerksamkeit bspw. von Medien und vor allem potenziellen Kunden auf sich gelenkt.

Was werden Sie nach erfolgreicher Finanzierung umsetzen?

Wir wollen durch ein erfolgreiches Crowdfunding Caps aus Bio-Baumwolle auf den Markt bringen, um die Caps noch nachhaltiger zu machen. Die Bio-Baumwolle stammt aus kontrolliert biologischem Anbau in Uganda. Unser Fundingziel liegt bei 8000€. Das tatsächliche Geld wird erst ausbezahlt, wenn die Kampagne erfolgreich ist. Deshalb hoffen wir sehr, dass unser Projekt fleißig unterstützt wird. www.startnext.com/indicap

Wer ist die Zielgruppe von indicap?

Wir sprechen hauptsächlich Personen an, die gerne Zeit in der freien Natur verbringen und durch das Tragen der Headwear zum Rolemodel für andere werden.

Welches Material verwenden Sie? Woher stammt das Material?

Wir verwenden natürliche Materialien wie Baumwolle, Leinenstoff, Filz, Holz oder Karton. Bei herkömmlichen Caps wird bspw. meist Kunststoff – für Schilder, Verschlüsse etc. – verarbeitet. 
Dabei ist es elementar für uns, dass die Bestandteile von europäischen Lieferanten stammen, um Seefracht vermeiden zu können. Demnach ist es für uns auch selbstverständlich, die Caps in Europa zu produzieren.

indicap wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unser großes Ziel ist es, in den nächsten Jahren in Deutschland zu produzieren. Da mit Martina eine gelernte Hutmacherin an Bord ist, die bereits die Muster am Standort erstellt, ist das der logische nächste Schritt. Außerdem wollen wir die Produktpalette um Wintermützen erweitern. Bis in 5 Jahren würden wir außerdem gerne mit eigenen Stores auf den Zug des stationären Handels aufspringen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Bei Unternehmensgründungen spielt das Netzwerk eine signifikante Rolle. Gerade wenn ohne Fremdkapital gegründet wird, kann dadurch sehr viel Geld gespart werden. Demnach ist es sehr lohnenswert, bereits im Studium etc. Kontakte zu knüpfen
Für uns als Bekleidungsstartup war es sehr wichtig, genug Eigenkapital mitzubringen. Es kann ziemlich zeitintensiv sein, bis eine Modemarke auf dem Markt ankommt. Wenn dann das Geld zu schnell ausgeht, hat man keine Chance mehr, mit Marketingmaßnahmen etc. den Absatz zu steigern.
Tipp 3 und vielleicht der Wichtigste: Steck den Kopf nicht zu schnell in den Sand! Es wird immer wieder Rückschläge, Enttäuschungen etc. geben. Ein langer Atem und Ausdauer sind essenziell, um aus Fehlern und Misserfolgen lernen zu können.

Link zum Crowdfunding

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Martina Fink und Adrian Riedle für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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