Identifikation per Video: Wie man Ausweisbetrug vermeidet

Wer heute als Neukunde bei einer Bank einen Kredit beantragt oder als SIM-Karten-Inhaber seine Identität gegenüber dem Mobilfunkunternehmen nachweisen muss, dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit dafür bei einem Dienstleister für Videoidentifikationen landen, etwa beim deutschen Marktführer mit den meisten internationalen Konzernklienten, der WebID Solutions GmbH. Sie übernehmen für zahlreiche Anbieter aus der Banken-, Telekommunikations- oder Versicherungsbranche diese Aufgabe, da der Kunde zunehmend eine schnelle und unkomplizierte Abwicklung erwartet und oft sofort in den Genuss der gewünschten Dienstleistungen kommen möchte.

Mit zwei vermeintlichen Zielkonflikten müssen damit alle Identifikationsdienstleister umgehen, wie es Frank S. Jorga beschreibt, Gründer und Co-Geschäftsführer der WebID Solutions GmbH: „Wir wollen die Endkunden, und somit indirekt unsere Auftraggeber, natürlich auf der Stelle bedienen. Gleichzeitig ist es aber wichtig, dass wir die Identität zweifelsfrei prüfen. Beide Dinge müssen aber kein Widerspruch sein.“ Um diesen Spagat zwischen Schnelligkeit und höchsten Sicherheitsstandards zu garantieren und Betrug zu verhindern, arbeitet die WebID stetig an der Optimierung seiner unterschiedlichen Identifikationsprozesse, verspricht Jorga.

Schließlich werden pro Tag etwa 10.000 Personen für die Geschäftskunden allein im innovativ entwickelten Video-Ident-Verfahren legitimiert.

Insgesamt kann das Unternehmen auf mehr als 4,5 Millionen Video-Identifizierungsvorgänge zurückschauen – ein Erfahrungsschatz, der ständig in die weitere Verbesserung einfließt, aber auch nur möglich geworden ist durch das perfekte Zusammenspiel von Software und Mensch: Zuerst wird automatisch vorabgeprüft, ob eine Video-Identifikation technisch durchgeführt werden kann. Hierfür muss beispielsweise die Qualität der Datenverbindung stimmen. Anschließend checkt die Software den Personalausweis. Das System erkennt, ob das Dokument überhaupt für eine Video-Legitimation geeignet ist – oder ob es gar gefälscht ist. „Erst danach schalten wir die Agenten hinzu und kommen dadurch auf eine Quote von 95 Prozent erfolgreicher Abschlüsse bei allen Video-Calls. Von den verbleibenden fünf Prozent erfolglosen Checks sind 0,5 Prozent Betrugsversuche“, erklärt Jorga die Abläufe. Diese werden von den WebID-Experten sofort erkannt und ausgesiebt. 

Die Quote mag sich – bezogen auf alle Legitimierungen – gering anhören.

Der potenzielle Schaden allerdings wäre hoch, etwa wenn z. B. der Kreditnehmer nicht mehr zu ermitteln ist. Damit das nicht passiert, hat WebID seine Identifikations-Systeme auf Basis neuester Technologien entwickelt. „Mit unserer KI-Lösung können knapp 7.000 Ausweisdokumente aus 194 Ländern in Sekundenschnelle geprüft werden. Der Vorteil ist zudem, dass das Produkt dem Video-Identifikationsverfahren vorgeschaltet werden kann.“ Nur wenn die Software den Kunden freigibt, kümmert sich anschließend der Video-Agent um ihn.

Er übernimmt die finale Verifikation.

Hierfür ist neben den harten Fakten auch eine ordentliche Portion Menschenkenntnis und psychologisches Gespür wichtig – all dies wird in den umfangreichen Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen vermittelt. So werden im Zweifel Fragen gestellt, deren Beantwortung den Agenten wertvolle Hinweise hinsichtlich möglicher Betrugsversuche geben. Reagiert der Kunde nervös, zu laut, zu leise, zu verdruckst, zögernd? All dies können Anhaltspunkte dafür sein, dass irgendetwas nicht stimmt. Und damit die Mitarbeiter immer auf dem neuesten Stand sind, werden sie regelmäßig von externen Experten trainiert. Sie wissen um die aktuellsten Maschen – und dies gerade auch bei internationalen Dokumenten. Besonders hier sind die Video-Agenten von WebID geschult, schließlich bietet das Unternehmen auch die Überprüfung internationaler Ausweisdokumente an.

Die Fortbildung ist fester Bestandteil der WebID-Arbeit, an der selbst die Geschäftsleitung teilnimmt:

„Ich muss alle Details unserer Firma kennen. Daher setzte ich mich oft auch mit in die Schulungen hinein. Zudem hat das Ganze – bei aller Ernsthaftigkeit des Themas – durchaus auch einen gewissen Lerneffekt, wenn man gefälschte Dokumente aus aller Welt vorgeführt bekommt“, ergänzt Franz Thomas Fürst, Gründer und Co-Geschäftsführer von WebID. Welche die gängigsten – und von WebID aufgedeckten – Betrugsvarianten sind, das mögen die beiden Geschäftsführer allerdings nicht verraten: „Betriebsgeheimnis! Außerdem sollen die Betrüger natürlich nicht wissen, was wir wissen.“

Autor: WebID

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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