Dienstag, September 27, 2022

Man muss sich trauen neue Wege zu gehen

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

HYDRAO Duschköpfe helfen den Wasserverbrauch zu reduzieren

Stellen Sie sich und das Startup HYDRAO doch kurz unseren Lesern vor!

Gabriel Della Monica: Ich bin Präsident und Gründer von HYDRAO. Das Startup, das ich 2015 gründete, bietet die ersten umweltfreundlichen vernetzten Duschköpfe auf dem Markt an, die der Wasserverschwendung ein Ende setzen. HYDRAO trägt dazu bei, den Wasserverbrauch im Haushalt effizient zu reduzieren und die Umweltbelastung zu minimieren. Unsere Duschköpfe signalisieren dank innovativer LED-Beleuchtung in Echtzeit den aktuellen Warmwasserverbrauch unter der Dusche. Die Pastellfarben der Duschköpfe variieren je nach Verbrauch. Diese Hinweise schärfen das Bewusstsein der Nutzer und regen sie dazu an, ihre Konsumgewohnheiten nachhaltig und verantwortungsvoll zu ändern. Dieses Konzept ist einzigartig auf dem Markt und wurde 2015 patentiert. Doch nicht nur Privathaushalte profitieren von unseren Produkten. Auch öffentliche Einrichtungen (Hotels, Schwimmbäder, Sporthallen, etc.) können mit HYDRAO ihren Warmwasserverbrauch effizient reduzieren. Bisher sind wir mit HYDRAO so in mehr als zehn Ländern international aktiv. Und es werden noch mehr hinzukommen.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Gabriel Della Monica: Bei meinem Aufenthalt in Griechenland beobachtete ich die Anlieferung von Trinkwasser mit Containerbooten, um den übermäßigen Wasserkonsum der Touristen zu befriedigen, der insbesondere für deren Duschen anfällt. Als Vater von 4 Töchtern, die zu Hause die Dusche voll ausnutzen, suchte ich nach Tricks, um meine Familie auf die Verschwendung von heißem Wasser beim Duschen aufmerksam zu machen. Hier spielte natürlich einerseits meine eigene erhöhte Wasser- und Energierechnung eine Rolle, andererseits ließ mich der Gedanke der ökologischen Nachhaltigkeit nicht los. So machte ich mich daran, einen nachhaltigen Duschkopf zu entwerfen. Ausgebildet als Ingenieur, entwickelte ich 2015 das HYDRAO-Projekt. Mein eigenes, gestärktes Bewusstsein bezüglich des Erhalts von Wasser und der Energiewende, hat mich dazu bewegt auch die Verbraucher zu einem wichtigen Akteur beim Wassersparen zu machen. Mit HYDRAO kann jeder sehen, wie viele Fortschritte er gemacht hat, und am Ende wird die Familie mit einbezogen und spart Geld.

Welche Vision steckt hinter HYDRAO?

Gabriel Della Monica: Laut UN haben 2 Milliarden Menschen auf der Erde immer noch keinen freien Zugang zu Trinkwasser, während in den reichen Ländern gleichzeitig enorme Mengen an Trinkwasser unbewusst verschwendet werden. Das muss aufhören! Wasser ist eine kostbare Ressource. Bis 2050 werden bei stabiler Nachfrage außerdem sogar in Deutschland erste Konsequenzen zu spüren sein. So wird laut dem Ministerium für Ökologie und nachhaltige Entwicklung und dem Plan zur Anpassung an den Klimawandel mit einem geschätzten Defizit von 2 Mrd. m3 pro Jahr bis 2050 gerechnet, um den Bedarf zu decken. Die Problematik ist komplex, sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich, gesellschaftlich und politisch.

Es ist daher wichtig, dass wir uns unseres Konsums bewusstwerden, nicht nur um Abfall zu vermeiden, sondern um ein langfristig umweltbewusstes Verhalten an den Tag zu legen, das sich positiv auf die Umwelt auswirkt. Verantwortungsvollerer Wasser- und Energieverbrauch als Bürgerauftrag sozusagen. Da Wasser eine sehr kostbare und begrenzte Ressource ist, haben wir es uns zur Mission gemacht, Trinkwasser für die künftigen Generationen zu schützen. Da Zwänge und Schuldgefühle selten zu einer dauerhaften Änderung von Gewohnheiten führen, sensibilisiert HYDRAO stattdessen durch Aufklärung, Spaß und einen sanften Anreiz. In diesem Fall das patentierte Konzept der LED-Duschköpfe, deren Pastellfarben je nach verbrauchter Wassermenge variieren. Nur als Beispiel: In deutschen Haushalten werden pro Kopf im Schnitt 122 Liter Trinkwasser pro Tag verbraucht! Der Wasserverbrauch hat sich so in den letzten 30 Jahren verdreifacht. Hier muss gehandelt werden.

