Das Gründerdasein an sich ist super spannend und macht eine Menge Spaß!

Homebell vereinfacht die Handwerkersuche

Stellen Sie sich und das Startup Homebell doch kurz unseren Lesern vor!
Homebell ist ein Anbieter von Handwerksdienstleistungen, mit der wir die Handwerkersuche und die anschließende Beauftragung stark vereinfachen. Die Idee ist, dem Kunden die Suche so einfach wie möglich zu machen und die komplette Auftragsabwicklung zu übernehmen. Der Kunde stellt dazu seine gewünschten Arbeiten online bei uns ein. Wir schicken ihm dann ein Angebot für die Ausführung der Arbeit. Dabei überlassen wir nichts dem Zufall. Aus einem Pool von Handwerkern von Homebell wird der zeitlich am schnellsten verfügbare und am besten bewertete Handwerker beauftragt. Derzeit arbeiten wir in unseren Kernmärkten Deutschland und Niederlande mit 400 Unternehmen zusammen, die 3.500 Handwerker beschäftigen. Damit sind wir der größte Anbieter von Handwerksdienstleistungen auf dem Markt. Hat der Kunde sich für unser Angebot entschieden, kümmern wir uns um alles weitere. Wir übernehmen alles, von der Auftragsannahme, über die Angebotserstellung, die Abwicklung bis hin zur Rechnungsstellung. Der Kunde hat die ganze Zeit nur uns als Ansprechpartner. Wir sind also Anbieter, was uns von Dienstleistungsbörsen wie z. B. MyHammer unterscheidet.

Wie ist die Idee zu Homebell entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee zu Homebell entstand beim Skifahren. Im Lift erzählte mir Sascha von seiner Suche nach einem schnellen, günstigen und zuverlässigen Handwerker. Dabei fiel uns auf, dass solche Suchen sehr zeitintensiv sein können. Denn woher weiß ich eigentlich, ob der Handwerksbetrieb, den ich im Internet finde, gut ist? Und wie wäge ich ab, welchen Handwerker ich nehme? Und damit nicht genug: Denn nach der Auswahl muss ich den Handwerker ja noch beauftragen, den Termin koordinieren, ggf. die Materialien einkaufen usw. Gerade im digitalen Bereich gab es damals keine Lösung, um dem Kunden bei diesem Problem zu unterstützen. Zwei Abfahrten später stand die Idee zu Homebell, einem Online-Service, der dem Kunden die Handwerkersuche und die anschließende Beauftragung vereinfachen soll – und dabei gleich auch noch den Handwerker unterstützt.

Für Sascha und mich war diese Idee zudem doppelt reizvoll, denn wir sind nicht nur beide Gründer, sondern auch Freunde, die sich schon sehr lange kennen. Die Möglichkeit, einmal etwas Gemeinsames auf die Beine zu stellen, hat uns beide gereizt. Zudem ergänzen wir uns perfekt. Sascha
ist bei uns der Techniker. Er hat die Software entwickelt, durch die Homebell letztlich einmalig mit seiner Dienstleistung ist. Ohne ihn gäbe es uns also gar nicht. Ich auf der anderen Seite bin bei uns unter anderem für das Wachstum zuständig – und bisher läuft auch das glaube ich ganz gut (lacht).

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die wohl größte Herausforderung war das Wachstum. Als Startup hat man in der Regel nur wenig Zeit um zu zeigen, dass die eigene Geschäftsidee funktioniert. Man muss daher so schnell wie möglich in kurzer Zeit wachsen – und das so viel wie möglich. Bei uns hat das von Anfang an geklappt, allerdings wachsen mit der Unternehmensgröße auch die Herausforderungen.

Ein Beispiel betrifft die Mitarbeiter. Umso größer man wird, umso mehr Mitarbeiter benötigt man auch. Für uns hieß es daher, in möglichst kurzer Zeit nicht nur schnellstmöglich zu wachsen, sondern auch die bestmöglichen Mitarbeiter zu finden, mit denen das Wachstum weitergehen kann. Aber
auch das hat sehr gut funktioniert. Die Finanzierung von Homebell haben wir unter anderem mit Hilfe von Investoren auf den Weg gebracht. Zudem haben uns einige Business Angels unterstützt. Last but not least haben Sascha und ich auch selbst in unsere Idee investiert.

Wer ist die Zielgruppe von Homebell?
Mit Homebell sprechen wir jeden an, der sich die Handwerkersuche bzw. die Beauftragung von Handwerkerdienstleistungen einfacher machen will. Aktuell liegt unser Schwerpunkt dabei auf Boden- und Wandarbeiten. Gleichzeitig sind wir mit unserem Modell auch für Handwerker interessant, da sie mit Homebell ihren Umsatz steigern können.

