Inbound Marketing für Startups: Alles was du wissen musst

Ein Startup zu gründen ist hart.

Egal ob du ordentlich Venture Capital besitzt oder am bootstrappen bist.

Wir stampfen gerade selbst eine Inbound-MarketingPlattform für kleine Unternehmen aus dem Boden und berichten dabei live von unserer Startup Journey.

Und wenn ich ehrlich bin, habe ich vergessen, wie hart der Anfang ist.

Noch härter wird es, wenn du kein Marketing betreibst. „Baue es und sie werden kommen“ ist ein Traum vieler Ingenieure. Leider funktioniert das nur bei Kevin Costner.

Das Erste, das Startups jetzt einfällt, ist die klassische Werbung: TV, Radio,Postwurfsendungen, Kaltakquise, Banner etc. Hauptsache etwas, das den Workflow des potenziellen Kunden unterbricht.

Aber diese Outbound-Marketing-Maßnahmen sind nicht mehr so effektiv wie früher, denn die Menschen ignorieren diese immer häufiger. Deshalb hat sich als Antwort darauf eine neue Methode entwickelt:

Beim Inbound Marketing geht es darum, den Menschen zu helfen, anstatt sie zu unterbrechen.

Klingt einfach, ist es aber nicht. Schauen wir uns deshalb das Ganze mal genauer an.

 

Was sind die Vorteile von Inbound Marketing?

Der große Vorteil von Inbound Marketing ist, dass du perfekte Kunden anziehst und ihre Aufmerksamkeit nicht erkaufst, sondern sie verdienst.

Beim Outbound Marketing mietest du dir die Aufmerksamkeit. Und wenn du den „Mietvertrag“beendest, ist die Aufmerksamkeit sofort wieder weg.

Inbound Marketing dagegen ist zwar eine langfristige Geschichte, baut aber einen wahren Vermögenswert auf, der Zinsen und Zinseszinsen bringt.

Vor allem ist diese neue Marketingmethode effizienter und günstiger, da sie nachhaltiger ist. Außerdem kann es sein, dass du große Konkurrenten hast, deren Taschen viel gefüllter sind als deine. Dagegen anzutreten ist einfach nicht vielversprechend.

Deshalb solltest du hier kreativer werden und dich auf andere Marketingkanäle fokussieren. Zum Glück gibt es viele weitere Elemente, die du benutzen kannst.

Was sind die Bestandteile des Inbound Marketings?

Im Kern geht’s beim Inbound Marketing darum, mit hochwertigen Inhalten potenzielle Kundenanzuziehen, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen und erst dann den Abschluss zu tätigen.

Es ist jetzt ein schöner Überbegriff für folgende bekannte Marketingdisziplinen, das es zueinem perfekten Orchester vereint:

inbound-marketing-elementeGehen wir die Punkte kurz mal durch. Content Marketing ist so wichtig, weil du überhaupt was brauchst, um potenzielle Kunden anzuziehen. Content übernimmt hier diese Funktion.

Außerdem gibt es über 2,14 Milliarden Social Media User. Auch werden täglich 3,5 Milliarden Suchanfragen am Tag der Suchmaschine gestellt. Eine nette Zielgruppe für deinen Content und dein Startup, oder?

Seth Godin hat mit „Permission Marketing“ bereits 1999 dafür plädiert, die Erlaubnis der Kunden einzuholen, sie zu kontaktieren. E-Mail ist hier perfekt dafür und auch noch ein sehr persönliches Medium. Deshalb ist es auch einer der Kanal mit dem größten Return on Investment.

Aber wie funktioniert das alles genau?

Wie funktioniert Inbound Marketing?

Im Grunde setzt sich Inbound Marketing aus vier Phasen zusammen. Diese von HubSpot inspirierte Grafik zeigt es genauer:

inbound-marketing-prozessFangen wir also mal mit einem potenziellen Kunden an, der uns fremd ist.

Diesen musst du in der ersten Phase mit hochwertigem, relevantem und nützlichem Contentanziehen. Dabei solltest du auch eine gewisse Viralität einbauen, damit sich der Inhalt in densozialen Netzwerken leichter verbreitet. Außerdem solltest du auch dort für eine gewisse Aktivitätmit deinem Startup sowie mit deiner Person in relevanten Gruppen sorgen. Abschließend platzierstdu dein Startup und deinen Content in der Blogosphäre, am besten über Influencer undGastbeiträge.

In der zweiten Phase hast du mittlerweile einen Besucher, der jetzt zum E-Mail-Abonnentenkonvertieren muss. Das machst du am besten mit Calls to Action, also mit direktenHandlungsaufforderungen (z. B. einem E-Mail-Formular) und bittest so um die Kontaktdaten. Am besten lieferst du als Gegenleistung noch wertvollen Content wie z. B. ein E-Book, einen Kurs oder einen Rabatt. Auch kannst du hier mit längeren Formularen arbeiten, wenn du als Call to Action z.B. eine kostenlose Erstberatung anbietest. Um die Conversions zu erhöhen solltest du immer eineseparate Landing Page im Einsatz haben, die diese Handlung zusätzlich aktiv bewirbt.