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Gabriel Della Monica: Eine der größten Herausforderungen bestand vor allem darin, Technologie und Ökologie miteinander zu verbinden. Wir arbeiten jeden Tag daran, dass sich die beiden zielführend ergänzen. Bei HYDRAO steht die Technologie im Dienste der Ökologie! Sie ist ein Hilfsmittel, kein Selbstzweck. Unser Ziel ist es natürlich, dass die Technologie des Duschkopfes (seine Farbe, seine Verbindung mit der App) es jedem ermöglicht, seinen Verbrauch zu verfolgen und zu regulieren… ein fast unmögliches Unterfangen, wenn man keinen Anhaltspunkt für seinen Verbrauch hat.

Die Finanzierung erfolgt vor allem durch den Verkauf unserer Duschköpfe. In Deutschland sind wir im Sommer 2021 mit unserem Online-Shop an den Start gegangen. Aber auch B2B-Verträge mit der Wohnungs- und der Hotelbranche sind eine wichtige Quelle. 2017 bekamen wir beispielsweise den Auftrag zur Ausstattung von 10.000 Wohnungen in Singapur. 

Wer ist die Zielgruppe von HYDRAO?

Gabriel Della Monica: Unsere Zielgruppe sind vor allem die Endverbraucher, wie etwa Familien. Jeder Haushalt, besonders jedoch mehrköpfige Haushalte mit Kindern, werden eine geringere Energierechnung schätzen. 

Aber auch für Fachleute steht heute viel auf dem Spiel: seien es Hotels, öffentliche Einrichtungen, Wohnungen, etc., – die Senkung von Betriebskosten und der Fortschritt, das eigene Unternehmen in eine neue Phase der Energie- und Umweltwende führen zu können, sprechen für den Einsatz von HYDRAO. 

Wie funktioniert HYDRAO? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern? 

Gabriel Della Monica: Um das Bewusstsein zu schärfen und Kinder, Jugendliche und Erwachsene sanft zu einem vorbildlichen Konsumverhalten anzuregen, setzt HYDRAO auf eine spielerische Anstups-Pädagogik (Nudge). Die verbrauchte Wassermenge wird in Echtzeit durch Leuchtstufen angezeigt, sodass der Wasser- und Energieverbrauch jederzeit im Auge behalten werden kann. Grün von 0 bis 10L, blau bis 20L, lila bis 30L, rot bis 40L und darüber blinkend. Die einprägsamen Hinweise schärfen das Bewusstsein. HYDRAO kombiniert diese LED-Technologie mit einer ökologischen Durchflussmenge. Eine Turbine im Griff des Duschkopfes versorgt das Messsystem, die LEDS und Bluetooth-Verbindung mit Energie. Diese Turbine wird durch den Wasserfluss aktiviert.

Eine personalisierte App schafft Überblick über das Duschverhalten und das Sparpotential bei Wasser und Heizkosten. Die HYDRAO-Duschköpfe lassen sich per Bluetooth mit einer kostenlosen App verbinden. Hier können bis zu 200 Duschvorgänge gespeichert werden und Verbrauch sowie Ersparnisse nachverfolgt werden. Außerdem lassen sich die Grenzwerte der verbrauchten Wassermengen, zu denen Farbwechsel stattfinden, personalisieren. Konkret reduziert man den Warmwasserverbrauch beim Duschen um durchschnittlich 70 % und hat eine durchschnittliche jährliche Ersparnis von 130€ pro Nutzer bei der Wasser- und Energierechnung. Da außerdem 13 % des häuslichen Energieverbrauchs für die Warmwasserbereitung verwendet werden (Quelle ADEME) rechnet sich die Investition des HYDRAO-Duschkopfes (ab 69€) somit in weniger als 6 Monaten.

HYDRAO, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir erweitern unser Angebot ständig und stellen Lösungen bereit, die auch in Zukunft zum Wassersparen aufrufen, der Reinigung von Wasser dienen und die Messung von Wasserverlust erlauben. Die Herausforderungen sind vielfältig und wir wollen uns an unterschiedliche Branchen richten, damit sie dank unserer Lösungen die Ressource Wasser schonen. Bei Privathaushalten sollte es in jedem Haus einen HYDRAO-Kopf geben.  Somit hätte jeder die Möglichkeit seinen Wasserverbrauch zu verstehen und im Alltag ressourcenschonend zu handeln.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1) Antworten Sie auf ein gesellschaftliches Problem. Wenn Ihr Unternehmen eine Antwort auf ein gesellschaftliches Problem liefert, das es zu lösen gilt, verleiht das der täglichen Arbeit einen Sinn. Man fühlt sich nützlich.

2) Wagen Sie etwas. Unternehmerisch tätig zu sein, erfordert Wagemut und die Bereitschaft, sich zahlreichen Herausforderungen zu stellen. Man muss sich trauen neue Wege zu gehen, Menschen zu treffen und für sein Projekt einzustehen.

3) Bleiben Sie nicht allein. Ein Unternehmer ist nicht allein erfolgreich. Es ist wichtig den Austausch mit anderen zu suchen. Ratschläge, Unterstützung, Netzwerk – all dies ist wertvoll, wenn man sich in ein Abenteuer stürzt!

Wir bedanken uns bei Yannick Gabriel Della Monica für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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