Wie funktioniert Homebell?
In einem Wort: Schnell. Der Kunde geht auf unsere Website und wählt aus, was er für einen Handwerksservice braucht. Aktuell stehen ihm zwölf Leistungen zur Verfügung, darunter Streichen, Verputzen, Teppichverlegung oder Außenanstrich. Anschließend erfragen wir die genaue Location,
die Quadratmeterzahl, den gewünschten Zeitraum für die Auftragsausführung sowie eine Kontaktnummer. Das ganze dauert für den Kunden maximal zwei Minuten.

Danach übernehmen wir. Nach den Angaben des Kunden prüfen wir hinter den Kulissen, mit welchen Handwerksbetrieben wir in der jeweiligen Region zusammenarbeiten. Anschließend gleichen wir ab, welche Handwerker zum vom Kunden gewünschten Zeitpunkt verfügbar sind und welche der Dienstleister aktuell am besten bewertet sind. Zudem errechnet unser System einen Preis für den jeweiligen Auftrag.

Spätestens 15 Minuten nach seiner Anfrage bekommt der Kunde dann von uns einen Anruf mit einem Angebot und einer Handwerkerempfehlung. Das Angebot ist unverbindlich und der Preis ist fix.

Nimmt der Kunde das Angebot an, kümmern wir uns um alles weitere. Wir setzen uns mit dem Handwerker in Verbindung, koordinieren den Termin sowie die Durchführung und die anschließende Abrechnung. Während dem ganzen Prozess sind wir für den Kunden der einzige Ansprechpartner. Mit dem Handwerker an sich hat er also gar nichts zu tun.

Worauf sind Sie bei Homebell besonders stolz?
Auf unsere Software. Sascha hat lange daran getüftelt ein Programm zu entwickeln, dass auch bei wenigen Angaben durch den Kunden bereits einen genauen Kostenvoranschlag für die jeweilige Handwerksdienstleistung errechnen kann. Mit diesem Programm sind wir aktuell einmalig auf dem Markt, weshalb wir bei den Aufträgen auch keine Vorabbesichtigung bei den Aufträgen durchführen müssen.

Ich bin auch stolz auf unser Konzept bei der Handwerkerauswahl. Durch unser internes Ranking haben wir eine super Möglichkeit gefunden, um den Kunden nur Handwerker anzubieten, die fachlich bestens qualifiziert sind.

Welche Vorteile haben Kunden, die einen Handwerker brauchen?
Kunden, die Homebell nutzen, sparen Zeit. Statt lange nach einem geeigneten Handwerker zu suchen können sie einfach von unserem Netzwerk profitieren. Wir arbeiten in Deutschland mit 400 zuverlässigen und hochqualifizierten Handwerksbetrieben zusammen. Der Kunde muss also nicht mehr selbst suchen. Auch die Auswahl, das Briefing und die Beauftragung laufen über uns. Kunden sparen also auch hier Zeit. Die eigentliche Durchführung des Handwerkerauftrags wird für ihn ebenfalls entspannter, da auch dieser Part komplett über uns läuft. Er muss hier also nichts mehr machen.

Wo liegen die Vorteile für die Handwerker?
Die Handwerker, die mit uns zusammenarbeiten, haben mehr Kapazitäten für zusätzliche Aufträge und können so mehr Geld verdienen. Im Schnitt verbringen Handwerker 30 Prozent ihrer Arbeit mit administrativen Tätigkeiten, wie Akquise, Anfahrt zum Ausmessen, Angebotserstellung, dem
Materialeinkauf oder der Rechnungsstellung. Im Fall von Homebell laufen diese ganzen Tätigkeiten über uns. Der Handwerker kann sich daher voll und ganz auf seine Kernkompetenz konzentrieren, wodurch er mehr Zeit für weitere Aufträge hat und mehr Umsatz und Gewinn macht.

Homebell, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In fünf Jahren wollen wir unsere Marktführung weiter ausgebaut haben. Zudem wollen wir Kunden bei der Handwerkersuche durch neue Services noch mehr unterstützen. Neben Wand- und Bodenarbeiten gibt es unzählige weitere Bereiche, die wir aktuell hier im Auge haben. Bis 2022 hat sich hier sicherlich einiges getan. Zudem werden wir unsere Software, die bereits jetzt einzigartig ist, bis dahin noch weiter verfeinern und optimieren. So können wir auch auf der technischen Ebene den Service für den Kunden weiter verbessern.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Bleibt beharrlich! Das Gründerdasein an sich ist super spannend und macht eine Menge Spaß. Man braucht aber auch einen starken Willen und darf sich von Rückschlägen nicht beeindruckt zeigen. Immer dran bleiben ist hier das A und O. Zudem ist es wichtig, sich immer nur auf eine Sache zu konzentrieren. Wenn man gründet, kommen einem oftmals gleich mehrere Ideen in den Kopf. Stück für Stück ist hier die Devise. Sucht Euch eine Idee aus und verfolgt diese dann mit Eurer ganzen Energie. Drittens einfach loslegen. Zu viele Zweifel verengen den Blick und Aktivität führt zu pragmatischen Lösungen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Felix Swoboda für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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