Mittlerweile hast du einen E-Mail-Abonnenten und musst ihn in der dritten Phase zum Abschluss bringen. Hier festigst du die Beziehung via E-Mail und sendest weiterhin hochwertige Inhalte, die ihm weiterhelfen. Gerne kannst du hier auch mit Automatisierung arbeiten und einen schönen Sales Funnel aufbauen, der am Ende auf eine Landing Page leitet, wo du dein Produkt oder deine Dienstleistung anbietest.

Endlich hast du einen Kunden gewonnen und kannst die Sache abhaken, oder? Nein, noch nicht!  Diesen Fehler machen viele gerne. Hier musst du in der vierten Phase noch einenweiteren Schritt gehen und deine Kunden begeistern. Erst damit werden sie zu Markenbotschaftern, die für dich wiederum neue fremde potenzielle Kunden anziehen. Das machstdu mit regelmäßigen Umfragen und das Monitoring der sozialen Netzwerke, um dein Publikum immer besser kennenzulernen. Zu guter Letzt schaust du auf deine Analytics und suchst nach Möglichkeiten, um das Ganze zu optimieren.

Wie starte ich mit Inbound Marketing?

Zu aller erst ist es wichtig (vor allem für Startups), diesen Vier-Phasen-Prozess so schnell wiemöglich aufzusetzen. Er muss nicht perfekt sein, nicht optimiert und auch nicht automatisiert. Hauptsache er läuft. Danach solltest du ihn ganz nach dem Lean-Startup-Prinzip optimieren und immer wieder verbessern.

Wenn du diesen Prozess jetzt aufsetzen möchtest, ist es zuerst wichtig, dass du genau weißt, für wen du Content erstellen möchtest. Deshalb solltest du eine Buyer Persona erstellen. Eine Buyer Persona ist ein Archetyp deiner Zielgruppe. Es ist eine Persona, die deinen perfekter Kundebeschreibt.

Generell gibt es viele Weg, um mit dem Inbound Marketing anzufangen. Der einfachste Wegist ein Blog. Erstelle daher drei bis fünf Basis-Inhalte, die einen guten Eindruck davon geben, was in Zukunft noch so kommen wird. Am besten sind hier häufig gestellte Fragen deiner Kunden. Auch wenn die Suchmaschinenoptimierung ein langfristiges Spiel ist, macht es Sinn, auf die wichtigsten Punkte zu achten. Danach verbreitest du deinen Inhalt aktiv via Social Media. Das machst du zuerst mit deiner Unternehmensseite und mit deinem persönlichen Profil. Außerdem solltest du inrelevanten Gruppen aktiv sein, dein Gesicht bekannt machen und kannst dann deine Inhalte dortbewerben. Auch solltest du langsam eine Beziehung zu Influencern in deiner Branche aufbauenund versuchen Gigs für Gastbeiträge zu bekommen.

Danach erstellst du einen einfachen Call to Action, das ein kostenloses Update für deinen Blogverspricht. Dahinter baust du einen kleinen Sales Funnel auf, wo nach dem Onboarding in dennächsten Wochen die Basis-Inhalte beworben werden. Abschließend kommt eine Sales Messagemit einem Link zur Landing Page, wo du deine Lösung anbietest.

Das alles ist jetzt kein perfektes System. Aber dennoch kommst du mit Inbound Marketing in Berührung, sammelst Erfahrung und hast vielleicht auch schon den ersten Return on Investment.

Am Anfang habe ich ja bereits kurz unsere Startup Journey erwähnt. Passend dazu haben wir einen neuen Blog gestartet, den wir einfach mit drei Basis-Inhalten befüllt haben. Und jetzt machen wir Promotion, unter anderem auch mit diesem Gastbeitrag hier!

Fazit

Ein Startup aufzubauen ist hart. Egal ob du ordentlich gefunded bist oder nicht. Aber am Ende kommst du mit Inbound Marketing viel weiter. Denn du kaufst dir keine Aufmerksamkeit, sondern verdienst sie dir. Außerdem baust du einen dauerhaften Vermögenswert auf, den du ansonsten nicht haben würdest.

Genauer gesagt ist Inbound Marketing eine Philosophie und keine Sammlung von Taktiken. Es geht darum, potenzielle Kunden mit hochwertigem, relevantem und nützlichem Content anzuziehen, anstatt sie bei ihrem Workflow zu unterbrechen.

Es geht darum, Mehrwert zu liefern, anstatt zu pushen.

Inbound Marketing ist eine langfristige Strategie, die nicht Übernacht Erfolge bringt. Aber je früher du investierst, desto besser. Denn am Ende ist es das Alleinstellungsmerkmal, das dichgewinnen lässt.

Benutzt du Inbound Marketing für dein Startup?

Vladislav Melnik

Vladislav Melnik ist Co-Founder von Chimp. Er ist auf einer Mission, kleinen Unternehmen in Deutschland, Österreich und Schweiz das InboundMarketing näher zu bringen. https://chimphq.de/

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