Glaube nicht nur an deine Idee, sondern lebe sie jeden Tag

iGroove –Das erste Fair-Trade Musikportal

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen iGroove doch kurz vor!
Wir sind Dennis Hausammann, Geraldine Allemann und meine Wenigkeit, Moris Marchionna. 2012 habe wir iGroove gegründet um Musikern, Bands und Labels dabei zu helfen, neue Absatzwege in der Musikindustrie zu finden. Die Aufgabe von iGroove ist es, Musik zu Geld zu machen. Wir stellen uns täglich die Frage, wie wir das heute machen und wie wir das auch in Zukunft gewährleisten können. Dabei setzen wir auf Innovation, Fairness und Nutzerfreundlichkeit.

Wie ist die Idee zu iGroove entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Wir waren selbst Musiker und kannten uns dadurch schon länger. Damals fanden wir die gängigen Lösungen für Musiker nicht befriedigend und nicht mehr zeitgemäß. So haben wir uns entschieden eigene Software-Lösungen zu entwickeln. 2013 wurden wir für unsere Erst-Version von iGroove mit einem Swiss E-Commerce Award ausgezeichnet.
Dennis Hausammann hat einen technischen Background und war lange Zeitim Software Security Management für Banken und Versicherungen tätig. Geraldine Allemann kommt aus dem Marketing Bereich, wo sie lange für einen sehr bekannten Schweizer Uhrenhersteller gearbeitet hat. Ich habe über 15 Jahre Erfahrung im Musikbusiness und habe ein eigenes Label mit Studio und eine Managementagentur für Künstler geleitet.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Aus Ideologischen Gründen wollten wir von Anfang an eine Fair Trade Strategie für die Plattform haben. Wir wollten – anders als die traditionellen Labels – nur einen kleinen Teil der Einnahmen behalten und den grossen Teil den Musikern auszahlen. Wir nehmen eine Kommission von 8% auf die Verkaufserlöse. Was wir damals nicht ahnten war die Tatsache, dass es schwierig werden würde ein Business auf diesen 8% aufzubauen. Es war eine riesige Herausforderung über die Jahre hinweg das Business-Modell so auszubauen, dass ein funktionierendes Geschäft entsteht und wir unseren Grundsätzen eines Fair Trade Unternehmens treu bleiben können. Bis heute hat sich an den 8% Kommission nichts geändert. Wir haben jedoch das Angebot rund um die Veröffentlichung und Vermarktung von Musik ausgebaut. Das Unternehmen ist seit Februar 2016 lukrativ.

Wie hat sich iGroove seit dem Start entwickelt?
2012 haben mit einem bescheidenen Download Shop angefangen und damit im ersten Jahr ca. 300 Künstlern eine Plattform geboten, um ihre Musik direkt ohne Umwege an ihre Fans zu verkaufen. Ich kann mich noch gut erinnern wie diverse etablierte Leute aus der Musikindustrie uns belächelt und als schlechten Witz abgetan haben.
Heute haben wir eine sehr komplexe Vertriebs- und Marketing Software, welche Musiker und Labels als Werkzeug dient und sie täglich mit neuen Verkaufszahlen, Statistiken und Marketing Tools versorgt.
Mit unserer eigenen Technologie, welche es erlaubt Musik via SMS zu verkaufen, haben wir der Musikindustrie einen komplett neuen Absatzweg eröffnet. Plötzlich können auch Menschen ohne Kreditkarte oder PayPal digitale Musik kaufen und diese direkt auf ihren Handys konsumieren. Im ersten Augenblick scheint es banal, eine so alte Technologie wie SMS einzusetzen, aber es hat sich gezeigt, dass Menschen aller Altersklassensehr vertraut damit sind und dass die Technologie nicht an ein Betriebssystem gebunden ist. Die Fans können komplett unabhängig von ihren Smartphone Modellen und Providern Musik sehr einfach konsumieren. Wir wollten den Verkauf von Musik in sozialen Netzwerke so einfach machen, wie es damals war, als wir unsere eigenen Tonträger auf der Strasse verkauften.

Wer ist die Zielgruppe von iGroove?
iGroove besteht aus zwei Webseiten:
www.igroove.ch bedient Endkonsumente welche Musik kaufen wollen. Fans haben hier die Möglichkeit Musik zu entdecken und diese auch via SMS zu beziehen. Es ist keine Kreditkarte und keine Registrierung nötig. Der Betrag wird der Handyrechnung hinzugefügt oder dem PrePay Guthaben abgezogen. Zudem können Fans hier auch mehr für die Musik zahlen, als der Künstler haben will und ihn so zusätzlich unterstützen. Ca. 15% aller Einkäufer zahlen mehr um die Künstler zu unterstützen.
www.iGrooveNext.com bietet hingegen Musikern und Bands alle Dienstleistungen eines grossen Musiklabels. Hier haben Musiker und deren Vertreter und Verwerter die Möglichkeit Musik hochzuladen und an die wichtigsten Shops weltweit vertreiben zu lassen (iTunes, Amazon, Spotify, etc.) und sämtliche Einnahmen übersichtlich dargestellt zu bekommen. iGroove erhält 8% für diesen Service und zahlt 92% der Einnahmen an die Künstler und Labels aus. Ein sehr hoher Wert für diese Branche. Zudem können On-Demand professionelle Label-Dienstleistungen gebucht werden. Zum Beispiel PR, Radiobemusterungen oder digitale Promotion. Mehr als 5000 Musiker und Label nutzen bereits diese innovative Online-Software und es kommen täglich weitere hinzu.

iGroove, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Zum einen geht es in den nächsten Jahren darum, die Plattform in weiteren Ländern verfügbar zu machen. Dieses Jahr sind Deutschland und Österreich geplant. Je nach Geschwindigkeit können auch weitere Länder bis Ende 2016 dazu kommen.

Streaming ist auch ein Thema, dass auf unserem Tisch liegt. Es wird eine Herausforderung sein, ein faires Streaming-Modell zu finden, welches Independent Musiker und Labels gerecht wird und immer noch einen Mehrwert für die Endkonsumenten bietet.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Du solltest alles über deine Zielgruppe und die Branche in der du arbeiten möchtest wissen oder lernen.
2. Glaube nicht nur an deine Idee, sondern lebe sie jeden Tag.
3. Arbeite immer mit Menschen, die schon weiter sind als du selbst und lerne so viel wie möglich von Ihnen.(auch Mentoren)

Wir bedanken uns bei Moris Marchionna für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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