Lernen Sie „Nein“ zu sagen!

Ihr Brötchenbursche liefert den Kunden morgens frische Backwaren an die Haustüren

Stellen Sie sich und das Startup Ihr Brötchenbursche doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Jörg Stulga. Nach dem Studium zum Wirtschaftsingenieur arbeitete ich zunächst 3 Jahre im Vertriebsinnendienst für eine größere Firma. Mich machte die Tätigkeit als Angestellter allerdings nicht wirklich glücklich. Im Jahre 2002 verwirklichte ich den Traum von der Selbstständigkeit und gründete das Unternehmen Ihr Brötchenbursche.

Ihr Brötchenbursche liefert den Kunden morgens frische Backwaren an die Haustüren. Wir kaufen die Brötchen, Brote und auch Kuchen bei ortsansässigen Bäckereien ein (natürlich mit sehr guten Einkaufsrabatten) und verpacken die Backwaren vor Ort. Anschließend bringen wir die Backwaren mit dem PKW zu unseren Kunden an die Haustüren.

Also eine doch recht „einfache“ Geschäftsidee. Aber ich glaube, die Einfachheit ist gerade das Geniale an diesem Geschäft.

Wie ist die Idee zu Ihr Brötchenbursche entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee hatte ich schon als Jugendlicher. Damals hatte ich die Bild am Sonntag verteilt. Dabei sah ich die langen Schlangen vor den Bäckereien. Es lag nahe, dass es für die Kunden doch toll wäre, wenn ich denen auch direkt die Brötchen mit den Zeitungen bringe.

Als ich dann Jahre später auf der Suche nach einer Geschäftsidee war, entdeckte ich, dass es bereits Unternehmen gab, die genau diese Idee mit Erfolg umsetzen. Da war für mich klar, dass ich das einfach einmal versuchen muss. Ich habe alleine gegründet. Nach drei Wochen durfte ich aber bereits den ersten Auslieferungsfahrer einstellen, da der Service so gut angenommen wurde.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung war das Gründen des Brötchendienstes selbst. Ich hatte einen gut bezahlten Job, der viel Sicherheit versprach. Sie können sich vielleicht vorstellen, was das Umfeld sagt, wenn man mitteilt, dass man den Job kündigen will, um anschließend Leuten Brötchen an die Haustüren zu bringen…
Die Herausforderung war, mich über die Bedenken meines Umfeldes hinweg zu setzen. Mein Umfeld ist mir sehr wichtig und darum war das gar nicht so leicht. Das Gute an dieser Geschäftsidee ist, dass man für die Umsetzung nur sehr wenig Startkapital benötigt. Man benötigt ein paar Flyer und viel guten Willen und es kann losgehen. Eine Fremdfinanzierung war nicht notwendig.

Wer ist die Zielgruppe von Ihr Brötchenbursche?
Unsere Zielgruppe sind vorwiegend private Haushalte, denen wir morgens frische Brötchen ortsansässiger Bäckereien an die Haustür hängen. Aber auch Hotels, Altenheime oder andere Einrichtungen zählen zu unseren Kunden.

Wie funktioniert Ihr Brötchenbursche?
Unsere Kunden können die Backwaren telefonisch oder online bestellen. Dabei gibt es die Möglichkeit eine feste Dauerbestellung aufzugeben, oder auch nur sporadisch zu bestellen. Unsere Auslieferungsfahrer hängen dann morgens die bestellten Backwaren still und leise an die Haustüren. Wir rechnen die Lieferungen mit den Kunden monatlich ab. Dabei können die Kunden zwischen einer Bezahlung per Bankeinzug oder per Überweisung wählen.

Wo liefert Ihr Brötchenbursche?
Wir liefern mittlerweile in vielen Regionen in ganz Deutschland. Wir bieten Menschen, die sich mit einem Brötchendienst selbstständig machen wollen, eine Zusammenarbeit an. Momentan arbeiten wir mit 41 selbstständigen Partnern zusammen, die meist selber Auslieferungsfahrer haben. So können wir viele tausend Kunden morgens mit frischen Backwaren versorgen.

Ihr Brötchenbursche, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir möchten weiter wachsen und möglichst viele Regionen in Deutschland mit unserer Dienstleistung versorgen. Ein größeres Ziel ist es, mit 100 selbstständigen Partnern zusammen zu arbeiten. Ob wir das in fünf Jahren schaffen, kann ich nicht sagen. Aber wir arbeiten daran.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Planen Sie nicht zu lange! Sicherlich sollte man sich über seine Idee und das Konzept ausreichend Gedanken machen. Ich erlebe es aber immer wieder, dass angehende Gründer alles bis ins kleinste Detail planen wollen. In der Praxis kommt es dann aber doch immer anders. Ich empfehle, seine Idee so früh wie möglich in der Praxis zu testen. Haben Sie den Mut zum Unperfekten.

2. Lernen Sie „Nein“ zu sagen! Egal wie gut Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung ist: es wird immer Menschen geben, die Änderungen oder Verbesserungen wünschen. Sie sollten sich auf Ihre Kernkompetenz fokussieren und nicht versuchen, es allen recht zu machen. Seien Sie stolz auf das, was Sie nicht können oder haben.

3. Seien Sie rückschlagresistent! Der Weg zum Erfolg wird nicht immer gerade verlaufen. Es wird Rückschläge geben. Die einen geben dann auf, andere aber lernen aus den Rückschlägen und werden besser. Was nicht heißen soll, dass man es sich nicht eingestehen soll, falls ein Geschäftsmodell nicht funktioniert.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Jörg Stulga für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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