Hinfallen und wieder aufstehen

hoots mobile Diagnosesysteme für Oldtimer

Stellen Sie sich und das Startup hoots doch kurz unseren Lesern vor!
Wir als die hoots classic GmbH entwickeln seit Juli 2017 im Dresdener Norden ein mobiles Diagnosesystem für historische Fahrzeuge. Wir sind ein dynamisches Quartett aus den Gründern Dr. Henry Kutz, Matthias Lange sowie Sandra und Frank Hermsdorf. Wir decken das breite Unternehmensfeld seitens der Technikentwicklung, App-Programmierung, Produktdesign sowie Marketing und Öffentlichkeitsarbeit ab, um somit schnell auf die Anforderungen des Marktes sowie die Wünsche und Anregungen der Kunden eingehen zu können.

Wie ist die Idee zu hoots entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Seit über 17 Jahren restaurieren Henry und ich (Frank) klassische Fahrzeuge aus reiner Liebe zum Oldtimer. Aus dieser Leidenschaft heraus entwickelte sich stetig der Wunsch, ohne zusätzliche Instrumente Daten aus dem Fahrzeug auszulesen. Sei es in der eigenen Werkstatt zum Einstellen der Vergaser oder auf der Ausfahrt zur Überwachung des Öldruckes. Zusätzliche Instrumente sind in unseren Augen dabei hinsichtlich der Ästhetik und des Werterhaltes des Fahrzeuges unerwünscht. Somit wird das System möglichst unsichtbar im Fahrzeug integriert werden.

Dennoch sind die Bauteile hochwertig seitens des Materials und der Verarbeitung ausgeführt, um dem Anspruch des Oldtimerfahrers zu genügen. Abgerundet wird die Idee durch die Anzeige der Daten über eine mobile App, sodass es möglich ist, die Daten live zu bewerten oder sich im Grenzfall warnen zu lassen. Auch ein Zugriff über einen Webserver kann bei Bedarf freigeschaltet werden. Zudem kann optional eine Diebstahlwarnanlage aktiviert werden, welche den Besitzer des Fahrzeuges bei Missbrauch des Oldtimers warnt.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Von der ersten Idee bis zum Prototyp war es ein langer Weg, welcher oft auch mit vielen Konzeptänderungen einhergeht, ohne dabei jedoch die Grundidee aus den Augen verloren zu haben. Das Vertrauen in die eigene Idee ermöglichte erst diesen langen Atem. Dazu die Sicherheit, dass andere an genau diese Idee glauben. Das ist ein wichtiger Treiber bei der Unternehmensgründung. So durften wir ein (bereits abgeschlossenes) Stipendium für die „Existenzgründung aus der Wissenschaft“ (EXIST) sowie ein aktuell laufendes „Technologiegründerstipendium“ (SAB) in Anspruch nehmen.
Die Herausforderungen im Tagesgeschäft sind die Finanzierungsfragen (Fertigung Kleinserie, Marketingkampagne) sowie die Erreichbarkeit von potentiellen Kunden.

Wer ist die Zielgruppe von hoots?
Unsere Zielgruppe sind die Liebhaber klassischer Automobile, Motorräder, Boote oder Sportflugzeuge. Neben den ambitionierten Schraubern, welche unser System zum Einstellen und Überprüfen von Parametern verwenden wollen, profitieren Enthusiasten, Sammler, Gelegenheitsfahrer oder Oldtimer-Einsteiger von der Überwachung wichtiger Motor- und Fahrzeugkenndaten. Bei erreichen kritischer Werte (Drücke, Temperaturen etc.) kann der Fahrer (bei Bedarf auch die Stammwerkstatt) gewarnt werden, sodass mögliche Schäden rechtzeitig vermieden oder verringert werden können. Der entspannten Ausfahrt steht demnach nichts mehr im Wege.

Wie funktioniert hoots?
Das hoots Diagnosesystem erfasst mittels zusätzlicher Sensoren, welche per Adapter schadensfrei und rückrüstbar in oder an den Motor angeschlossen werden, individuelle Kenngrößen, welche in einer zentralen Diagnosebox zusammengefasst werden. Dabei wird eine breite Auswahl an Sensoren zur Verfügung stehen, welche einzeln oder als Ausstattungspaket kombiniert werden können. Per kabelloser Datenübertragung werden die Daten an ein mobiles Endgerät oder einen zentralen Server gesendet. Somit ermöglichen wir dem Fahrer oder Mechaniker die Livediagnose als auch eine Datenanalyse zurückliegender Fahrten.

Was ist das Besondere an hoots?
Die Individualität und Modularität steht bei unserer Idee im Vordergrund. Angefangen von den frei wählbaren Sensoren kann zudem der Einbauort des Gerätes im sichtbaren Bereich oder versteckt gewählt werden. Es können zu jedem Zeitpunkt weitere Sensoren hinzugefügt oder Funktionen freigeschaltet werden Für die mobile App können zusätzlich aktivierbare Designs ausgewählt werden, welche direkt auf den eigenen Oldtimer zugeschnitten werden.

Wie ist das Feedback?
Wir stehen oft der Aussage gegenüber: „moderne Technik in einem Oldtimer – geht gar nicht“ oder „Damit verliert das Fahrzeug den Oldtimerstatus“. Hierzu möchten wir betonen, dass der Einbau unseres Gerätes keinerlei Einfluss auf den Status als Oldtimer hat. Dies haben wir bereits bei der ortsansässigen Prüfstelle (DEKRA) abgesichert. Zudem bieten wir mit unserer Flexibilität hinsichtlich des Einbaus des Systems einen höchstmöglichen Freiheitsgrad, wie diese moderne Technik im Fahrzeug wahrgenommen wird.

Grundlegend bekommen wir jedoch oft sehr positives Feedback, zumal der Markt steigt und die Oldtimerwahrnehmung in der Öffentlichkeit stark zunimmt. Somit wächst auch die Akzeptanz und das Verständnis, dass unser System zum Werterhalt des klassischen Fahrzeuges beiträgt – denn wir lieben die Oldtimer vor allem wegen den bewegten Geschichten.

hoots, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Über den kommenden Winter werden wir in Zusammenarbeit mit Testkunden unsere Prototypen auf Herz und Nieren prüfen und testen, diese verbessern und mit einer Kleinserie zur Oldtimer-Saison 2018 auf den Markt bringen. Mit stetig wachsenden Verkaufszahlen streben wir in 2 Jahren eine Erweiterung des Marktes auf das europäische Ausland an, welches ein enormes Oldtimerpotential birgt. Eine anschließende Expansion auf den US-amerikanischen Markt lässt uns spätestens in 5 Jahren einen weiteren wichtigen Markt erschließen.
Auch seitens des Produktes wird es Weiterentwicklungen geben, sodass wir mit innovativen Ideen unser Diagnosesystem stetig verbessern können.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Glaub an deine Idee.
Hinfallen und wieder aufstehen.
Geduld haben.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Frank Hermsdorf für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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